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InteA

Erfolgsmodell Sprachförderung in Intensivklassen an beruflichen Schulen

Thema: 
Sprachförderung
24.11.2017Hessisches Kultusministerium

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Jugendliche
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Das Erlernen der deutschen Sprache ist der Schlüssel zum Bildungserfolg sowie zur Anschlussfähigkeit in die Berufswelt und folglich für eine gelingende Integration. Daher wurde das schulische Gesamtsprachförderkonzept, das bereits bei Kindern im Vorschulalter ansetzt, vorausschauend bereits zum Schuljahr 2015/16 um den Baustein der Intensivklassen an beruflichen Schulen (InteA – Integration durch Anschluss und Abschluss) erweitert. Zielgruppe sind über 16-jährige Zugewanderte ohne ausreichende Deutschkenntnisse, die je nach individuellem Lernstand bis zu zwei Jahre eine Intensivsprachförderung erhalten. Im Rahmen der heutigen Debatte im Hessischen Landtag zog Hessens Kultusminister Prof. Dr. R. Alexander Lorz eine positive Zwischenbilanz: „Ein Rückblick auf die ersten beiden Jahre InteA zeigt die großartige Leistung, die die beruflichen Schulen hier erbringen. Über 2.300 Seiteneinsteiger konnten mittlerweile in das Regelschulsystem wechseln, zahlreiche weitere Übergänge in außerschulische Anschlussmaßnahmen kommen hinzu.“

So profitieren in den Intensivklassen an beruflichen Schulen (InteA) aktuell über 6.000 junge Flüchtlinge und Zuwanderer von der intensiven Deutschförderung in Verbindung mit einem beruflichen Fachsprachenerwerb und einer beruflichen Erstorientierung. Seit dem Start von InteA sind dies sogar bereits rund 12.000. Als zusätzliche Unterstützung erhalten sie ein sozialpädagogisches Angebot, welches durch das Hessische Ministerium für Soziales und Integration finanziert wird.

Als Qualitäts- und Evaluationsinstrument wird den InteA-Schulen die Teilnahme am sogenannten DSD I PRO ermöglicht. Diese Version des Deutschen Sprachdiploms der Kultusministerkonferenz wurde zum Schuljahr 2016/17 speziell für berufliche Schulen neu entwickelt und ergänzt die in Hessen bereits seit dem Schuljahr 2012/13 an allgemeinbildenden Schulen angebotene und fest etablierte Variante DSD I.

Bei diesem weltweit anerkannten Zertifikat der Sprachkenntnisse wurde Hessen auch in dem neuen Format DSD I PRO seiner bundesweiten Vorreiterrolle gerecht – über 750 hessische InteA-Absolventinnen und -Absolventen heben sich deutlich vom Bundesdurchschnitt ab. Das DSD I PRO, das gezielt ein berufsorientiertes Deutsch fördert, wird von vielen Ausbildungsbetrieben bereits als Nachweis ausreichender Sprachkenntnisse für die Aufnahme einer dualen Ausbildung junger geflüchteter sowie zugewanderter Menschen anerkannt.

Über den Erwerb des Deutschen Sprachdiploms hinaus gibt es im Rahmen von InteA auch die zusätzliche Möglichkeit, im Rahmen einer sogenannten Nichtschülerprüfung einen Schulabschluss zu erwerben. Zum Ende des vergangenen Schuljahres 2016/17 erwarben so 422 InteA-Schülerinnen und -Schüler einen Hauptschulabschluss, 22 sogar einen Realschulabschluss. Ebenfalls kann bei Vorliegen entsprechender Unterlagen aus dem Heimatland die Anerkennung eines Schulabschlusses erfolgen.

Bereits über 350 Ausbildungsplätze im laufenden Schuljahr vermittelt

„Alleine zum Schuljahr 2017/18 haben mehr als 350 InteA-Teilnehmer eine duale Ausbildung begonnen. Eine Zahl, die mich sehr stolz macht und die wir hoffentlich zukünftig noch steigern können“, so der Kultusminister. „Dabei dürfen wir jedoch auch die Gruppe nicht vergessen, die InteA ohne Kenntnisse unseres Schriftsystems oder gar ganz ohne schulische Vorkenntnisse als Analphabeten begonnen haben und die vielleicht weiterhin eine vorbereitende Förderung benötigen. Für diese eignet sich beispielsweise ein Kontingent an Schulplätzen, das wir im Rahmen der Bildungsgänge zur Berufsvorbereitung über die eigentliche Altersgrenze hinaus geschaffen haben“, ergänzte Lorz.

Zur Gestaltung der Übergänge nach InteA und mit dem Ziel, möglichst viele passende Anschlussmaßnahmen für unterschiedliche Sprach- und Lernstände bereitzustellen, ist das Hessische Kultusministerium in verschiedenen Netzwerken im regelmäßigen Austausch mit den schulischen wie außerschulischen Bildungspartnern.

„Wir ermöglichen begabungsgerechte Anschlüsse durch eine intensive Sprachförderung. Dies erweist sich als große Stärke der höchst flexiblen Maßnahme InteA. Dennoch müssen wir uns auch der immensen Herausforderung bewusst sein, die auch in den kommenden Jahren vor uns liegt. Der Besuch einer Intensivklasse kann auch in Zukunft nur der erste Schritt sein, den es durch passende Anschlussförderung fortzusetzen gilt. Hier kann beispielsweise eine gezielte Sprachförderung während der dualen Ausbildung ein sinnvoller Ansatz sein“, so das Fazit und der Ausblick des Kultusministers.

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Pressesprecher: 
Stefan Löwer