Sonderpädagogische Förderung

Unterstützte Kommunikation

Alle Schülerinnen und Schüler, die aufgrund einer Beeinträchtigung schwer verständlich, kaum oder gar nicht sprechen, können mit Hilfsmitteln und Methoden der Unterstützten Kommunikation gefördert werden.

Mit individuell angepassten Hilfsmitteln und Methoden der unterstützten Kommunikation soll die aktive Teilhabe, die Mitsprache im Unterricht sowie das Verstehen und Verstanden-Werden der Schülerinnen und Schüler im Alltag erleichtert werden. Unterstützte Kommunikation verhindert keinesfalls die Verbalsprache, sie erweitert vorhandene Fähigkeiten. Sowohl technische Hilfsmittel wie Sprachausgabegeräte, Schalter und eine Umfeldsteuerung als auch nicht-technische Hilfsmittel wie Piktogramme, Gebärden oder die Blickbewegung können die Kommunikation unterstützen und zu einem gelingenden Dialog beitragen. Jede betroffene Schülerin und jeder betroffene Schüler kann je nach individuellen Fähigkeiten geeignete Möglichkeiten der Kommunikation entwickeln und umsetzen, es müssen keine Mindestvoraussetzungen vorliegen.

Der Einsatz der unterschiedlichen Hilfsmittel der Unterstützten Kommunikation sollte nach einer fundierten Diagnostik erfolgen, die sowohl von Therapeuten, als auch von Förderlehrkräften in Zusammenarbeit mit den Eltern durchgeführt werden kann. Nach einer ärztlichen Verordnung und einer entsprechend fachlich begründeten Stellungnahme bewilligen die Krankenkassen in der Regel die dazu benötigten persönlichen Hilfsmittel, wie z. B. Sprachausgabegeräte, Softwareprogramme, Halterungen oder Steuergeräte.

Diese Hilfsmittel können beispielsweise in folgenden Situationen eingesetzt werden:

  • Schülerinnen und Schüler entscheiden per transparenter Blicktafel mit Piktogrammen über die nächste Aktivität oder die Person, die sie sich als Partner oder Partnerin für eine Aufgabe wünschen.
  • Schülerinnen und Schüler diktieren per Sprachtaster einen Text für die Klasse oder die nächste Zahl, die es zu multiplizieren gilt. Mit dem Sprachtaster können sie aber auch vom Wochenende berichten.
  • Schülerinnen und Schüler benutzen eine thematische Zeigetafel, um eine Antwort zu einer Sachfrage geben zu können.
  • Schülerinnen und Schüler setzen einen Kommunikationsordner mit einem systematisch aufgebauten Vokabular in vielfältigen Situationen des schulischen Alltags ein, beispielsweise zu den Themen Unterricht, Pause oder Klassenfahrten. Diese Ordner können von einfach bis komplex aufgebaut werden.
  • Schülerinnen und Schüler setzen Tablets im Unterricht ein, um sich mit Aufforderungen („Ich auch!“), Kommentaren („Ich weiß es!“), Wünschen („Kann bitte jemand zu mir kommen?“) oder komplexen inhaltlichen Beiträgen zu Wort zu melden.
  • Schülerinnen und Schüler nutzen technische Sprachausgabegeräte mit mehr oder weniger großem Vokabular, um sich verständlich zu machen. Sprachausgabegeräte können je nach Modell mit den Händen, Füßen, dem Kopf oder den Augen angesteuert werden.

Unterstützte Kommunikation sollte als Teil des inklusiven oder des Förderunterrichts sowohl im Klassenverband, als auch in Kleingruppen oder Einzelsituationen gelehrt und eingesetzt werden. Häufig werden Schülerinnen und Schüler mit einem Bedarf an Unterstützter Kommunikation von von Teilhabeassistentinnen und Teilhabeassistenten begleitet, die in den Prozess der Umsetzung von Unterstützter Kommunikation mit einbezogen werden müssen.

Weitere Informationen sowie Beratungs-und Fortbildungsangebote zu diesem Thema bietet das Landesnetzwerk Unterstützte Kommunikation:

Landesnetzwerk Unterstützte Kommunikation

Leitung

Frau Dr. Angelika Rothmayr
Heinrich-Hoffmann-Schule
Marienburgstr. 4
60528 Frankfurt
Telefon: +49 69 212 46339
E-Mail: Angelika.Rothmayr@kultus.hessen.de