Einstellung in den Schuldienst

Übersicht über die allgemeinen Einstellungschancen in den hessischen Schuldienst

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Lehrkräfte im Gespräch
© kupicoo - i-stock

Einstellungen in den hessischen Schuldienst werden im Rahmen der verfügbaren Stellen und Mittel, nach dem schulischen Fachbedarf sowie nach Befähigung, fachlicher Leistung und Eignung der Bewerberinnen und Bewerber vorgenommen. Der größere Anteil der Stellen wird über das landesweite Ranglistenverfahren vergeben, ein kleinerer Anteil über schulbezogene Stellenausschreibungen.

Die persönlichen Einstellungschancen steigen,

  • je besser die eigenen Prüfungsnoten sind,
  • je geringer die Konkurrenz von Mitbewerberinnen und Mitbewerbern ist,
  • mit zusätzlichen Fächern oder Lehrämtern,
  • je mehr Unterrichtserfahrung man sammelt (Vertretungsverträge),
  • je flexibler man bezüglich seines Arbeitsortes ist (Bewerbung hessenweit anstatt nur in einem Schulamtsbezirk),
  • je aktiver man die Bewerbungsmöglichkeiten nutzt (Ranglistenverfahren und schulbezogene Stellenausschreibungen),
  • mit gesuchten Zusatzqualifikationen und -interessen (besondere fachliche Kenntnisse und Qualifikationen, EDV, Fremdsprachen, Zusammenarbeit mit Vereinen, etc.).

Die Ausbildung zur Lehrkraft besteht aus Lehramtsstudium und pädagogischem Vorbereitungsdienst (Referendariat) mit jeweils abschließenden Prüfungen. Heutige Studienanfängerinnen und Studienanfänger benötigen für die komplette Ausbildung nach jetzigem Stand im Lehramt an Grundschulen, Hauptschulen und Realschulen mindestens sechs Jahre, im Lehramt an Förderschulen und Gymnasien mindestens sieben Jahre und im Lehramt an beruflichen Schulen mindestens acht Jahre.

Bei den nachfolgenden Aussagen zur aktuellen Situation und zu den zukünftigen Einstellungschancen für Studienanfänger ist zu beachten, dass alle Prognosen Unsicherheiten enthalten und dass insbesondere unerwartete gesellschaftliche Entwicklungen (beispielsweise Flüchtlingszuzüge) und politische Entscheidungen, die den Unterrichtsbedarf beeinflussen (beispielsweise Lehrerarbeitszeit, Inklusion, G8/G9, Klassengrößen) gegebenenfalls zu veränderten Bedarfen führen können.

Lehramt an Grundschulen (G)

  • Die Einstellungschancen unterliegen über die Jahre und Jahrzehnte hinweg starken Schwankungen und unterscheiden sich zudem regional. Aufgrund des zuletzt stark gesunkenen Angebots an ausgebildeten Grundschulkräften sind sie derzeit hoch, insbesondere im Rhein-Main-Gebiet und in den ländlichen Regionen Nord- und Südhessens.
  • Tendenziell am gesuchtesten sind die Fächer Musik, Evangelische/Katholische Religion, Sport, Kunst und Englisch.
  • Wünschenswert wäre ein höherer Anteil männlicher Lehrkräfte im Bereich Grundschule.
  • Ausblick für Studienanfängerinnen und Studienanfänger: Es werden weiterhin gute bis sehr gute Einstellungschancen für das Grundschullehramt bestehen.

Lehramt an Haupt- und Realschulen (HR)

  • Derzeit bewegen sich die Einstellungschancen auf gutem Niveau; sehr gut sind sie in den Fächern Physik, Chemie, Kunst und Musik (diese sind auch für den Quereinstieg ins Referendariat geöffnet).
  • Ausblick für Studienanfängerinnen und Studienanfänger: Je nach Fach bleiben die Einstellungschancen voraussichtlich auf gutem Niveau.

