Kinder stehen in einem Kreis zusammen.

Inklusiver Unterricht

Inklusion ist eine Entwicklungsaufgabe, die in die ständige Qualitätsentwicklung der inklusiv arbeitenden allgemeinen Schule eingebettet ist. Schulen mit einer inklusiven Schulkultur sind bestrebt, auch alle Schülerinnen und Schüler mit Behinderungen und Beeinträchtigungen bestmöglich zu fördern, sie bei der Entfaltung ihrer Persönlichkeit zu unterstützen und ihnen dadurch die aktive und gleichberechtigte Teilhabe an der Gesellschaft zu ermöglichen.

Schülerinnen und Schüler mit umfassenden Beeinträchtigungen oder Behinderungen erhalten an rund 1.200 allgemeinen Schulen in Hessen inklusive Bildungs-, Beratungs- und Unterstützungsangebote. Als allgemeine Schule werden alle allgemeinbildenden und beruflichen Schulen bezeichnet, die nicht gleichzeitig Förderschulen sind.

Gemeinsame Förderplanung

An inklusiv arbeitenden Schulen werden die Kinder und Jugendlichen von Lehrkräften der allgemeinen Schule und von sonderpädagogischen Lehrkräften unterrichtet. Eltern und außerschulische Partner werden in die gemeinsame Förderplanung einbezogen. Lehrkräfte der Beratungs- und Förderzentren (BFZ) unterstützen durch vorbeugende sonderpädagogische Maßnahmen.

Schülerinnen und Schüler mit Anspruch auf sonderpädagogische Förderung werden in den unterschiedlichen Förderschwerpunkten durch individuelle und bedarfsgerechte Angebote von multiprofessionellen Akteuren in Zusammenarbeit mit den Eltern gefördert, um einen Anschluss an den lernzielgleichen Unterricht zu erhalten.

Die Lehrkräfte und die Schulleitungen stehen den Eltern als kompetente Ansprechpartner zur Verfügung.

Projektbüro Inklusion

Das Projektbüro Inklusion wurde im Sommer 2010 im Hessischen Kultusministerium eingerichtet, um die Vorgaben der UN-Behindertenrechtskonvention im Bereich der schulischen Bildung umzusetzen.

Schwerpunkte der Arbeit des Projektbüros Inklusion beim Hessischen Kultusministerium sind die Unterstützung und die Begleitung der Entwicklung inklusiver Schul- und Netzwerkstrukturen. Insbesondere in Fragen der Schulentwicklungsplanung kooperiert das Projektbüro Inklusion mit Schulträgern und Schulen. Es werden Fragen um Standorte für inklusiven Unterricht, um Schulen mit besonderer Ausstattung für Schülerinnen und Schüler mit Behinderungen sowie Formen der Kooperation von Förderschulen und allgemeinen Schulen, beispielsweise in Kooperationsklassen, geklärt.

Weitere zentrale Aufgabenfelder des Projektbüros sind die fachliche Begleitung der Schulentwicklung (auf Basis der sogenannten „Checkliste Inklusion“ zur internen Evaluation bei der Entwicklung einer inklusiven Schule), die Weiterentwicklung von den Modellregionen Inklusive Bildung und der inklusiven Schulbündnisse (iSB). Darüber hinaus wirkt das Projektbüro als Multiplikator und gibt erfolgreiche Modelle inklusiven Unterrichts und gelungener Schulentwicklung weiter.

Das Projektbüro arbeitet intensiv mit den Fachbezogenen Beraterinnen und Beratern für sonderpädagogische Förderung und Inklusion in den 15 Staatlichen Schulämtern zusammen, so dass eine enge Verknüpfung zwischen der regionalen und landesweiten Weiterentwicklung inklusiver Strukturen besteht. Die Fachberaterinnen und Fachberater stehen den Schulen auf Anfrage als Ansprechpartner vor Ort zur Verfügung und unterstützen sie bei der Organisation und Umsetzung von inklusivem Unterricht, bei der Gestaltung inklusiver Schulentwicklung sowie der Beratung in Einzelfällen. Sie arbeiten eng mit den Dezernentinnen und Dezernenten für sonderpädagogische Förderung und den anderen Fachberaterinnen und Fachberatern des Schulamtes zusammen.

Inklusive Bildung

Zum weiteren Ausbau eines inklusiven Schulsystems wurden in Hessen landesweit inklusive Schulbündnisse (iSB) eingerichtet.

Zum Beginn des Schuljahres 2019/20 ist durch die Implementierung von 92 iSB flächendeckend eine inklusive Bildungslandschaft entstanden, in der alle Schulen mit dem Ziel kooperieren, gemeinsam vor Ort den besten Förderort für jedes einzelne Kind zu finden, das sonderpädagogischer Förderung bedarf.

Alle allgemeinen Schulen, beruflichen Schulen, und Förderschulen Hessens sind regional vernetzt und bilden inklusive Schulbündnisse (iSB). Die sonderpädagogischen Beratungs- und Förderzentren sind Teil der iSB.

Mindestens einmal jährlich tagt die jeweilige Bündniskonferenz des iSB. Hier legen Schulleiterinnen und Schulleiter unter der Leitung der Schulaufsichtsbehörde gemeinsam mit dem Schulträger die Standorte für den inklusiven Unterricht in den jeweiligen Förderschwerpunkten sowie die verbindlichen, regionalen Kriterien zur jährlichen Verteilung der Gesamtressourcen fest. Die regionalen Akteure treffen auf Grundlage ihrer Kenntnis der lokalen Gegebenheiten verbindliche Absprachen zu den Übergängen zwischen abgebender und aufnehmender Schule und gestalten die Schullandschaft mit weiteren Partnern wie der Jugendhilfe oder der Agentur für Arbeit. Den Schülerinnen und Schülern mit Beeinträchtigungen oder Behinderungen wird so eine durchgängige, inklusive Schulbiografie ermöglicht.

Da Inklusion als Teilhabe von Menschen mit Behinderungen an der Gesellschaft nicht mit dem Schulabschluss endet, wird auch der Übergang in die Berufs- und Ausbildungswelt durch die inklusiven Schulbündnisse begleitet.

In den iSB werden durch verbindliche Absprachen Rahmenbedingungen (u.a. multiprofessionelle Angebote) geschaffen, um Schülerinnen und Schülern mit Beeinträchtigungen oder Behinderungen durch hochwertige Bildungs-, Beratungs- und Unterstützungsangebote den bestmöglichen Abschluss zu ermöglichen.

Therapeutische Versorgung an Förderschulen und im inklusiven Unterricht

Seit 2004 besteht eine Vereinbarung zwischen dem Hessischen Kultusministerium, dem Hessischen Sozialministerium und den Verbänden der Krankenkassen in Hessen, die eine medizinisch-therapeutische Versorgung von Schülerinnen und Schülern mit Anspruch auf sonderpädagogische Förderung an Schulen langfristig und nachhaltig sichert. Damit wird der Förderort Schule zugleich als möglicher Behandlungsort unter Berücksichtigung festgelegter Voraussetzungen anerkannt.

Handlungsanleitungen, Formulare und Übersichten

Handlungsanleitungen für interdisziplinäre Leistungen, ein Formular zur Einverständniserklärung der Eltern, Übersichten über interdisziplinare Leistungen sowie Abrechnungsformulare sind auf den Internetseiten der Hessischen Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung e.V. zu finden.

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