Deutsche schulische Arbeit im Ausland

Auslandsschuldienst

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Lehrerin und Schülerin sitzen vor einem Globus.
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Eine tragende Säule der Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik sind die von der Bundesrepublik Deutschland weltweit geförderten Bildungseinrichtungen. Bund und Länder gestalten entsprechend dem Grundgesetz gemeinsam die Auswärtige Kultur- und Bildungspolitik im Bildungsbereich und arbeiten hierbei eng zusammen. Ziele der deutschen schulischen Arbeit im Ausland sind die Förderung der deutschen Sprache und Kultur, die Begegnung mit der Kultur und Gesellschaft des Gastlandes, die schulische Versorgung von Kindern deutscher Staatsangehöriger, die ihren Wohnsitz vorübergehend im Ausland haben, und die Stärkung des Studien- und Wissenschaftsstandortes Deutschland. Im Rahmen ihrer Zuständigkeit fördern Bund und Länder die deutsche schulische Arbeit im Ausland insbesondere durch die Bereitstellung, den Einsatz und die Qualifizierung der Lehrkräfte und der dafür notwendigen Haushaltsmittel.

Vermittlung in den Auslandschuldienst

Als hessische Lehrkraft haben Sie die Möglichkeit, sich auf dem Dienstweg bei der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA), einer Abteilung des Bundesverwaltungsamtes, für den Auslandsschuldienst zu bewerben. Die jeweils zuständigen Staatlichen Schulämter erstellen ein Dienstliches Gutachten, bestätigen die Richtigkeit der Angaben in Ihrem Bewerbungsbogen und entscheiden über den Zeitpunkt, ab dem Sie – in der Regel für vier Jahre – freigestellt werden können, falls Sie alle Voraussetzungen für eine Tätigkeit im Auslandsschuldienst erfüllen. Die vollständigen Unterlagen werden von den Staatlichen Schulämtern direkt an die ZfA weitergeleitet. Sie werden über die Freistellung informiert.

Über nähere Einzelheiten des Bewerbungsverfahrens und die dafür erforderlichen Zulassungsvoraussetzungen können Sie sich im „Beurlaubungserlass“ des Hessischen Kultusministeriums (veröffentlicht im Amtsblatt des Hessischen Kultusministeriums ABl. 6/08) und im „Beschluss der Kultusministerkonferenz zur Beurlaubung von Lehrkräften für den Auslandsschuldienst" (veröffentlicht im Amtsblatt des Hessischen Kultusministeriums ABl. 4/11) sowie auf den Internetseiten der ZfA informieren. Sie finden dort auch die Personalbögen zur Bewerbung zum Herunterladen. Für ausgeschriebene Funktionsstellen (Schulleitung und Fachberatung/Koordination) sind die in der Ausschreibung aufgeführten besonderen Anforderungen des Bewerbungsverfahrens zu beachten. So muss zum Beispiel das Hessische Kultusministerium in das Bewerbungsverfahren einbezogen werden. Diese Stellen werden auf den Internetseiten der ZfA und im Amtsblatt des Hessischen Kultusministeriums ausgeschrieben.

In der Regel beurlaubt das Land Hessen Lehrkräfte, die von der ZfA mit dem Status einer Auslandsdienstlehrkraft (ADLK) vermittelt werden. Im Ausnahmefall können jedoch auch verbeamtete Lehrkräfte als Bundesprogrammlehrkräfte (BPLK) vermittelt werden. Auch die Beurlaubung als Ortslehrkraft (OLK), auch Ortskraft (OK) genannt, ist unter gewissen Voraussetzungen möglich. Zum Status und zu den Aufgabenschwerpunkten dieser verschiedenen Lehrkräfte finden Sie weitere Informationen in der Verwaltungsvereinbarung zum Einsatz von Lehrkräften im deutschen Auslandsschulwesen (zwischen dem Bundesminister des Auswärtigen und den Kultusministern der Länder in der Bundesrepublik Deutschland, veröffentlicht auf den Internetseiten der Kultusministerkonferenz) und auf den Internetseiten der ZfA.

Das Vermittlungsangebot wird in der Regel dann ausgesprochen, wenn die Leiterin bzw. der Leiter einer Bildungseinrichtung im Ausland in der Bewerberkartei der ZfA Sie als geeignete Kandidatin bzw. geeigneten Kandidaten gefunden hat und Sie in einem anschließenden Auswahlgespräch überzeugen konnten.

Die Vermittlungschancen für Lehrkräfte mit der Lehrbefähigung für die Sekundarstufe II in den Fächern Deutsch, Englisch, Mathematik und Zweitfächern wie Naturwissenschaften und Informatik, Geschichte, Geographie oder Musik sind besonders hoch. Haupt- und Realschullehrkräfte sowie Grundschullehrerinnen und -lehrer stellen derzeit weniger als ein Fünftel der von Hessen vermittelten Lehrkräfte. Diese Lehrkräfte haben dann eine reale Vermittlungschance, wenn eine Lehrbefähigung für mindestens zwei Hauptfächer vorliegt. Lehrkräfte, die im beruflichen Bereich tätig sind, haben nur geringe Vermittlungschancen.

