Digitales Bildungsangebot

90 Prozent aller weiterführenden Schulen nutzen das Schulportal

Thema: 
Rund um das Schuljahr
24.11.2020Hessisches Kultusministerium

Kultusminister Lorz: „Der pädagogisch hochwertige digitale Unterricht hat in den vergangenen Monaten einen enormen Schub bekommen.“

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Junges Mädchen vor Computer
© Rido / Fotolia

„Die Corona-Pandemie ist für unsere Schulen unzweifelhaft die größte Herausforderung seit Jahrzehnten“, erklärte Kultusminister Prof. Dr. R. Alexander Lorz heute in Wiesbaden. „Sie bietet aber in Sachen Digitalisierung auch eine einmalige Chance, wie die zuletzt stark gestiegenen Anmeldezahlen auf unserer landesweiten hessischen Schulcloud, dem ‚Schulportal Hessen‘, belegen.“ Derzeit nutzen 534 der insgesamt 593 öffentlichen weiterführenden Schulen die digitale Lehr- und Lernplattform, dies entspricht 90 Prozent. „Diese sehr erfreulichen Nachrichten zeigen, dass diejenigen Schulen, die besonders auf eine moderne digitale Infrastruktur angewiesen sind, einen bemerkenswerten Sprung gemacht haben.“ In den vergangenen Monaten habe das Land den technischen Unterbau stark ausgeweitet, damit alle Schulen, die die Lehr- und Lernplattform nutzen wollten, dies ab sofort auch tun könnten. „Damit leisten wir insbesondere an weiterführenden Schulen einen wichtigen Beitrag zur Aufrechterhaltung des Unterrichts in der Corona-Pandemie“, betonte der Minister.

Umfangreiche Onlineplattform

Beim Schulportal handelt es sich um eine Onlineplattform zur Organisation des Schulalltags, zum Materialaustausch und zur Kommunikation. Es richtet sich sowohl an Lehrkräfte als auch an Schülerinnen und Schüler aller Jahrgangsstufen. „Lehrkräfte können binnendifferenziert Unterrichtsmaterialen und Hausaufgaben verteilen, Anwesenheitslisten und Leistungsübersichten in digitalen Kursheften erstellen, Elternsprechtage planen oder an Onlinefortbildungen des Landes teilnehmen“, so Lorz. Daneben bestehe für Schülerinnen und Schüler unter anderem die Möglichkeit, Lerninhalte von zuhause aus abzurufen, über eine Chatfunktion mit Klassenkameradinnen und Klassenkameraden und Lehrkräften zu kommunizieren und ihren Stunden- und Vertretungsplan sowie ihre Klausurtermine einzusehen. „Die zahlreichen Anwendungsfelder zeigen: Unser Schulportal ist nicht nur für das Lernen zuhause geeignet, sondern kann auch im Klassenraum sinnvoll zum Einsatz kommen.“ Über die Pandemiezeit hinaus werde es eine entscheidende Rolle für die Schul- und Unterrichtsorganisation spielen, ergänzte der Minister.

Umfangreicher Ausbau der Fortbildungsangebote für Lehrkräfte

Um der wachsenden Nachfrage gerecht zu werden, wurde die Anzahl der akkreditierten Fortbildungsveranstaltungen der Hessischen Lehrkräfteakademie im Bereich „Medienbildung & Digitalisierung“ gegenüber dem vergangenen Jahr nahezu verdoppelt. Während von März bis November 2019 etwa 1.000 Veranstaltungen zur Verfügung standen, waren es in diesem Jahr im gleichen Zeitraum bereits über 1.900, an denen mehrere tausend Lehrkräfte teilnahmen. Wegen der Corona-Pandemie wurde das Fortbildungsangebot durch die Lehrkräfteakademie, die Staatlichen Schulämter und die kommunalen Medienzentren in wenigen Wochen deutlich ausgebaut und weitgehend auf Online-Formate umgestellt. Im Zeitraum von März bis Ende Juli 2020 gab es insgesamt 700 Fortbildungen für Lehrkräfte in Hessen.

Im laufenden Schuljahr wurden seit August 340 Online-Fortbildungen mit rund 2.000 Lehrerinnen und Lehrern durchgeführt. Aktuell gibt es 50 Online-Angebote pro Woche, die über ein neues Modul des Schulportals buchbar sind. Dank der Verdopplung des für Fortbildungen vorgesehenen Schulbudgets haben Schulen zusätzlich die Möglichkeit, schulspezifische Qualifizierungen für Kollegien oder einzelne Lehrkräfte zum digital-gestützten Unterrichten zu finanzieren. „Die Zahlen zeigen eindrucksvoll, welche Anstrengungen zuletzt unternommen worden sind, und was wir künftig noch tun wollen. Schließlich tragen die Fortbildungen maßgeblich zu einem modernen Unterricht und zum Lernerfolg der Schülerinnen und Schüler bei“, betonte Lorz.

Vereinfachtes Antragsverfahren für den digital-gestützten Distanzunterricht

Erfreut zeigte sich der Minister, dass immer mehr Schulen ihr Interesse am digital-gestützten Distanzunterricht, dem neuen Format des Landes zur Ergänzung des Präsenzunterrichts, bekundeten. „Die Pandemie wird uns, auch wenn demnächst die ersten Impfungen möglich sein sollten, noch eine ganze Weile begleiten. Das Schulportal ist die ideale Plattform, um den digital-gestützten Distanzunterricht zu erproben und die Digitalisierung des Lehrens und Lernens weiter voranzubringen.“ Um Schulen die Teilnahme am neuen Unterrichtsformat zu erleichtern, habe das Land das Antragsverfahren deshalb noch einmal deutlich vereinfacht, so Lorz abschließend.

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