Qualifizierung von Lehrkräften

Projekt „Potenziale profilieren“

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Junge Lehrkräfte sitzen an einem Tisch und tauschen sich aus.
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Mit der Schulung von Beratungskompetenzen setzt das Projekt „Potenziale profilieren“ Impulse für die Schul- und Unterrichtsentwicklung. Die teilnehmenden Lehrkräfte lernen ein wissenschaftlich fundiertes Instrumentarium kennen.  Dieses hilft ihnen, die individuellen Stärken und Potenziale von Schülerinnen und Schülern besser zu verstehen und ihnen so zu begegnen, dass sie sich mit ihren Stärken und Potenzialen authentisch entfalten können. Unter Leitung von Herrn Dr. Renger, dem Leiter und Geschäftsführer des Deutschen Zentrums für Begabungsforschung und Begabungsförderung (DZBF), lernen die Lehrkräfte die Vorgehensweise zunächst am Beispiel ihrer eigenen Person kennen. Im weiteren Verlauf führen sie Übungsgespräche mit Schülerinnen und Schülern und erörtern Transfermöglichkeiten auch im Hinblick auf die Gestaltung individualisierter Lehr-Lernsettings. Zusätzliche Vernetzungsangebote runden das Projekt ab.

Welche Ziele werden mit „Potenziale profilieren“ verfolgt?

Folgende Ziele werden mit dem Projekt verfolgt:

  • Die teilnehmenden Lehrkräfte als Beratungslehrkräfte im Bereich der schulischen Begabungs- und Begabtenförderung zu qualifizieren, sodass sie in der Lage sind, ein anspruchsvolles psychologisch-diagnostisches Instrumentarium einzusetzen, um individuelle Lernprozesse potenzialorientiert zu begleiten und passende Lern- und Unterstützungsangebote zu beraten. Eine darüber hinausgehende psychologisch-beraterische Qualifizierung ist nicht Ziel von „Potenziale profilieren“.

  • Die Kompetenzentwicklung der Teilnehmenden in einer begleitenden wissenschaftlichen Studie nachzuzeichnen und auf dieser Basis den Teilnehmenden individuelles Feedback geben. Darüber hinaus werden aus den zusammengefassten und anonymisierten Daten generelle Empfehlungen für eine differenzierende Beratung abgeleitet.

  • Die Lehrkräfte befähigen, sich am Aufbau der schulinternen sowie dauerhafter und regional vernetzter Beratungsangebote und ggf. auch an der Entwicklung diagnosebasierter individueller Lernangebote zu beteiligen.

  • Die Teilnehmenden durch begleitende Informations- und Vernetzungsangebote durch das Kultusministerium zu unterstützen.

  • Die Projektergebnisse zu nutzen, um einen Materialpool mit praxisorientierten Konzepten und Instrumenten zur landesweiten Nutzung vorzubereiten.

Welche Inhalte stehen im Mittelpunkt?

Wesentliche Inhalte der Qualifizierung sind psychologische Grundlagen der Begabungs- und Begabtenförderung, die Persönlichkeitstheorie von Prof. Dr. Julius Kuhl, die daran anschließende Potenzialdiagnostik TOP (Trainingsgestützte Osnabrücker Potenzialdiagnostik), die Gestaltung von Beratungsgesprächen u. a. nach Prinzipien der lösungsorientierten Gesprächsführung sowie das Kennenlernen von Praxiskonzepten für die Anwendung in Schule, Unterricht und mentorieller Begleitung.

An wen richtet sich „Potenziale profilieren“?

Das Projekt bietet Plätze für jeweils zwei Lehrkräfte der hessischen LemaS-Schulen sowie der Schulen aus der Kooperation Hessens mit den Ländern Bayern und Sachsen, die keine LemaS-Schule sind. Voraussetzung für die Teilnahme ist die Teilnahme der Schule an „Karg Campus Hessen“.

Wie ist der Ablauf organisiert?

Die etwa einjährige Fortbildung findet nach Gruppen gestaffelt zwischen 2020 und 2023 statt. In festen Lerngruppen mit jeweils maximal acht Teilnehmenden treffen sich die Lehrkräfte mit Herrn Dr. Renger außerhalb ihres schulischen Umfelds zu insgesamt acht zweitägigen Präsenzmodulen. Sie erhalten nach erfolgreichem Abschluss vom DZBF ein Zertifikat als „Begabungspsychologische Lernbegleiterin (BPLB)“ bzw. als „Begabungspsychologischer Lernbegleiter (BPLB)“. Teilnehmende, die mit supervidierten Übungsgesprächen eine erfolgreiche selbständige Anwendung der TOP-Diagnostik nachweisen und zum Abschluss ihrer Qualifizierung eine schriftliche Praxisreflexion anfertigen, werden vom DZBF und von Herrn Prof. Dr. Julius Kuhl in der BPLB-Benennung und als selbständige Anwenderinnen und Anwender der TOP-Diagnostik im schulischen Kontext lizenziert.

Wer sind die Akteure?

Für „Potenziale profilieren“ arbeitet das Kultusministerium mit dem Deutschen Zentrum für Begabungsforschung und Begabungsförderung (DZBF) zusammen.

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