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10. Hessischer Demokratietag

Demokratie braucht mehr als 140 Zeichen

16.11.2017Hessisches Kultusministerium

Digitale Herausforderungen Thema des 10. Hessischen Demokratietags

Hessens Kultusminister Prof. Dr. R. Alexander Lorz hat heute im Wiesbadener Landtag den 10. Hessischen Demokratietag eröffnet. In diesem Jahr steht die Veranstaltung unter dem Motto „Demokratie braucht mehr als 140 Zeichen“. Dabei nutzten die gut 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Möglichkeit, sowohl mit Landtagsabgeordneten als auch mit Vertreterinnen und Vertretern politischer Jugendorganisationen aktuelle Demokratiefragen zu diskutieren. „Ich danke den Organisatorinnen und Organisatoren des Demokratietags für ihren Einsatz. Veranstaltungen wie die heutige sind eine wichtige Bereicherung unseres politischen Gemeinwesens“, sagte Lorz. „Demokratie darf nicht auf plakative Forderungen und Aussagen in Kurznachrichtendiensten verkürzt werden. Im Mittelpunkt demokratischen Handelns steht das Argument, dessen Wirkung sich erst im Dialog entfaltet und so zu wirklichen Erkenntnisgewinnen führt. Deshalb ist auch eine anregende Debattenkultur im Schulunterricht von herausragender Bedeutung für die Entwicklung unserer Schülerinnen und Schüler.“

Der Hessische Demokratietag ist ein Gemeinschaftsprojekt zahlreicher beteiligter Akteure aus Politik und Zivilgesellschaft und findet jährlich an wechselnden Veranstaltungsorten in Hessen statt. Neben dem Kultusministerium sind die Deutsche Gesellschaft für Demokratiepädagogik, die Akademie für politische und soziale Bildung, die Serviceagentur „ganztägig Lernen“ Hessen, die Landesschülervertretung und der Verein Makista (Macht Kinder stark für Demokratie) an der Planung und Umsetzung beteiligt. Die Initiative hat sich der Aufgabe verschrieben, ideologischen Vereinfachungstendenzen entgegenzutreten und den Einfluss der Medien auf Debatten kritisch zu beleuchten. Langfristig strebt das Projekt an, Strategien zur Stärkung der Demokratie zu entwickeln.

Ein breit gefächertes Spektrum aktueller Diskussionsansätze

Die diesjährigen Podiumsdiskussionen und Workshops boten ein breit gefächertes Spektrum aktueller Diskussionsansätze rund um das Thema Demokratie. In ausgewählten Problemfeldern kamen die Schülerinnen und Schüler mit den Abgeordneten und Vertreterinnen und Vertretern der Jugendorganisationen ins Gespräch und gewannen wichtige Impulse und Anregungen. Im Fokus standen die Umsetzung demokratischer Inhalte im Unterricht sowie die lebendige Ausgestaltung der Rechte von Kindern und Jugendlichen im Schulalltag. Während es in einem Seminar um digitale Plattformen als Instrumente zur Verbreitung von Meinungen ging, behandelten andere Kurse die Themen Diskriminierung im Netz und Strategien im Umgang mit aufhetzenden Kommentaren. In den Diskussionen am Nachmittag warfen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer schließlich einen Blick auf die Frage, ob Demokratie auch verloren gehen könne und welche Maßnahmen man ergreifen müsse, um dem entgegenzuwirken und sie stattdessen weiterzuentwickeln.

„Demokratie ist das höchste Gut, das wir im politischen Raum haben. Nicht nur der heutige Tag hat allerdings gezeigt, dass sich unsere demokratische Ordnung im Wandel befindet und stetig neuen Herausforderungen ausgesetzt ist. Demokratie ist keine Selbstverständlichkeit, auf der wir uns ausruhen dürfen, sondern eine Errungenschaft, die wir stetig mit Leben füllen müssen. Streiten Sie für die Werte unserer freiheitlichen Gesellschaft, auch wenn es manchmal schwierig erscheint“, hielt der Minister abschließend fest.

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Stefan Löwer