Umgang mit Gewalt an Schulen

Gewaltprävention

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Jugendliche stehen im Kreis und halten Hände übereinander
© iStock/Paolo Cipriani

Gewalt an Schulen hat vielfältige Ursachen und kann viele Gesichter haben: von verbalen Auseinandersetzungen im Klassenzimmer über die Prügelei auf dem Schulhof bis hin zum Mobbing - auch in sozialen Netzwerken. Auch wenn die Intervention im Ernstfall notwendig ist, liegt der Fokus auf einer nachhaltigen Präventionsarbeit. Das stellt Schulen vor große Herausforderungen, für die sie Unterstützung brauchen, um eigenständig ein für sie passendes Präventionskonzept zu entwickeln. Erfolgreiche Präventionsarbeit ist hierbei immer auch Ausdruck einer Haltung, die zu einer nachhaltigen Verbesserung des Schulklimas sowie zu einem besseren Miteinander aller an Schule Beteiligten führt. Gewaltpräventionsprogramme setzen daher früh an und haben unter anderem die Stärkung der Persönlichkeit von Schülerinnen und Schülern, die Verbesserung der Selbstreflexion sowie den Ausbau von Konfliktfähigkeit zum Ziel.

Gewaltprävention und Demokratielernen (GuD)

In enger Kooperation mit dem Netzwerk gegen Gewalt, PiT und buddY werden auch die Angebote des Projekts „Gewaltprävention und Demokratielernen" (GuD) umgesetzt. Durch unterschiedliche Beratungs- und Unterstützungsangebote erhalten Schulen auf Anfrage Anregungen, wie schon vorhandene Ansätze in dem Themenfeld „Gewaltprävention und Demokratielernen“ in den schulischen Alltag integriert werden können, um ihre Unterrichts- und Schulkultur weiterzuentwickeln – zum Beispiel mit Hilfe des Klassenrats. Daneben organisiert GuD jährlich einen hessischen Demokratietag, zu dem Lehrerinnen und Lehrer mit ihren Schulklassen eingeladen sind.

Netzwerk gegen Gewalt

Das „Netzwerk gegen Gewalt“ ist eine Initiative der Hessischen Landesregierung zur Gewaltprävention. Hauptzielgruppe sind Kinder, Jugendliche und Heranwachsende. Das Netzwerk soll dazu beitragen, die vielfältigen erfolgreichen Präventionsaktivitäten in Hessen sowie deren Akteure zu fördern und zu vernetzen. Speziell für Schulen wird das landesweite Programm „Prävention im Team" (PiT) in Zusammenarbeit mit Polizei und Jugendhilfe angeboten.
Zum „Netzwerk gegen Gewalt"

Prävention im Team Hessen (PiT-Hessen)

PiT ist ein Programm zur Gewaltprävention im öffentlichen Raum: Es bezieht sich auf Situationen, in denen sich Täter und Opfer nicht kennen und stellt die Rolle des Opfers in den Mittelpunkt. Die PiT-Trainingsmaßnahmen richten sich insbesondere an Schülerinnen und Schüler der 7. Jahrgangstufe allgemeinbildender hessischer Schulen. Die Jugendlichen sollen lernen, Situationen, in denen es zu Gewalt kommen kann, rechtzeitig zu erkennen und sich deeskalierend zu verhalten. Dabei geht es um verschiedene Handlungsoptionen, bei denen die eigene Sicherheit nicht in Gefahr gerät.

buddY

Das buddY–Programm dient der Förderung und dem Erwerb sozialer Handlungskompetenzen auf der Grundlage der so genannten „Peergroup–Education": Unter dem Motto „Aufeinander achten. Füreinander da sein. Miteinander lernen.“ übernehmen ältere Schülerinnen und Schüler als „buddYs" (buddy: englisch für Kumpel) Patenschaften für jüngere Mitschülerinnen und Mitschüler, nachdem sie von den buddY-Coaches (Lehrkräften und pädagogische Fachkräften) entsprechend geschult wurden. Die buddYs helfen beim Lernen, setzen sich als Streitschlichter ein oder sind Ansprechpartner für Probleme. Das buddY-Programm wird in Hessen mittlerweile für Grundschulen und weiterführende Schulen angeboten.
Zu den Internetseiten des buddy-Programms

Trau Dich!

Seit Mai 2014 kooperieren das Hessische Kultusministerium und das Hessische Ministerium für Soziales und Integration mit der bundesweiten Initiative „Trau Dich!" des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Neben weiteren Bausteinen steht im Zentrum der Initiative das interaktive Theaterstück „Trau Dich!“ für Schülerinnen und Schüler der 3. bis 6. Jahrgangsstufe, das altersgemäß die Themen sexueller Missbrauch anspricht und mit einer entsprechenden Vor- und Nachbereitung durch die Lehrkräfte das Selbst- und Rechtsbewusstsein von Kindern stärkt.
Zu den Internetseiten der Initiative Trau Dich!

Cool and Safe (CaS)

Das Hessische Kultusministerium unterstützt das Online-Training „Cool and Safe“ (CaS) des Vereins „Schule machen ohne Gewalt“ (SMOG) e.V. CaS hilft, die Selbstbehauptungskompetenzen von sieben- bis zehnjährigen Kindern gegenüber Gleichaltrigen und Erwachsenen zu stärken. Darüber hinaus werden Handlungsstrategien zum Umgang mit Gefahrensituationen vermittelt. Im Training wird dem Schutz vor den Gefahren des Internets und vor sexueller Gewalt durch fremde und bekannte Personen ebenfalls ein besonderer Stellenwert eingeräumt.
Zum Online-Training „Cool and Safe“