„Tag der Handschrift“

Glück macht Schule!

Thema: 
Rund um das Schuljahr
13.05.2019Hessisches Kultusministerium

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Glück macht Schule
© HKM

Was vor etwa 10 Jahren begann – wobei uns die Defizite beim Schreiben mit der Hand alarmierten – hat sich durch zahlreiche Schreibwettbewerbe, Workshops, Lehrertreffs, Tutorenprogramme aber auch Städtepartnerschaften (beispiels­weise unterstützen Unternehmen in Darmstadt, Kassel, usw. Schulen bei der Etablierung von Schreibkursen und Schülerbetreuung) zu einer festen Größe im Bildungsbereich entwickelt. Was also vor knapp 10 Jahren durch die Bildungs­initiative von Heinz Kroehl von der wissenschaftlichen und Christian Boehringer von der unternehmerischen Seite und später von Rose-Lore Scholz von der schulpolitischen Seite angeschoben wurde, hat sich längst von Wiesbaden aus zu einer landesweiten Initiative mit enormer Akzeptanz entwickelt. Die Dring- lichkeit und die Forderung nach Breitenwirkung haben dazu geführt, dass im letzten Jahr mit Unterstützung des Hessischen Kultusministeriums und unter der Schirmherrschaft von Prof. Dr. R. Alexander Lorz die nächste Stufe der Schreib­bewegung gezündet wurde.

Rückblick

Mit dem ersten landesweiten „Tag der Handschrift“ begeisterte die Stiftung Handschrift rund 7.500 Schülerinnen und Schüler aus insgesamt 141 Schulen in ganz Hessen. Auslöser dazu war, einen Liebesbrief zu schreiben, der inhaltlich und formal eine Jury überzeugen konnte – die interessantesten 100 Briefe wurden in einem Buch in voller Länge abgebildet. Eine Art Zeitdokument, denn es war für uns spannend, wie Jugendliche heute mit einem so sensiblen und für sie heiklen Thema, wie „Liebe“, umgehen würden. Welche Mühe es den Jugend­lichen macht, einen korrekten Brief, mit Anrede, Text und einer Grußformel am Ende zu schreiben und dabei auch den Zeilenabstand, die Größenverhältnisse, das Schriftbild zu berücksichtigen und die Einteilung des Raumes zu bewältigen, hat uns überrascht. So schreiben uns Lehrer, wie problematisch auch der Umgang mit dem Schreibgerät, dem Papier, dem Falzen des Briefes ist.

Fazit

Das Verfassen eines Schriftstücks war für viele neu und musste erst gemeistert werden.

Für den zweiten landesweiten „Tag der Handschrift“ am 13. September 2019 haben sich fast 10 000 Schülerinnen und Schüler des Landes angemeldet, um die große Herausforderung anzunehmen, einen Brief zum Thema „Glück“ zu verfassen.

Auch in diesem Jahr werden wir die Idee verfolgen, nicht nur das pädagogische Ziel einer guten Handschrift, sondern auch soziale Ziele in Angriff zu nehmen, in welchen die Fülle des Lebens als Heraus- forderung begriffen wird.

Glück macht Schule

Vor mehr als einem Jahr haben in Indien die Schulen begonnen, Glück als Schul­fach einzuführen. Wir haben diese Idee übernommen und der Fabrikant Luxor in Neu Delhi war davon so begeistert, dass er uns für den Wettbewerb zum „Tag der Handschrift“ die fabrikneuen Füllfederhalter gestiftet hat. Alle an dem Wettbewerb teilnehmenden Schulklassen erhalten eine Schreibbox, gefüllt mit den wichtigen Utensilien, wie Briefpapier, Briefumschläge, Bilderbogen zum Eintragen der Stärken, Rückantwort usw.

Glück fällt nicht einfach vom Himmel und es ist auch nicht der große Lottoge­winn, den wir damit verbinden. Es ist eine Art „Erziehung zum Glücklichsein“, als zu erreichendes Ziel. Wir wollen einfach eine optimistische Grundhaltung fördern und die Stärken der Schülerinnen und Schüler mobilisieren. Dazu gehört auch Vertrauen zu schenken und das Selbstvertrauen zu stärken. Wir sind der Meinung „Glück lässt sich lernen“ und man kann Jugendliche damit stark fürs Leben machen.

