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Pilotprojekt

Erfolgreiches Feriencamp für Flüchtlinge und Zuwanderer

Thema: 
Sprachförderung
10.04.2017Hessisches Kultusministerium

Fit für die Prüfung: Kultusstaatssekretär Dr. Lösel und Bildungsdezernentin Weber besuchen Ferien Sprach-Camp

Kultusstaatssekretär Lösel und Bildungsdezernentin Weber besuchen Ferien Sprach-Camp
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© HKM

Hessens Kultusstaatssekretär Dr. Manuel Lösel und die Frankfurter Dezernentin für Integration und Bildung, Sylvia Weber, haben heute ein Sprach-Feriencamp für Jugendliche und junge Erwachsene an der Wilhelm-Merton-Schule besucht. Das Pilotprojekt des Landes Hessen, unterstützt von der Stadt Frankfurt als Schulträger und der Stiftung Polytechnische Gesellschaft, nutzt die Ferienzeit, um Schülerinnen und Schüler, die derzeit eine Sprachförderung im Rahmen einer Intensivklasse an einer beruflichen Schule (InteA) besuchen, fit für den Erwerb des Hauptschulabschlusses zu machen. Rund 30 junge Flüchtlinge und Zuwanderer nehmen an dem erstmals in den Osterferien stattfindenden Projekt teil. Neben der Sprachförderung bietet es auch ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm mit Besuchen von Kultur- und Freizeit­einrichtungen der Stadt Frankfurt und sieht den Besuch von Berufs- und Ausbildungsmöglichkeiten vor. „Sprachförderung ist das A und O für eine gelingende Integration der Jugendlichen. Feriencamps bieten den Teilnehmern die Chance, auch außerhalb des normalen Schulbetriebs an ihren Sprachfähigkeiten zu arbeiten und sich damit noch bessere Zukunftsaussichten auf dem Arbeitsmarkt zu schaffen“, erklärte der Staatssekretär.

Ziel des Camps ist es, die Jugendlichen und jungen Erwachsenen für eine Prüfung zum Erwerb des Hauptschulabschlusses im Mai vorzubereiten. Außerdem erhalten sie die Chance, das Deutsche Sprachdiplom abzulegen. Neben der vertiefenden Arbeit an den Deutschkenntnissen steht auch das individuelle Lernen in den Fächern Mathematik, Naturwissenschaften und Englisch auf dem „Ferienstundenplan“.

„Als Schulträger in Frankfurt haben wir das Projekt sehr gerne unterstützt“, sagte Sylvia Weber, Dezernentin für Integration und Bildung. „Alleine an den Frankfurter Berufsschulen besuchen derzeit rund 700 Schülerinnen und Schüler 39 InteA-Klassen. In ihre Zukunft müssen wir investieren. Das Feriencamp erhöht nicht nur die Chancen auf einen schulischen Abschluss, sondern fördert auch die Integration in die Frankfurter Gesellschaft.“

„Lernen in den Ferien macht Spaß“

So äußerten sich die Teilnehmer des Camps beim Besuch der Gäste. Maßgeblich für die besondere Lernatmosphäre verantwortlich ist auch das umfangreiche Rahmenprogramm der Stiftung Polytechnische Gesellschaft. So lernen die Teilnehmer die drei Themenfelder „Sport und Bewegung“, „Kunst und Musik“ sowie „Highlights in Frankfurt“ kennen und erhalten damit Einblicke in die zentralen Bildungs-, Kultur- und Freizeiteinrichtungen der Stadt. Außerdem besuchen die Teilnehmer verschiedene Ausbildungsbetriebe, trainieren mit verschiedenen Stadterkundungen ihre sprachlichen Kompetenzen und präsentieren als besonderes Highlight am Ende des Camps die gesammelten Erfahrungen vor den anderen Jugendlichen. Prof. Dr. Roland Kaehlbrandt, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Polytechnische Gesellschaft, erklärte: „Als Stiftung für Frankfurt kommt es uns darauf an, dass die Jugendlichen die Bildungs- und Kultureinrichtungen der Stadt kennenlernen und nutzen. Die Jugendlichen sollen in Frankfurt ankommen – und wir unterstützen sie gerne dabei.“

„Eine solches Ferienangebot ist nur dann möglich, wenn alle an einem Strang ziehen“, sagte Lösel und fügte hinzu: „Mein Dank gilt der Stiftung Polytechnische Gesellschaft sowie der Stadt Frankfurt, die als Schulträger u.a. die Verpflegung finanziert und organisiert hat.

Neben der Wilhelm-Merton-Schule in Frankfurt bietet auch die Willy-Brandt-Schule in Kassel ein Camp mit rund 30 InteA-Schülerinnen und Schülern an. Dort ist die Roland Berger Stiftung für das attraktive Rahmenprogramm verantwortlich.

Hintergrund:

Seit Schuljahresbeginn 2015/16 wurde das schulische Gesamtsprachförderkonzept angepasst und ausgebaut und um ein entsprechendes Beschulungsangebot in Intensivklassen an den beruflichen Schulen (InteA – Integration durch Anschluss und Abschluss) für die über 16-jährigen Seiteneinsteiger/-innen erweitert. Die wesentliche Zielsetzung ist es, mithilfe einer gezielten Sprachförderung unter Einbeziehung einer Berufsorientierung den Wechsel in eine duale Ausbildung zu ermöglichen.

Das Deutsche Sprachdiplom, das 2017 erstmals auch an Beruflichen Schulen durchgeführt wird, zertifiziert die erworbenen Sprachkenntnisse. Darüber hinaus können Seiteneinsteigerinnen und Seiteneinsteiger in den Intensivklasse an einer Prüfung zum Erwerb des externen Hauptschulabschlusses teilnehmen, die aus schriftlichen Prüfungen in Deutsch, Mathematik und einem weiteren Fach nach Wahl des Prüflings (i.d.R. aus dem Bereich der Gesellschafts- oder Naturwissenschaften) besteht. Die schriftlichen Prüfungen sind identisch mit den landesweiten Abschlussprüfungen der Schulen für Erwachsene und basieren auf den Lehrplänen für diese Schulen.

Kontakt für Pressevertreter

Pressesprecher: 
Stefan Löwer