Hochbegabtenförderung

Gütesiegel Hochbegabung und Beratungsstelle BRAIN

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Hochbegabung
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Etwa zwei Prozent der Schülerinnen und Schüler jedes Schuljahrgangs haben einen Intelligenzquotienten (IQ) von über 130 und gelten damit als hochbegabt. Weil sich Hochbegabung jedoch nicht immer automatisch von alleine durchsetzt, benötigen diese Schülerinnen und Schüler besondere Förderung. Hessen verfügt seit vielen Jahren über eine beispielhafte schulische Hochbegabtenförderung.

Bei der begabungsdiagnostische Beratungsstelle BRAIN an der Philipps-Universität in Marburg bieten speziell ausgebildete Psychologinnen und Psychologen telefonische und persönliche Beratungsgespräche sowie psychologische Testdiagnostik an. Daneben stehen den Eltern in allen 15 Staatlichen Schulämtern eigens geschulte schulpsychologische Ansprechpartnerinnen und -partner für Fragen und für Beratung im Zusammenhang mit Hochbegabung zur Verfügung.

Gütesiegel Hochbegabung

Derzeit arbeiten 181 Schulen (66 Grundschulen, vier Förderschulen, eine Haupt- und Realschule, 45 Gesamtschulen, drei Berufliche Schulen und 62 Gymnasien - Stand: Schuljahr 2016/2017) im „Gütesiegel-Hochbegabung-Programm“ des Hessischen Kultusministeriums mit. Die Grundschulen, Gesamtschulen und Gymnasien bieten standortbezogene Förderprojekte für intellektuell hochbegabte Schülerinnen und Schüler an und unterziehen ihre Fördermaßnahmen einer regelmäßigen Evaluation. Voraussetzung für die Verleihung des Gütesiegels sind außerdem die Verankerung des Förderkonzepts im Schulprogramm, sachgemäße Beratung der Eltern, Bereitschaft zur Identifizierung von Hochbegabung im Bedarfsfall, eine Zusammenarbeit mit kompetenten außerschulischen Partnern sowie regelmäßige Lehrerfortbildung. In Hessen wurde so ein flächendeckendes Netz von schulischen Angeboten geschaffen, das es erlaubt, für jedes hochbegabte Kind möglichst wohnortnahe Fördermöglichkeiten zu finden. Zudem haben sich die Schulen im „Gütesiegel-Hochbegabung-Programm“, die Staatlichen Schulämter, die Studienseminare und außerschulische Institutionen im Bereich der Hochbegabung zu regionalen Netzwerken zusammengeschlossen, die eine erfolgreiche Kooperation und eine gegenseitige Unterstützung ermöglichen.

Darüber hinaus gibt es ein landesweites Unterstützungsangebot für hochbegabte „Problemkinder“ („Minderleister“ bzw. „Underachiever“), bei dem Schulen mit den schulpsychologischen Experten der Staatlichen Schulämter sowie Sonderpädagoginnen und -pädagogen aus ausgewählten sonderpädagogischen Beratungs- und Förderzentren (BFZ) zusammenarbeiten. Sie erstellen individuelle Förderpläne und helfen bei der Behebung von Verhaltensproblemen.

Um den besonderen Anforderungen gerecht zu werden, welche die Hochbegabtenförderung an die Qualifikation der Lehrerinnen und Lehrer stellt, wurde das Thema fest in der Lehrerausbildung verankert. Vielfältige Fortbildungsveranstaltungen vervollständigen alljährlich das Angebot.

Marburger Hochbegabtenprojekt

Das hessische Programm zur Hochbegabtenförderung beruht auf den Forschungsergebnissen des „Marburger Hochbegabtenprojekts“ unter Leitung von Professor Detlef H. Rost, einer seit dem Jahr 1987 laufenden groß angelegten erfahrungswissenschaftlichen Längsschnittstudie zu den Lebensumweltbedingungen von Hochbegabung und Hochleistung.

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