Wie man also das Glück findet, es festhält oder auch an andere weitergibt, das ist das Thema des diesjährigen Schreibwettbewerbs. Die ersten Ergebnisse zeigen uns, dass das Briefthema mit enormer Begeisterung und viel Verve auf­gegriffen wurde.

Selbstverständlich wird die große Ausschreibung wieder von einer Sonderaktion begleitet. War es im letzten Jahr „der längste Liebesbrief des Landes“ (vor­geschlagen für das Guinnessbuch der Rekorde), so ist es in diesem Jahr der größte Glücksbrief im XXXL-Format, den die Jugendlichen zu schreiben haben. Solche Übungen nehmen ihnen die Angst vor großen Formaten und Formen. Gerade, weil die Bewegung beim Schreiben keine isolierte Bewegung der Finger und der Hand ist. Ähnlich wie beim Spielen eines Musikinstruments ist der ganze Körper beteiligt. Also ist Action angesagt und vor allem volle Konzentration.

„Glück besteht darin,
der sein zu wollen,
der ich bin.“ Pater Anselm Grün

Statements zum Pressegespräch

„Die Handschrift ist eine unserer grundlegendsten Kulturtechniken und individuelles Markenzeichen jedes Menschen. Es ist mir deshalb ein besonderes Anliegen, das Schreiben mit der Hand so früh wie möglich zu fördern und mit Veranstaltungen wie dem „Tag der Handschrift“ auf ihre Bedeutung aufmerksam zu machen“, sagte Hessens Kultusminister Prof. Dr. R. Alexander Lorz. „Das diesjährige Thema hat sicherlich unzählige interessante Texte hervorgebracht, auf die wir schon heute sehr gespannt sind. Ich danke der Stiftung Handschrift deshalb sehr für ihr Engagement!“ - Prof. Dr. R. Alexander Lorz, Hessischer Kultusminister

„Mit den Herausforderungen der Digitalisierung umzugehen ist wichtig – aber die Handschrift droht dabei als vermeintlich veraltetes Kulturgut unter die Räder zu kommen. Schreiben zu lernen ist anstrengend und immer häufiger scheitern Schüler an der Herausforderung. Wer Zweifel an der Bedeutung der Handschrift hat, dem empfehle ich einen Besuch bei unseren Mitarbeitern mit den dicksten Kabeln und den schnellsten Computern im Boehringer Ingelheim Lab. Dort werden Konzepte entwickelt, wie wir Digitalisierung für unsere Produktangebote nutzen können. Wenn man das Büro besucht, hängen die Wände voll von hand­schriftlichen Notizen und Skizzen, mit denen man miteinander kommuniziert.“ - Christian Boehringer, Mitinitiator des „Tags der Handschrift“ und Unternehmer

„Aus meiner Sicht gehören zu den heutigen Kernkompetenzen in unserer Gesell­schaft sowohl die Digitalisierung als auch das Schreiben mit der Hand. Nur wer beides intuitiv und fließend kann, wird sich beim Verfassen von Texten auf das Denken konzentrieren können.“ - Rose-Lore Scholz, ehem. Schuldezernentin der Stadt Wiesbaden

„Wir setzen da an, wo die Schwierigkeiten bestehen: in der Beherrschung einer flüssigen und lesbaren Handschrift zu Beginn der Sekundarstufe I. Wir verstehen Handschrift als Bildungsauftrag: denn vor dem Lesen kommt das Schreiben. Kurz gesagt: Schreiben lernen ist Denken lernen. Und wir handeln jetzt für den Wirtschaftsstandort Hessen: für eine Generation, welche heute zur Schule geht und morgen studieren wird oder eine Ausbildung beginnt.“ - Raoul Kroehl, Stiftung Handschrift

Kontakt für Pressevertreter

Pressesprecher: 
Stefan Löwer
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