Förderung

21 Jugendliche aus Hessen für Bildungsstipendium der START-Stiftung ausgewählt

Thema: 
Rund um das Schuljahr
18.09.2020Hessisches Kultusministerium

Mit einem dreijährigen Bildungs- und Engagementprogramm fördert die START-Stiftung herausragende Schülerinnen und Schüler mit Migrationserfahrung.

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Grundschulkinder in Gruppenarbeit
Grundschulkinder in Gruppenarbeit
© Fotolia/Syda Productions

Am Ende steht ein eigenes gemeinnütziges Projekt, das die Stipendiatinnen und Stipendiaten der START-Stiftung selbst geplant, entwickelt und umgesetzt haben. Bis es soweit ist, erwartet die insgesamt 183 Stipendiatinnen und Stipendiaten des neuen Jahrgangs ein intensives Bildungs- und Engagementprogramm. Workshops, Akademien, Ausflüge, erlebnispädagogische Angebote und ein digitaler Campus begleiten die Jugendlichen auf dem Weg zu ihrem Schulabschluss. Zusätzlich erhalten sie jährlich 1.000 Euro Bildungsgeld. Das Ziel des Stipendiums: Schülerinnen und Schüler mit Migrationserfahrung auf ihrem Weg zu stärken und zu ermutigen, sich für die Gesellschaft und Demokratie zu engagieren. Für die Betreuung der hessischen Stipendiatinnen und Stipendiaten sowie für regionale Programmangebote ist die am Kultusministerium angesiedelte START-Landeskoordination zuständig.

Das Wohin zählt mehr als das Woher

Voraussetzung für die Aufnahme in das Programm ist eine eigene Migrationserfahrung oder die eines Elternteils. Zudem müssen die Bewerberinnen und Bewerber mindestens 14 Jahre alt sein, die 8. Klasse beendet und noch drei Jahre Schule vor sich haben – Schulform und angestrebter Abschluss spielen bei der Bewerbung für das Stipendium keine Rolle. Neben diesen formalen Bedingungen ist vor allem der Wille entscheidend, etwas in der Gesellschaft zu bewegen. Dass sie diesen Willen besitzen, davon konnten die Jugendlichen die Jury in einem anspruchsvollen, zweistufigen Auswahlprozess überzeugen. Insgesamt hatten sich 1.061 Jugendliche auf das Stipendium beworben. In Hessen konnten sich dreizehn Mädchen und acht Jungen durchsetzen. Ihre familiären Wurzeln reichen von Marokko über China bis nach Kasachstan. Was sie eint, sind ihre Neugier, Beharrlichkeit und große Gestaltungslust.
„Ich erhoffe mir von START, dass ich mich mit vielen neuen Themen auseinandersetzen und so meinen Horizont erweitern kann”, erklärt die 17-jährige Parmida Fathehidaryanlou aus dem Iran, die seit 2018 in  Hessen lebt, zum Auftakt ihres Stipendiums. „Besonders freue ich mich darauf, andere junge Menschen kennenzulernen, die wie ich etwas bewegen wollen.”

Zusammenarbeit zwischen START-Stiftung und dem Hessischen Kultusministerium

Die Auswahl der Stipendiatinnen und Stipendiaten treffen die START-Stiftung und Vertreterinnen und Vertreter des Hessischen Kultusministeriums gemeinsam. Wegen der Corona-Pandemie konnten die Bewerbungsgespräche in diesem Jahr nur telefonisch stattfinden.
„Die Bereitschaft junger Menschen, sich in Schule und Gesellschaft zu engagieren, beeindruckt mich immer wieder aufs Neue”, betont Kultusminister Prof. Dr. R. Alexander Lorz in Wiesbaden. „Mit dem Förderprogramm geben wir wichtige Impulse für die Integration von Schülerinnen und Schülern mit Migrationserfahrung und unterstützen die Jugendlichen dabei, ihre Potenziale voll zu entfalten.” Die langjährige Kooperation mit der START-Stiftung habe sich zu einem echten Erfolgsmodell entwickelt. „Ich gratuliere allen Stipendiatinnen und Stipendiaten herzlich und freue mich schon darauf, mehr über ihr Engagement zu erfahren.” 

„Corona-Jahrgang” darf sich auf weiteres Stipendienjahr freuen

Mit den neuen Stipendiatinnen und Stipendiaten befinden sich bundesweit aktuell 495 Jugendliche in der Förderung. Weitere 165 dürfen sich auf die Verlängerung ihres Stipendiums freuen. „Corona hat die Jugendlichen schon in so vielerlei Hinsicht beeinträchtigt. Das Stipendium für den Abschlussjahrgang um ein Jahr zu verlängern, ist das wenigste, was wir tun können“, begründet Michael Okrob, Geschäftsführer der START-Stiftung, diese Entscheidung. Seit Beginn des START-Stipendiums im Jahr 2002 haben über 3.000 Jugendliche mit Migrationserfahrung am Programm teilgenommen. „Die Lebensläufe unserer Alumni zeigen, dass unser Programm wirkt: Auch nach Ende des Stipendiums übernehmen viele Verantwortung, setzen sich für die junge Generation ein und gestalten unsere Gesellschaft aktiv mit”, so Okrob. „Sie sind der beste Beweis dafür, dass Migrationserfahrung ein großer Schatz für unsere Demokratie ist.”

Kontakt für Pressevertreter

Pressesprecher: 
Michael Ashelm
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