Beherzt investieren, das Wesentliche im Blick behalten

Bildungsetat steigt in 2021 auf 4,3 Milliarden Euro

Thema: 
Rund um das Schuljahr
09.12.2020Hessisches Kultusministerium

Hessen investiert im kommenden Jahr erneut eine Rekordsumme in sein Bildungssystem.

fotolia_56720726_standardlizenz_s_c_christian_schwier_-_fotolia.com_.jpg

Schülerinenn und Schüler lernen.
© Christian Schwier / Fotolia
  • 1.156 Stellen für schulpolitische Schwerpunkte
  • Verpflichtende Vorlaufkurse und Ausweitung des Deutschunterrichts
  • Ganztagsausbau schreitet kontinuierlich voran
  • Zehn Millionen Euro zur Entlastung der Schulleitungen
  • Corona-Sondervermögen schafft Verlässlichkeit für Schulen

„Mit guter Bildung legen wir seit jeher das Fundament für den Erfolg unseres Wirtschafts- und Forschungsstandorts“, erklärte Kultusminister Prof. Dr. R. Alexander Lorz heute anlässlich der Vorstellung des Bildungshaushalts für das Jahr 2021 im Hessischen Landtag. „Deshalb nimmt sie zu Recht einmal mehr eine herausgehobene Stellung in unserem Landesetat ein.“ Im kommenden Jahr investiere Hessen die Rekordsumme von 4,3 Milliarden Euro in das Bildungssystem und mache seine Schulen fit für die Zukunft des Lehrens und Lernens, so Lorz. „Ob bei der Lehrerversorgung, bei der Sprachförderung, beim Ganztagsausbau oder bei der Digitalisierung: Unsere Schulen profitieren auch im kommenden Jahr in erheblichem Maße von unseren Investitionen.“ Im Vergleich zum Vorjahr (4,195 Milliarden Euro) steigen die Investitionen um 106 Millionen Euro beziehungsweise 2,5 Prozent. Insgesamt werden den Schulen für die Umsetzung der schulpolitischen Schwerpunkte 1.156 Lehrerstellen zusätzlich zur Verfügung gestellt.

Hervorragende Lehrkräfteversorgung ist auch 2021 sichergestellt

Der fünfprozentige Aufschlag bei der Lehrerversorgung, den das Land den Schulen pauschal gewährt, hat sich zu einem Erfolgsmodell entwickelt, das auch 2021 fortgeführt wird. Aufgrund der steigenden Schülerzahlen erhalten die Schulen im kommenden Jahr gut 300 zusätzliche Lehrerstellen. „Im Vergleich zu anderen Ländern sind unsere Schulen in Sachen Unterrichtsversorgung sehr gut aufgestellt“, betonte der Minister. Dies liege daran, dass Hessen in Zeiten, in denen die Schülerzahlen rückläufig gewesen seien, weiterhin ausreichend Lehrkräfte eingestellt habe. Daneben intensiviere Hessen seine längerfristigen Anstrengungen zur Lehrkräftegewinnung durch die Bereitstellung von 100 zusätzlichen Stellen für Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst.

310 Stellen zur Stärkung der Bildungssprache Deutsch

Einen besonderen Schwerpunkt wolle das Land zudem bei der Stärkung der Bildungssprache Deutsch legen, so der Minister. Für die Einführung verpflichtender Vorlaufkurse und die Ausweitung des Deutschunterrichts in der Grundschule halte das Land deshalb 310 zusätzliche Lehrerstellen vor. „Das Erlernen der deutschen Sprache ist die Grundvoraussetzung für schulischen Erfolg. Die beiden Vorhaben reihen sich ein in unser etabliertes schulisches Gesamtsprachförderkonzept und tragen entscheidend zu mehr Chancengleichheit und Bildungsgerechtigkeit im Schulsystem bei.“ Für die verpflichtenden Vorlaufkurse sind 210 Stellen vorgesehen, für die Ausweitung des Deutschunterrichts in der Grundschule 100.

