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Fachtag

Herausforderungen der schulischen Integration gemeinsam bewältigen

Thema: 
Sprachförderung, Rund um das Schuljahr
29.09.2017Hessisches Kultusministerium

Kultusminister Lorz eröffnet Fachtag an der Uni Gießen

InteA-Fachtag
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© HKM

Hessen hat seit Beginn der Legislaturperiode über 40.000 sogenannte Seiteneinsteigerinnen und Seiteneinsteiger ohne für den Schulunterricht ausreichende Deutschkenntnisse in Intensivsprachfördermaßnahmen der Schulen aufgenommen. Allein die Zahl der Intensivklassen an den allgemeinbildenden und beruflichen Schulen steigerte sich von 79 im Schuljahr 2009/10 in ganz Hessen bis auf über 1.300 zum Ende des Schuljahres 2016/17. Insbesondere die Übergänge aus einer speziellen Sprachförderung in das Bildungssystem, ein Praktikum oder eine Ausbildung, sind eine immense Aufgabe, die eine effektive Zusammenarbeit aller Institutionen erfordert. Auf dem heutigen Fachtag des Hessischen Kultusministeriums zum Thema „Effektive Vernetzung als Grundlage für einen erfolgreichen Übergang in eine duale Ausbildung“ trafen sich daher in der Justus-Liebig-Universität Gießen über 600 Teilnehmerinnen und Teilnehmer unterschiedlichster Institutionen. Die Zielsetzung des Tages lag in der Intensivierung der Zusammenarbeit in den einzelnen Regionen Hessens, um den Jugendlichen und jungen Erwachsenen passende Anschlussmöglichkeiten in die Ausbildungs- und Berufswelt zu ermöglichen.

Bei der Eröffnung des Fachtages hielt Hessens Kultusminister Prof. Dr. R. Alexander Lorz fest: „Der wichtigste Schritt für eine gelingende Integration ist, die Sprache des fremden Landes zu erlernen. Mittlerweile sind wir nach der Herausforderung der schnellen schulischen Aufnahme an einem Punkt angelangt, an dem zahlreiche junge Menschen die intensive Sprachförderung an einer allgemeinbildenden Schule, einer beruflichen Schule oder an einer Schule für Erwachsene beenden und beispielsweise in eine duale Ausbildung wechseln können. Unabdingbar ist dabei die effektive, vertrauensvolle und abgestimmte Zusammenarbeit aller Schulen und weiteren Bildungspartnern, die an diesem herausfordernden Integrationsprozess beteiligt sind.“

Sich über die Übergangsmöglichkeiten austauschen

Nachdem bereits Fachtage mit dem Schwerpunkt „Deutsch als Zweitsprache“ veranstaltet wurden, galt es nun, sich gezielt über die Übergangsmöglichkeiten für die älteren Seiteneinsteigerinnen und Seiteneinsteiger ab 16 Jahren auszutauschen. Entsprechend bunt gemischt setzte sich der Teilnehmerkreis nicht nur aus Lehrkräften, Schulleitungen und Mitgliedern der Bildungsverwaltung, sondern auch aus Schulpsychologen, Sozialpädagogen, Mitarbeitern der Jobcenter, der Migrationsberatungsstellen, der Jugendämter und Jugendhilfeeinrichtungen, der Betriebe, Kammern und Verbände sowie weiteren Ministerien zusammen.

In einem Fachvortrag, zwei Workshop-Runden und auf einem „Markt der Möglichkeiten“ konnten die Teilnehmenden zunächst ihr bisheriges Wissen im großen Themenspektrum der Sprachförderung und der Übergänge sowie der bekannten Vernetzungs- und Unterstützungsmöglichkeiten erweitern. Über ihre Netzwerkarbeit in den einzelnen Regionen Hessens kamen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Nachmittag zusammen.

Ein abgestimmtes Fortbildungs- und Beratungsprogramm auf die Beine gestellt

„Für die bislang erzielte großartige Leistung im Bereich der Förderung möchte ich mich an dieser Stelle ausdrücklich bei den Schulen, der Bildungsverwaltung und der Hessischen Lehrkräfteakademie bedanken. Gemeinsam wurde ein abgestimmtes Fortbildungs- und Beratungsprogramm in diesem Themenbereich auf die Beine gestellt“, würdigte Lorz abschließend. „Auf das ungebrochene Engagement aller Beteiligten können wir in Hessen stolz und zur Recht für die Zukunft zuversichtlich sein!“

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Pressesprecher: 
Stefan Löwer