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Vernetztes Lernen

Grundschule Grävenwiesbach startet in ein digitales Schulzeitalter

Thema: 
Rund um das Schuljahr
07.11.2017Hessisches Kultusministerium
Grundschule Grävenwiesbach startet in ein digitales Schulzeitalter
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© HKM

An der Wiesbachschule in Grävenwiesbach ist heute Vormittag im Beisein von Landrat und Schuldezernent Ulrich Krebs sowie Hessens Kultusminister Prof. Dr. R. Alexander Lorz das neue Modellprojekt „Vernetztes Lernen“ vorgestellt worden. Ausgerichtet an pädagogischen Prinzipien ist ein Konzept entstanden, das konventionelles und digitalisiertes Lernen an einer Grundschule kombiniert. Damit ist zum einen ein differenzierterer Unterricht für unterschiedliche Lerngruppen und -geschwindigkeiten möglich, zum anderen setzt das Modellprojekt des Hochtaunuskreises damit die Beschlüsse der Kulturministerkonferenz um, Schulen verstärkt zu digitalisieren und mit modernen IT-Systemen anzubinden.

Für Landrat Krebs ist das Projekt ein großer Erfolg und ein wichtiger Schritt in die Zukunft der Schulen im Kreis. „Wir haben konsequent gehandelt und ein Modell geschaffen, das hessenweit und darüber hinaus Schule machen kann“, sagte der Landrat und Schuldezernent. „Funktionelle Schulgebäude allein reichen nicht aus, um Kindern und deren Eltern im Hochtaunuskreis zukunftsfähige Schulen bieten zu können.“

Eine enge Kooperation von Pädagogen und IT-Experten

Basis des Erfolges des Pilotprojektes sei die enge Kooperation von Pädagogen und IT-Experten, die auf Augenhöhe dieses Konzept entwickelt hätten. Krebs dankte allen Beteiligten auf Seiten des Kreises, dem Kreisverband des Interessenverbandes hessischer Schulleiter (IHS), stellvertretend persönlich dem Grävenwiesbacher Schulleiter Jan Drumla und Detlef Harms, dem Leiter des Medienzentrums des Hochtaunuskreises. Sie hatten das Projekt federführend vorangebracht.

„Die Digitalisierung ist eine der größten Herausforderungen, vor der unsere Schulen aktuell und in der Zukunft stehen. Damit sie diese bewältigen können, müssen sie nicht nur entsprechend ausgestattet sein, über ein stimmiges pädagogisches Konzept verfügen, sondern auch das Lehrerkollegium mit auf diesen Weg nehmen. All dies ist hier an der Grundschule Grävenwiesbach dank der Initiative des Landrates absolut vorbildlich gelungen“, erklärte Kultusminister Prof. Dr. R. Alexander Lorz.

Sich in der digitalen Welt zurechtfinden

Grundlegend für das Konzept der IT-Ausstattung der Grundschule mit rund 200 Schülern ist das pädagogische Handeln der Lehrenden, der Lernprozess der Grundschüler und die zunehmende Individualisierung der Wissensaneignung im Zuge von Inklusion und Arbeit in heterogen Gruppen, die  Kindern mit und ohne Handicap und Kinder mit und ohne Deutsch als Muttersprache einschließt. Die Digitalisierung ist in den vergangenen Jahren immer stärker in die Klassenzimmer vorgedrungen. Kinder müssen Schlüsselkompetenzen erwerben können, um sich in der digitalen Welt zurechtzufinden.

Nach Vorgesprächen, die bereits 2013 begannen, bildete Landrat und Schuldezernent Ulrich Krebs 2015 eine multiprofessionelle Arbeitsgruppe aus Computerexperten, Verwaltungsmitarbeitern, Schulleitern sowie dem Leiter des Medienzentrums. In dieser Arbeitsgruppe entstand innerhalb von zwei Jahren ein Konzept, wie Klassenräume in Grundschulen zukünftig ausgestattet sein können. Die Wiesbachschule wurde Pilotschule und im Sommer 2017 mit zwölf modernen ActivBoards anstelle von Kreidetafeln, 66 Tabletts anstelle von Schüler-PCs, sowie einem modernen und leistungsfähigen Netzwerk ausgestattet. Vielfältige neue Möglichkeiten für das interaktive Lernen ergeben sich durch die Einbindung digitaler Medien in den Unterricht mit der Nutzung von Apps, Videos, Internet und Animationen.

Forderung einer modernen IT-Ausstattung an Schulen

Die Forderung der Kultusministerkonferenz nach einer modernen IT-Ausstattung an Schulen, um parallel zum klassischen Unterricht auch digitale Kompetenzen bei Schülerinnen und Schülern zu schulen, ist an der Wiesbachschule nun umgesetzt. Im Hessen und darüber hinaus könnte das Modell der Taunus-Schule eine Vorreiterrolle einnehmen.

Das neue Konzept unterstützt auch das effiziente und kooperative Arbeiten innerhalb der Schule, zum Beispiel in der Unterrichtsvorbereitung des Kollegiums. „Das Projekt ist ein Meilenstein in der Vermittlung von Lerninhalten an Grundschulen“, sagte Schulleiter Jan Drumla und dankte Landrat Krebs für seinen Weitblick und dem Hochtaunuskreis für sein finanzielles Engagement. Rund 170.000 Euro hat der Kreis in die IT-Ausstattung der Schule investiert.

Schulung der Lehrerinnen und Lehrer im neuen System

Eine besondere Herausforderung für das Pilotprojekt war und ist die Schulung der Lehrerinnen und Lehrer im neuen System. Eine langfristige Aufgabe, für die Landrat Ulrich Krebs auch die Verantwortung beim Land sieht. Eine Schwierigkeit bestehe beispielsweise in der bisherigen Uneinheitlichkeit der IT-Systemen an den Schulen, sagte der Landrat. Die digitale Bildung auch der Lehrer sei jedoch ein elementarer Bestandteil eines gelingenden IT-Konzepts.

Die Präsentation- und Softwarelösung in einem Klassenraum an der Wiesbachschule fußt auf vier Kern-Komponenten und einem Netzwerk als Herzstück. Dazu gehören eine multimediale Präsentationsfläche, Tablets für digitale Lernmedien, die Möglichkeit der Visualisierung der Schülerarbeiten und eine MDM (Mobile Device Management) Lösung zum Steuern und Absichern der drahtlosen Geräte. Alle Komponenten sind über WLAN mit- und untereinander verbunden. 

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Pressesprecher: 
Stefan Löwer