Ganztagsausbau schreitet mit hohem Stelleneinsatz kontinuierlich voran

Wie schon in den Jahren zuvor spielt auch die Ausweitung der Betreuungsangebote im Ganztag eine wesentliche Rolle im Bildungshaushalt. „Während es in den Verhandlungen mit dem Bund zur Ganztagsbetreuung noch immer etwas stockt, schaffen wir in Hessen mit dem kontinuierlichen Ausbau unserer Bildungs- und Betreuungsangebote seit Langem Tatsachen“, erklärte Lorz. Allein im Haushaltsjahr 2021 kämen 230 zusätzliche Stellen und sechs Millionen Euro in Sachmitteln hinzu. „Damit sind wir in der Ganztagsbetreuung für Grundschulkinder gut vorbereitet auf das, was in den Verhandlungen mit dem Bund noch kommt.“

Verwaltungsfachkräfte entlasten Schulleitungen in herausfordernden Zeiten

Die geplante Entlastung der Schulleitungen von Verwaltungstätigkeiten ist ebenfalls Bestandteil des Haushalts. „Die Leitung einer Schule ist an vielen Stellen mit der Leitung eines mittelständischen Unternehmens vergleichbar“, so Lorz. Die Corona-Pandemie habe noch einmal eindrücklich gezeigt, von welch herausragender Bedeutung Schulleitungen für die Organisation des Schulbetriebs seien. „Um Schulleitungen in ihrer täglichen Arbeit zu entlasten, stellen wir den Schulträgern über unser Programm ‚Starke Heimat Hessen‘ insgesamt zehn Millionen Euro zur Verfügung, mit denen Verwaltungsfachkräfte eingestellt werden können“, ergänzte der Minister. „Dadurch geben wir unseren Schulleitungen die Möglichkeit, sich wieder besser auf die für ihre Arbeit wesentlichen Aufgaben zu konzentrieren.“

Sondervermögen schafft Verlässlichkeit für Schulen

Das Sondervermögen zur Bekämpfung der Auswirkungen der Corona-Pandemie, das nicht zum eigentlichen Bildungshaushalt zählt, hält für Schulen ebenfalls wichtige Investitionsmaßnahmen bereit. „Mit dem Sondervermögen federn wir die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf unsere Schulen ab“, erläuterte der Minister. Allein für Schutzmaßnahmen in Schulen und Kindertageseinrichtungen stünden 75 Millionen Euro zur Verfügung. Zudem nehme das Land in 2021 bis zu 100 Millionen Euro in die Hand, um die Unterrichtsversorgung im Klassenzimmer sicherzustellen, ermögliche Lehrkräften mit Investitionskosten in Höhe von 3,5 Millionen Euro weiterhin die regelmäßige anlasslose Testung auf eine Infektion mit dem Coronavirus, investiere knapp vier Millionen Euro in den Ausbau der landeseigenen digitalen Lehr- und Lernplattform („Schulportal Hessen“), unterstütze Schulen mit zwei Millionen Euro bei der Abwicklung abgesagter Klassenfahrten und finanziere die Fortführung der Ferienangebote für Schülerinnen und Schüler mit Nachholbedarf mit knapp 2,5 Millionen Euro. „Corona wird den Schulbetrieb aller Voraussicht nach auch im kommenden Jahr prägen. Deshalb ist es entscheidend, unseren Schulen in diesen herausfordernden Zeiten zur Seite zu stehen und die notwendigen Investitionen zu tätigen, damit weiterhin so viel Normalität wie möglich herrschen kann. All diese Maßnahmen tragen dazu bei“, so Lorz abschließend.

Weitere Investitionsschwerpunkte im Jahr 2021

Zur Unterstützung der Lehrkräfte im Unterricht werden zum neuen Schuljahr weitere 70 Stellen für sozialpädagogische Fachkräfte (UBUS) geschaffen.
Der bundesweit einmalige Sozial- und Integrationsindex für Schulen, die in einem besonders schwierigen Umfeld arbeiten, wird um weitere 40 Stellen auf insgesamt 800 erhöht.
Für den sukzessiven Ausbau der inklusiven Beschulung werden 50 zusätzliche Stellen für Förderpädagogen bereitgestellt.
Für die Umwandlung von Schulen in pädagogisch-selbstständige Schulen stehen 15 weitere Lehrerstellen bereit.

Kontakt für Pressevertreter

Pressesprecher: 
Michael Ashelm
Schließen