Flüchtlinge

Ein Jahr „Praxisbeirat zur Flüchtlingsbeschulung“ – eine positive Zwischenbilanz, die Mut macht!

Thema: 
Sprachförderung
27.06.2017Hessisches Kultusministerium

Kultusminister Lorz lobt Gremium als „wertvollen Impuls- und Ideengeber“

Ein Jahr „Praxisbeirat zur Flüchtlingsbeschulung“
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Ein Jahr „Praxisbeirat zur Flüchtlingsbeschulung“
© HKM

Seit 2014 hat Hessen mehr als 38.000 sogenannte Seiteneinsteigerinnen und Seiteneinsteiger, die als Flüchtlinge oder Zuwanderer ohne Deutschkenntnisse ins Land gekommen sind, in schulische Intensivmaßnahmen aufgenommen. Damit einher geht die Einrichtung von rund 1.400 Intensivklassen an allgemeinbildenden und beruflichen Schulen. Vor einem Jahr hat das Hessische Kultusministerium den „Praxisbeirat zur Flüchtlingsbeschulung“ eingerichtet, um Expertise aus der schulischen Praxis in die Bewältigung der Aufgabe einfließen zu lassen. Im Beisein von Kultusminister Prof. Dr. R. Alexander Lorz hat er heute an der Theodor-Heuss-Schule in Limburg getagt: „Der Praxisbeirat bündelt die landesweit reichhaltig vorhandene Expertise zur Flüchtlingsbeschulung und ist damit ein wertvoller Impuls- und Ideengeber, mit dessen Hilfe bzw. Anregung u.a. der ‚Schulische Integrationsplan‘ umgesetzt wurde“, erklärte der Kultusminister und ergänzte: „Dass so viele interessierte und an Schule beteiligte Menschen in Hessen sich täglich durch ihr Mitdenken und Mitwirken engagieren, macht Mut und wirkt motivierend, um sich gemeinsam den zahlreichen Herausforderungen zu stellen, die im Rahmen der Flüchtlingsbeschulung noch vor uns liegen. Die vielen positiven Beispiele und schulischen Erfolgserlebnisse sowie das Engagement unserer Schulen geben uns große Zuversicht für das Gelingen der schulischen Integration – auch wenn diese uns noch viele Jahre beschäftigen wird.“

In der heutigen fünften Sitzung des Praxisbeirates konnten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer von der praktischen Umsetzung des schulischen Gesamtsprachförderkonzepts an der Theodor-Heuss-Schule in Limburg überzeugen, unmittelbare Einblicke in die konkrete Unterrichtsarbeit in einem Vorlaufkurs sowie einer Intensivklasse gewinnen und in den Dialog mit Schulleitung und Lehrkräften eintreten.

„Schulische Integrationsplan“

„Gründungsgedanke“ des Praxisbeirates ist es, Schülerinnen und Schüler, die eine Intensivsprachfördermaßnahme erfolgreich durchlaufen haben, einen reibungslosen Wechsel in den regulären Schulalltag oder einen Wechsel in die berufliche Ausbildung bzw. einen Job zu ermöglichen. Er setzt sich zusammen aus Schulleitungen der unterschiedlichen Schulformen, Schulaufsichtsbeamten, Schulträgern, Vertreter des Landeselternbeirates und der Landesschülervertretung, einem Vertreter des Hauptpersonalrates und einem Vertreter der Lehrkräfteakademie.

Das bisher wichtigste Arbeitsergebnis ist der durch den Praxisbeirat angeregte „Schulische Integrationsplan“, der eine gezieltere Steuerung und Verteilung der Seiteneinsteigerinnen und Seiteneinsteiger, zusätzliche Ressourcen sowie ein umfangreiches Fortbildungs- und Beratungsprogramm für die Lehrkräfte vorsieht und damit die Integration und den schulischen Zusammenhalt der Schulgemeinden fördert. Im kommenden Schuljahr 2017/18 sind weitere Maßnahmen geplant. Seit Schuljahresbeginn sind bereits rund 9.000 Kinder und Jugendliche in den regulären Schulunterricht gewechselt.

Zukünftige Aufgaben

„Die noch vor uns liegenden Herausforderungen können wir nur dann meistern, wenn wir diese Hand in Hand mit allen schulischen Akteuren gemeinsam angehen. Der Praxisbeirat ist sozusagen unser ‚Stethoskop‘, mit dem wir unmittelbar ein Gefühl dafür bekommen, wo möglicherweise der Schuh drückt und wie kleinere oder größere Verbesserungen oder Änderungen viel im Schultag bewirken können. Daher gilt mein Dank allen Mitgliedern des Praxisbeirates für ihre wertvolle Hilfe und Unterstützung. Ich freue mich auf die weitere Zusammenarbeit“, so Lorz abschließend.

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Pressesprecher: 
Stefan Löwer