Kultusminister Prof. Dr. R. Alexander Lorz:

„Antisemitismus hat keinen Platz an hessischen Schulen!“

Thema: 
Rund um das Schuljahr
08.04.2018Hessisches Kultusministerium

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Lehrkräftefortbildung in der Gedenkstätte Yad Vashem
Lehrkräftefortbildung in der Gedenkstätte Yad Vashem
© HKM
  • Neuer Erlass fordert Schulen auf, wachsam zu sein und Vorfälle zu melden
  • Lehrkräftefortbildung in der Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem wird fortgesetzt

Angesichts der jüngsten Vorfälle an Berliner Schulen hat sich Hessens Kultusminister Prof. Dr. R. Alexander Lorz, Vize-Präsident der Kultusministerkonferenz, für eine unmissverständliche Haltung im Umgang mit Judenfeindlichkeit ausgesprochen: „Antisemitismus hat keinen Platz an hessischen Schulen! Deshalb wollen wir Schulleitungen und Lehrkräfte sowie die gesamten Schulgemeinden noch stärker für die Thematik sensibilisieren. Deutschland steht vor dem Hintergrund seiner Geschichte in einer besonderen Verantwortung für das heutige jüdische Leben hierzulande und in der Welt. Dieser müssen und wollen wir auf allen erdenklichen Wegen Rechnung tragen.“ Dazu werde es schon in Kürze einen Erlass des Ministeriums geben, der alle Schulen auffordert, wachsam und sensibel zu sein und etwaige Vorfälle zu melden. Im Bedarfsfall erfahren Schulen Unterstützung durch die Staatlichen Schulämter und das Hessische Kultusministerium.

Absichtserklärung zur Durchführung von Fortbildungen an der Gedenkstätte Yad Vashem

Der Kultusminister verwies in diesem Zusammenhang auf ein besonderes Fortbildungsprojekt für hessische Lehrkräfte: So hat erst vor zwei Wochen eine Delegation von 20 hessischen Lehrkräften aller Schulformen die Gedenkstätte Yad Vashem in Israel besucht. Anlass für die Studienreise ist eine Absichtserklärung zwischen dem Hessischen Kultusministerium und der Gedenkstätte, in deren Rahmen Fortbildungen an der Bildungseinrichtung der Gedenkstätte, der International School for Holocaust Studies, durchgeführt werden. Die Hessische Landeszentrale für politische Bildung sowie das Pädagogische Zentrum des Jüdischen Museums in Frankfurt waren in die Planungen einbezogen.

„Das Land Hessen möchte mit der Kooperation mit Yad Vashem einen wichtigen Beitrag leisten, dass in Anbetracht der immer weniger werdenden Zeitzeugen, die Erinnerung an den Holocaust in den Köpfen lebendig bleibt“, erklärte Kultusminister Lorz. Die hessischen Lehrkräfte können sich vor Ort über aktuelle Entwicklungen im Bereich der Erinnerungspädagogik informieren, an Workshops zur Vermittlung des jüdischen Lebens in Europa teilnehmen sowie methodisch-didaktische Methoden kennenlernen, um Schülerinnen und Schüler auf Besuche von NS-Gedenkstätten vorzubereiten. Eine gleichartige Fortbildung werde auch 2019 wieder für hessische Lehrkräfte angeboten.

Im Rahmen der Zusammenarbeit mit Yad Vashem und den Gedenkstätten in Hessen, beabsichtigt das Hessische Kultusministerium, Schulen darin zu unterstützen, den Holocaust sowie die deutsch-jüdische Geschichte altersgerecht zu unterrichten. „Dies bleibt vor dem Hintergrund einer wachsenden Zahl an Schülerinnen und Schülern mit Migrationsgeschichte eine wichtige Herausforderung an unseren Schulen“, so Lorz. Jungen Menschen solle darüber hinaus ein zeitgemäßes Bild des heutigen Israel vermittelt werden. Dabei gehe es auch darum, die Entwicklung des Landes Israels zu einem modernen, multikulturellen und demokratischen Land im Nahen Osten sowie die positive Rolle des jüdischen Lebens als Fundament europäischer und deutscher Kultur aufzuzeigen.

Zum Hintergrund:

Yad Vashem bewahrt als wichtigste israelische Gedenkstätte durch Gedenkzeremonien, Dokumentation, Forschung, Publikationen und Fortbildungen das Andenken an die sechs Millionen Juden, die in der Shoah ums Leben kamen. Das Hessische Kultusministerium hat in einer Absichtserklärung mit der Gedenkstätte die Zusammenarbeit im Bereich der Erinnerungspädagogik festgehalten. In diesem Rahmen finden Fortbildungen von Lehrkräften aus Hessen in der Gedenkstätte statt.

Zum Foto:

Lehrkräfte folgender hessischer Schulen nahmen an der Fortbildung in diesem Jahr teil (von links nach rechts):

  • Joseph Laudien (Hessisches Kultusministerium),          
  • Dorothea Reeh (August-Bebel-Gesamtschule Wetzlar);
  • Martina Storck (Ernst-Reuter-Schule Groß-Umstadt);
  • Silke Mottl (Jürgen-Schumann-Schule Schmitten);
  • Christine Horn (Gesamtschule Busecker Tal);
  • Ursula Kiel-Römer (Käthe-Kollwitz-Schule Wetzlar);
  • Sören Kielmann (Lessing-Gymnasium Lampertheim);
  • Marie Marson (Ernst-Göbel-Schule Höchst im Odenwald);
  • Liane Werner-Koepsell (Goethe Gymnasium Frankfurt);
  • Barbara Sonnenberger (Alfred-Wegener-Schule Kirchhain);
  • Sarah Schultheiss (Bundespräsident Theodor Heuss Schule Homberg);
  • Frank Häußler (Gerhart-Hauptmann-Schule Rüsselsheim);
  • Mathias Koepsell (Gymnasium Nied);
  • Carolin Huber (Montessori-Schule Hofheim);
  • Johannes Wilhelm (IGS Nordend Frankfurt);
  • Maria Müggenburg (Stadtteilschule Arheiligen);
  • Harald Höflein (Georg-Christoph-Lichtenberg Schule Ober-Ramstadt);
  • Bernhard Mieles (Lessing-Gymnasium Frankfurt);
  • Andreas Grenzer (Heinrich-von-Bibra-Schule Fulda)
  • Myriam Matalon (Internationale Schule Yad Vashem)

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Pressesprecher: 
Stefan Löwer
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