Lehramt an Gymnasien (GYM)

  • Insgesamt entscheiden sich zu viele Lehramtsstudierende für das Gymnasiallehramt; zwischen den einzelnen Fächern bestehen allerdings beträchtliche Unterschiede.
  • Derzeit steigt der Bedarf an Gymnasiallehrkräften aufgrund der demografischen Entwicklung und bis 2023 zudem durch die Rückkehr von G8 zu G9. Bei gleichzeitig hohen Bewerbungszahlen ergeben sich im Durchschnitt mäßige Einstellungschancen. Deutlich über dem Durchschnitt liegen die Chancen mit den Fächern Kunst, Physik (bei ableitbarem Zweitfach ist in beiden Fächern unter Umständen ein Quereinstieg ins Referendariat möglich), Musik und Informatik. Deutlich unter dem Durchschnitt liegen die Chancen mit den Fächern Russisch, Italienisch, Deutsch und Geschichte.
  • Gymnasiallehrkräfte sind – in der Funktion von Studienrätinnen und Studienräten (höherer Dienst) – in einer Vielzahl von Schulformen einsetzbar, beispielsweise auch an Gesamtschulen und beruflichen Gymnasien. Je größer in diesem Punkt die persönliche Flexibilität ist, umso höher sind die Einstellungschancen.
  • Lehrkräfte mit Gymnasiallehramt können auch ihre Bereitschaft erklären, in Mangelbereichen eine Einstellung im Lehramt an Haupt- und Realschulen anzunehmen (gehobener Dienst). Wird eine solche Stelle angetreten, kann parallel eine Bewerbung als Gymnasiallehrkraft aufrechterhalten werden.
  • Ausblick für Studienanfängerinnen und Studienanfänger: Nach einem vorübergehenden erhöhten Bedarf an Gymnasiallehrkräften werden Personen, die heute ein Lehramtsstudium beginnen, nach dem Abschluss ihrer Ausbildung voraussichtlich wieder im Durchschnitt mäßige Einstellungschancen vorfinden, die stark von der Fächerwahl und der persönlichen Flexibilität (Schulform, Schulort) abhängen. Eine Alternative ist das Lehramt an beruflichen Schulen, Förderschulen oder Grundschulen.

Lehramt an beruflichen Schulen (BS)

  • Insgesamt entscheiden sich zu wenige Lehramtsstudierend für das Lehramt an beruflichen Schulen.
  • Die Einstellungschancen unterscheiden sich allerdings je nach beruflicher Fachrichtung; besonders gute Einstellungschancen bestehen in den Fachrichtungen Elektrotechnik, Metalltechnik, Informatik, Chemie-, Physik- und Biologietechnik (CHPB) sowie Sozialpädagogik; bei den allgemeinbildenden Fächern sind vorrangig die Fächer Ethik, evangelische und katholische Religion, Physik, Mathematik gesucht. Einige Fachrichtungen, wie zum Beispiel Elektrotechnik und Metalltechnik, sind zudem für den Quereinstieg ins Referendariat geöffnet; dies gilt auch für solche Fachrichtungen wie Gesundheit, für die kein spezielles Lehramtsstudium existiert.
  • In der Fachrichtung Wirtschaft und Verwaltung sind die Einstellungschancen wegen einer hohen Konkurrenz von Mitbewerberinnen und Mitbewerbern eher befriedigend.
  • Ausblick für Studienanfänger: Je nach Fachrichtung bestehen voraussichtlich weiterhin befriedigende bis sehr gute Einstellungschancen.

Lehramt an Förderschulen (FS)

  • In Hessen werden in Absprache mit den anderen Bundesländern nur die Förderschwerpunkte Lernen, geistige Entwicklung, emotionale und soziale Entwicklung und Sprachheilförderung ausgebildet; in den Fachrichtungen körperliche und motorische Entwicklung, Hören sowie Sehen ist Hessen auf Absolventinnen und Absolventen aus anderen Bundesländern angewiesen.
  • Bereits seit längerer Zeit entscheiden sich zu wenige Lehramtsstudierende für das Förderschullehramt.
  • Der Bedarf an Lehrkräften mit Förderschullehramt ist aufgrund einer Schwerpunktsetzung der Hessischen Landesregierung im Bereich Inklusion derzeit sehr hoch, das Lehrkräfteangebot reicht für diesen Bedarf bei weitem nicht aus. Daher bestehen aktuell hessenweit sehr gute Einstellungschancen in allen Förderschwerpunkten und ganz besonders in jenen, die in Hessen nicht ausgebildet werden.
  • Ausblick für Studienanfänger: Voraussichtlich bleiben die Einstellungschancen über einen längeren Zeitraum hinweg sehr gut.

Stand: August 2018

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