Vermittlung als Landesprogrammlehrkraft

Darüber hinaus haben Sie die Möglichkeit sich als Landesprogrammlehrkraft (LPLK) zu bewerben. Im Rahmen der Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik unterstützt die Bundesrepublik Deutschland seit 1989 durch den Einsatz deutscher Lehrkräfte die Einführung und Weiterentwicklung des Faches Deutsch als Fremdsprache (DaF) sowie in geringerem Umfang auch des deutschsprachigen Sachfachunterrichts an staatlichen Schulen und Bildungseinrichtungen in Mittel-, Ost- und Südosteuropa (MOE), in den Baltischen Staaten, in weiteren Staaten auf dem Gebiet der ehemaligen Sowjetunion (GUS) und der Mongolei. In China, in der Türkei und in Vietnam werden deutsche Lehrkräfte für den DaF-Unterricht eingesetzt. Größte Verwendungsmöglichkeiten an Schulen der Gastländer bestehen für Lehrkräfte mit gymnasialem (oder vergleichbarem) Lehramt und der Lehrbefähigung in Deutsch, Deutsch als Fremd- oder Zweitsprache, einer modernen Fremdsprache und ggf. weiteren Fächern.

Die Länder beurlauben die für den Einsatz vorgesehenen Lehrerinnen und Lehrer als Landesprogrammlehrkräfte bei Wahrung ihrer Beamtenrechte unter Fortgewährung der Leistungen des Dienstherrn für die Dauer der Auslandstätigkeit. Die Lehrkräfte erhalten vom Schulträger gegebenenfalls ein ortsübliches Gehalt, die dort üblichen sozialen Leistungen sowie die anderen in den Abkommen mit den Empfangsstaaten vorgesehenen Vergünstigungen.

Die Bundesländer erarbeiten den jährlichen Einsatzplan unter Berücksichtigung der Bedarfsanforderungen der einzelnen Staaten in enger Abstimmung mit der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen. Initiativbewerbungen sind jederzeit möglich; es erfolgen aber auch gezielte Stellenausschreibungen im Amtsblatt des Hessischen Kultusministeriums.

Lehrerinnen und Lehrer, die als Landesprogrammlehrkraft eingesetzt werden möchten, richten ihre Bewerbungen in jedem Fall auf dem Dienstweg an das Hessische Kultusministerium, das auf Anfrage den dafür eigens vorgesehenen Personalbogen übersendet.

Das Hessische Kultusministerium entscheidet in Absprache mit der ZfA über die Vermittlung. Im Merkblatt über die Entsendung von Landesprogrammlehrkräften" (veröffentlicht im Amtsblatt des Hessischen Kultusministeriums ABl. 9/03) finden Sie weitere Hinweise zum Verfahren und zu den allgemeinen Richtlinien.

Beförderungen im Auslandsschuldienst

Das Hessische Kultusministerium stellt ein Kontingent an Beförderungsstellen für im Ausland tätige hessische Studienrätinnen und Studienräte zur Verfügung. Damit besteht auch während Ihres Einsatzes im Ausland die Möglichkeit, als Studienrätin bzw. Studienrat in ein Beförderungsverfahren einbezogen zu werden. Eine Ausschreibung erfolgt einmal jährlich - zum Beförderungstermin im April - im Amtsblatt des Hessischen Kultusministeriums. Nähere Informationen zu Beförderungsmöglichkeiten können Sie dem „Beförderungserlass“ des Hessischen Kultusministeriums entnehmen (veröffentlicht im Amtsblatt des Hessischen Kultusministeriums ABl. 8/13).

Vorbereitung der Rückkehr und Wiedereingliederung in den hessischen Schuldienst

Um Ihre erfolgreiche Rückkehr und Wiedereingliederung in den hessischen Schuldienst zu gewährleisten, ist es wichtig, dass Sie mit Ihrem Staatlichen Schulamt und den hessischen Schulen, die für Sie interessant sind, während Ihrer Beurlaubung Kontakt pflegen. Um Ihre im Ausland erworbenen Kompetenzen nach der Rückkehr in Ihr Bundesland einzubringen und Ihre eventuellen Karrierepläne zu verwirklichen, sollten Sie weiterhin in Hessen Präsenz zeigen und sich über Entwicklungen in der hessischen Schullandschaft sowie über die Qualifizierungsmaßnahmen der Führungsakademie, die auf die erfolgreiche Ausübung von Funktionsstellen vorbereiten, informieren.