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Schulischer Integrationskongress in Frankfurt

„Erfolgreiche schulische Integration als gesellschaftliche Herausforderung und Chance“

21.09.2018Hessisches Kultusministerium

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Schulischer Integrationskongress in Frankfurt
© HKM

Schulen stehen vor dem Hintergrund des stetig ansteigenden Anteils von Schülerinnen und Schülern nichtdeutscher Herkunftssprache vor großen Herausforderungen. Ein durch das Hessische Kultusministerium in Kooperation mit der Hessischen Lehrkräfteakademie und der Stadt Frankfurt am Main veranstalteter zweitägiger schulischer Integrationskongress an der Johann-Wolfgang-von-Goethe Universität Frankfurt soll dabei alle am schulischen Integrationsprozess Beteiligten unterstützen. „Ihre Arbeit ist für das Vorankommen unserer Gesellschaft essenziell wichtig und ich hoffe, dass wir Sie durch das heutige Programm in Ihrer Motivation weiter bestärken können.“ Mit diesen gebührenden Worten begrüßte Staatssekretär Dr. Manuel Lösel die anwesenden Gäste, hauptsächlich ehrenamtlich im schulischen Bereich Tätige, an die sich der erste Tag des schulischen Integrationskongresses richtet.

Mehr als 60.000 Seiteneinsteigerinnen und Seiteneinsteiger

Ziel des schulischen Integrationskongresses ist es, alle am Prozess der Integration von Kindern und Jugendlichen in die Gesellschaft Beteiligten zum gemeinsamen Austausch zusammenzuführen, auf „Best practice“-Beispiele hinzuweisen, sie zu unterstützen und in ihrer wichtigen Aufgabe zu bestärken.

Seit 2014 hat Hessen mehr als 60.000 Seiteneinsteigerinnen und Seiteneinsteiger, die als Flüchtlinge oder Zuwanderer ohne Deutschkenntnisse ins Land gekommen sind, in schulische Intensivmaßnahmen aufgenommen. „Für uns ist es selbstverständlich, allen Kindern und Jugendlichen, deren Muttersprache nicht Deutsch ist, in unserem Bildungssystem die besten Startchancen gemäß ihren Begabungen zu ermöglichen und damit einen wesentlichen Beitrag zu einer gelingenden gesellschaftlichen Integration zu leisten“, erklärte Kultusminister Prof. Dr. R. Alexander Lorz anlässlich des Kongresses.

Bei den Kleinsten ansetzen

Die Basis für eine gelingende Integration ist dabei das Erlernen der Bildungssprache Deutsch. Nach einer erfolgreichen Intensivsprachförderung steht – sobald die Deutschkenntnisse ausreichen, um dem Unterricht sprachlich folgen zu können – der Übergang in schulische und außerschulische Anschlussmöglichkeiten an. So sind alleine in den vergangenen Jahren rund 35.000 Schülerinnen und Schüler dank ausreichender sprachlicher Kompetenz aus den Intensivsprachförderprogrammen in den Regelunterricht übergegangen. Dass diese Wechsel in den regulären Schulalltag oder in die berufliche Ausbildung bzw. in einen Job auch in dieser Größenordnung reibungslos verlaufen sind und „wir keine Rückmeldung über fehlende Anschlüsse der ehemaligen Intensivsprachschülerinnen und -schüler erhalten haben“, so Lösel, sei herausragend, und zeige, „was die Lehrerinnen und Lehrer und alle weiteren an der schulischen Integration beteiligten geleistet haben.“

„Dass dieser Kongress in Frankfurt stattfindet, passt wunderbar“, hob Sylvia Weber, Dezernentin für Integration und Bildung der Stadt Frankfurt, in ihrer Begrüßungsrede hervor. Integration durch Bildung werde in Frankfurt seit jeher groß geschrieben. Mehr als 60 Prozent der Schülerinnen und Schüler haben in der Mainmetropole einen Migrationshintergrund. In 58 Prozent der Familien von Kita-Kindern, die in die Grundschule eingeschult werden, ist Deutsch nicht die vorherrschende Familiensprache im Alltag. „Damit allen Kindern dieselben Bildungschancen offen stehen, ist es besonders wichtig, dass wir die Kinder und auch ihre Familien so früh wie möglich auf ihrem Bildungsweg begleiten“, so Stadträtin Weber. Programme wie „SiA – Sprachbildung in der Kita – alltagsintegriert und interkulturell“ oder „Sprachentdecker“ etwa setzen bei den Kleinsten an und unterstützen auch beim Übergang von der Kita in die Grundschule.

„Das bisher Geleistete ist ein toller Erfolg"

Ein weiterer wesentlicher Baustein ist für Sylvia Weber die Beteiligung der Eltern. An mittlerweile 32 Schulen in Frankfurt hat sich das Programm ´“EiS – Elternarbeit in der Schule“ bewährt. Begleitet vom Amt für multikulturelle Angelegenheiten und dem Staatlichen Schulamt in Frankfurt erproben Schulen im Rahmen des Programms unterschiedliche Wege der besseren Ansprache und Beteiligung insbesondere von bildungsfernen Elternhäusern. „Der Erfolg solcher Projekte zeigt, wie wichtig die Vernetzung und Einbeziehung aller Akteure ist“, sagt Weber. Der schulische Integrationskongress biete eine gute Gelegenheit, Kooperation und Vernetzung voran zu treiben.

Am Samstag stehen Schulleitungen, Lehrkräfte und alle schulischen Kooperationspartner im Vordergrund. An sie gewandt erklärte der Kultusminister im Vorfeld: „Mit Ihrer Anwesenheit setzen Sie ein Zeichen, dass die schulische Integration eine der wichtigsten Herausforderungen der Gegenwart ist und zugleich eine Vielzahl an Chancen für unsere Gesellschaft bietet. Das bisher Geleistete ist ein toller Erfolg, der ohne ihre Motivation und Einsatzbereitschaft und unser gemeinsames Zusammenwirken so nicht möglich gewesen wäre. Darauf können Sie und wir sehr stolz sein.“

Hintergrund

Um den Wechsel der Schülerinnen und Schüler in die regulären Schulklassen zu unterstützen, wurde im Februar 2017 zudem der schulische Integrationsplan auf den Weg gebracht. Er hat die Schulen seitdem mit rund 300 zusätzlichen Lehrerstellen versorgt, die der Einrichtung von begleitenden Deutschförderkursen neben dem Besuch der Regelklassen dienen.

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Pressesprecher: 
Stefan Löwer
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