Angebote für behinderte Schüler

Förderung von Schülerinnen und Schülern mit Behinderungen

Schülerinnen und Schüler mit Behinderungen, d.h. Einschränkungen der geistigen und körperlich-motorischen Entwicklung, Seh- und Hörschäden oder langfristigen Erkrankungen, können ihren jeweiligen Bedürfnissen und Voraussetzungen entsprechend entweder inklusiv an der allgemeinen Schule, an einer Förderschule oder an einer Abteilung mit dem jeweiligen Förderschwerpunkt unterrichtet werden.

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Zwei Mädchen mit Down-Syndrom im Sportunterricht.
© istock/ kali9

Förderschwerpunkt geistige Entwicklung

 

Im Rahmen des Förderschwerpunkts geistige Entwicklung werden Schülerinnen und Schüler mit einer umfassenden, schweren und lang andauernden Lernbeeinträchtigung unterrichtet. Beeinträchtigungen können in den Bereichen des Sozial-Emotionalen, des Kognitiven, des Kommunikativen, der Sinne und des Motorischen auftreten. Daher können die Schülerinnen und Schüler auf zusätzliche Seh- und Hörhilfen, Kommunikationshilfen, medizinisch-therapeutische Unterstützung sowie Gesundheits- und Förderpflege angewiesen sein. Das Ziel von Unterricht und Erziehung ist die aktive kulturelle und gesellschaftliche Teilhabe der betroffenen Kinder und Jugendlichen. Sie sollen selbstbestimmt soziale Bezüge mitgestalten, ein selbstständiges Leben führen und zur eigenen Existenzsicherung beitragen.

 

Förderschwerpunkt körperliche und motorische Entwicklung (kmE)

 

Im Förderschwerpunkt körperliche und motorische Entwicklung stehen Schülerinnen und Schüler im Mittelpunkt, die aufgrund einer Schädigung des Stütz- und Bewegungssystems, einer organischen Schädigung oder einer chronischen Krankheit so beeinträchtigt sind, dass sie nur mit umfänglicher sonderpädagogischer Unterstützung dem individuell möglichen Bildungsgang folgen können. Je nach Beeinträchtigung können sie gleichzeitig Ansprüche in anderen Förderschwerpunkten haben. Im Förderschwerpunkt körperliche und motorische Entwicklung unterrichtete Kinder und Jugendliche streben je nach Schulort den Schulabschluss der jeweiligen Schulform an.

 

Förderschwerpunkt Sehen

 

Schülerinnen und Schüler, die blind sind oder deren Sehvermögen auf ein Drittel bis ein Zwanzigstel der Norm reduziert ist und die daher besondere Hilfe bzw. Ausstattung benötigen, werden im Rahmen des Förderschwerpunkts Sehen unterrichtet. Es wird unterschieden zwischen den Schülerinnen und Schülern mit Anspruch auf sonderpädagogische Förderung im Bereich Blinde und im Bereich Sehbehinderte. Die betroffenen Kinder und Jugendlichen werden in der Regel zielgleich unterrichtet und erhalten Abschlüsse der allgemeinen Schulen. Ein Schwerpunkt des Unterrichts blinder Schülerinnen und Schüler liegt zudem in der Förderung der kompensatorischen Funktion der unbeeinträchtigten Sinne, der Förderung lebenspraktischer Fertigkeiten sowie der Orientierung und Mobilität. Bei Schülerinnen und Schülern mit Sehbehinderung wird das vorhandene Sehvermögen gefördert.

 

Förderschwerpunkt Hören

 

Im Förderschwerpunkt Hören werden Kinder und Jugendliche unterrichtet, die gehörlos, schwerhörig oder taub sind oder unter auditiven Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörungen leiden. Der Förderschwerpunkt schließt aber auch Schülerinnen und Schüler mit weiteren Handicaps wie z. B. kognitiven, psychischen und körperlichen Einschränkungen oder einer Hör-Seh-Beeinträchtigung ein. Je nachdem, wie stark die Hörschädigung ausgeprägt ist, kann die Hörleistung technisch mit Hörgeräten oder Cochlear Implantaten (CI) verbessert werden, zudem werden Lautsprachunterstützende Gebärden (LUG) oder die Deutsche Gebärdensprache (DGS) genutzt. Betroffene Schülerinnen und Schüler werden in der Regel zielgleich unterrichtet und erhalten Abschlüsse der allgemeinen Schulen. Werden sie gleichzeitig in einem weiteren lernzieldifferenten Förderschwerpunkt unterrichtet, so streben sie den berufsorientierten Abschluss (im Förderschwerpunkt Lernen) bzw. den Abschluss der Schule mit Förderschwerpunkt geistige Entwicklung an.

Kranke Schülerinnen und Schüler

 

Schülerinnen und Schüler, die längerfristig in einer Klinik oder an einer ähnlichen stationären Einrichtung aufgenommen und daher am Besuch ihrer allgemeinen Schule gehindert sind, besuchen die Schule für Kranke oder erhalten häuslichen Sonderunterricht. Der Unterricht findet in kleinen Lerngruppen, aber auch einzeln statt und orientiert sich an den Lehrplänen der entsprechenden Schulform, unter Berücksichtigung der Belastbarkeit und des Gesundheitszustandes der betroffenen Kinder und Jugendlichen. Das Ziel des Unterrichts besteht darin, erkrankte Schülerinnen und Schüler individuell so zu fördern, dass sie nach längerem krankheitsbedingten Fehlen dem Unterricht in ihrer Herkunftsschule wieder folgen können und den Anschluss finden.