Junge lernt mit einer Lehrerin.

Die Autismus-Spektrum-Störung

Die Autismus-Spektrum-Störung stellt keinen Förderschwerpunkt dar, da das Leistungsspektrum betroffener Schülerinnen und Schüler bis hin zur Hochbegabung reichen kann. Dennoch handelt es sich dabei um eine tiefgreifende Entwicklungsstörung, die von Fachärzten diagnostiziert werden muss.

Autismus-Spektrum-Störungen sind tiefgreifende Entwicklungsstörungen, die in der frühen Kindheit einsetzen und ein Leben lang bestehen. Innerhalb der Autismus-Spektrum-Störungen gibt es unterschiedliche Symptome, Ausprägungen und Schweregrade. Autismus ist eine medizinische erstellte Diagnose, die nicht allein durch Lehrkräfte bzw. Eltern aufgrund von Beobachtungen gestellt werden darf.

Die Erfahrungen aus der schulischen Förderung von Kindern und Jugendlichen im Autismus-Spektrum zeigen, dass sie im Rahmen der bestehenden curricularen Vorgaben der allgemeinen Schule gut unterrichtet werden können.

Individuelle Unterstützungsmaßnahmen mithilfe unterschiedlicher Formen des Nachteilsausgleichs und individuelle Förderungen der Schülerinnen und Schüler stellen eine bestmögliche Partizipation am Unterricht und an den Lerninhalten sicher.

Über das zugeordnete Beratungs- und Förderzentrum (BFZ) hinaus erhalten Lehrkräfte Unterstützung und Beratung über den Kontakt zu den Fachberaterinnen und Fachberatern für Autismus sowie zu Expertinnen und Experten klinischer Einrichtungen.

Schülerinnen und Schüler mit einer Autismus-Spektrum-Störung können alle Schulformen und Schulstufen besuchen. In einer pädagogisch gut gestalteten Lernumgebung sind die betroffenen Kinder und Jugendlichen in der Lage, höchst beachtliche Leistungen zu zeigen und entsprechende Abschlüsse zu erreichen. In der Regel besuchen Schülerinnen und Schüler mit Autismus eine allgemeine Schule und lernen in einem ihrer Begabung entsprechendem Bildungsgang. Um ihnen eine erfolgreiche Schullaufbahn zu ermöglichen haben die Kinder und Jugendlichen Anspruch auf einen geeigneten Nachteilsausgleich.

Für diejenigen Kinder und Jugendlichen, die neben Besonderheiten im Autismus-Spektrum einen von der allgemeinen Schule lernzielabweichenden Förderschwerpunkt haben, bieten die Lehrpläne der Schule mit dem Förderschwerpunkt Lernen und die Richtlinien für Unterricht und Erziehung im Förderschwerpunkt geistige Entwicklung die Grundlage der schulischen Förderung.

Eine Orientierungshilfe für Lehrerinnen und Lehrer der allgemeinen Schule, die Schülerinnen oder Schüler mit einer Autismus-Spektrum-Störung unterrichten, bietet die Publikation „Einstiegshilfen für den Unterricht von Kindern und Jugendlichen im Autismus-Spektrum“ des Hessischen Kultusministeriums:

Landesfachberatung

Die Landesfachberatung ist ein überregionaler Ansprechpartner für Fachfragen bei der inklusiven Beschulung von Schülerinnen und Schülern mit Autismus-Spektrum-Störungen. Sie berät Eltern über Rahmenbedingungen, Anforderungen und mögliche Unterstützungsleistungen in Schule und Unterricht. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten mit Schulleitungen und Lehrkräften zusammen, informieren über Autismus-Spektrum-Störungen und passende Unterrichts-,Förder- und Nachteilsausgleichsmaßnahmen. Sie beraten über Verfahren und Möglichkeiten zum Nachteilsausgleich bei den zentralen Abschlussprüfungen.

Die Vorgehensweise der Landesfachberatung ist die gemeinsame Beratung auf Grundlage der Initiative, Zuständigkeit und Verantwortung der allgemeinen Schule für die inklusive Beschulung. Die oben genannten Angebote richten sich prinzipiell an die Lehrerteams, gerne auch an die Schulbegleitungen, sofern dies sachdienlich erscheint. Die Kontaktaufnahme erfolgt immer im Benehmen mit der zuständigen Schulleitung.

Eltern werden über die gesetzlichen Grundlagen, Gelingensbedingungen und ihre Mitwirkungs- und Entscheidungsmöglichkeiten hinsichtlich der Schulbildung ihrer Kinder informiert. Die Landesfachberatung fällt jedoch keine Entscheidungen zu Schullaufbahnen etc. oder überprüft Arbeitsweisen einzelner Schulen. Eine Mitwirkung im Unterricht oder dauerhafte Begleitung von einzelnen Kindern oder Jugendlichen mit Autismus-Spektrum-Störungen ist vonseiten der Landesfachberatung ebenfalls leider nicht möglich.

In folgenden Angelegenheiten kann dieLandesfachberatung für die inklusive Beschulung von Schülerinnen und Schülern mit Autismus-Spektrum-Störungen behilflich sein:

  • Beantwortung spezieller Fachfragen
  • Beratung von Schülerinnen, Schülern, Eltern und Lehrkräften (z.B. auch Teilnahme an Klassenkonferenzen, Runden Tischen o. ä.)
  • Auskünfte zum Nachteilsausgleich im Besonderen bei zentralen Abschlussprüfungen
  • Vorbereitungskonferenzen von Klassenteams
  • Austausch mit der Schulaufsicht und dem Referat für Inklusion des Kultusministeriums
  • Fortbildungen zu ausgewählten Fragestellungen

Bei bedarf stehen Ihnen folgende Ansprechpersonen innerhalb der Landesfachberatung Autismus zur Verfügung:

Letizia-Jiska Kreiskott

Helen-Keller-Schule
Elsa-Brändström-Allee 11
65428 Rüsselsheim am Main
E-Mail: stv-sl2@HKS.ruesselsheim.schulverwaltung.hessen.de
Telefon: +49 6142 301-930

Jörg Dammann

Helen-Keller-Schule
Elsa-Brandström-Allee 11
65428 Rüsselsheim
E-Mail: schulleitung@HKS.ruesselsheim.schulverwaltung.hessen.de
Telefon: +49 6142 301-930

Angela Kerfante

Charles-Hallgarten-Schule
Am Bornheimer Hang 10
60386 Frankfurt
E-Mail: fachberatung.kerfante@yahoo.de
Telefon: +49 69 21277010

Sabine Wießner-Müller

Helmut-von-Bracken-Schule
Alter Steinbacher Weg 26
35394 Gießen
E-Mail: poststelle@helmut-von-bracken.giessen.schulverwaltung.hessen.de
Telefon: +49 641 3063043

Anke Pagel

Astrid-Lindgren-Schule
Hupfeldstr. 8
34121 Kassel
E-Mail: poststelle@lindgren.kassel.schulverwaltung.hessen.de
Telefon: +49 561 313855

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