Gedenktag

9. November: Kultusminister Lorz mahnt zur Wachsamkeit

08.11.2018Hessisches Kultusministerium

Kultusminister Prof. Dr. R. Alexander Lorz: „Gruppenbezogene Diffamierungen und die Ablehnung von Demokratie, Pluralismus und Rechtsstaatlichkeit haben an Hessens Schulen keinen Platz.“

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Schulklasse im Unterricht
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Der 9. November ist ein Schicksalstag der jüngeren Geschichte und verbindet mit der Ausrufung der Republik 1918, der Pogromnacht 1938 und dem Fall der Berliner Mauer 1989 traurige wie freudige Wegmarken deutscher Geschichte und Erinnerungskultur. Anlässlich des Gedenktags betonte Hessens Kultusminister Prof. Dr. R. Alexander Lorz: „Was uns am 9. November zusammenführt, betrifft den Kern des schulischen Bildungs- und Erziehungsauftrags. Die Achtung der Grundrechte und die Rücksichtnahme auf Empfindungen und Überzeugungen Andersdenkender sind unverrückbare Fundamente schulischer Bildung und tragen entscheidend zur Persönlichkeitsentwicklung von Kindern und Jugendlichen bei. Diese Errungenschaften sind gleichwohl nicht selbstverständlich und müssen jeden Tag aufs Neue gefestigt werden.“

Wertevermittlung und Demokratieerziehung im Unterricht 

Deshalb messe Hessen der Wertevermittlung und Demokratieerziehung im Unterricht einen hohen Stellenwert bei. Besonders im Umgang mit antisemitischen Äußerungen bestehe aber vermehrt Handlungsbedarf. Der jüngst veröffentlichte Antisemitismuserlass reagiere darauf und gebe Schulen Hilfestellungen im Umgang mit religiös motivierter Diffamierung, so Lorz. Einen weiteren Baustein bilde das Präventionsprojekt „Netzwerk-Lotsen“, das Lehrkräfte, Schulleitungen, Schulsozialarbeiter sowie Schulpsychologen in die Lage versetze, bei Anzeichen von Antisemitismus und Extremismus zeitnahe Unterstützung zu vermitteln. Der im Herbst berufene Antisemitismusbeauftragte fungiert darüber hinaus als unabhängiges Bindeglied zwischen den jüdischen Gemeinden in Hessen und der Landesregierung und entwirft Konzepte und Strategien, um Judenhass und Vorurteilen in der Gesellschaft entgegenzuwirken.

„Die wechselvolle Geschichte Deutschlands macht deutlich, dass wir den Feinden unserer freiheitlich demokratischen Grundordnung wirksam entgegentreten müssen. Dass Schulen in der Vergangenheit nicht nur Lernorte waren, sondern auch als Experimentierfeld ideologischer Vorstellungen missbraucht wurden, mahnt in Zeiten öffentlicher Diffamierungen unliebsamer Lehrkräfte dazu, stets wachsam zu bleiben und den Wert der Schule als gesellschaftlich neutrale Instanz und Bildungsstätte zu verteidigen“, hielt der Kultusminister abschließend fest.

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