Internationaler Austausch

„In Hessen ist für Hass und Antisemitismus kein Platz.“

Thema: 
Rund um das Schuljahr
28.11.2019Hessisches Kultusministerium

Deutsch-israelische Schülergruppe zu Gast in Wiesbaden - Kultusminister Lorz und Europastaatssekretär Weinmeister: „Gegenseitiges Kennen und Verstehen ist die Basis für unsere gemeinsame Zukunft“

Besuch israelischer Austauschschüler
Bild 1 von 2
© HKM

Die Bensheimer Geschwister-Scholl-Schule ist eine von 15 Schulen in Hessen, die durch Schulpartnerschaften besonders enge Beziehungen zu Israel pflegen. Gemeinsam mit ihren deutschen Austauschpartnerinnen und Austauschpartnern haben deshalb heute 20 Schülerinnen und Schüler der Dror Experimental School aus Tel Mond (nördlich von Tel Aviv) den Hessischen Landtag und die Hessische Staatskanzlei in Wiesbaden besucht. Im Gespräch mit Kultusminister Prof. Dr. R. Alexander Lorz, Landtagsvizepräsidentin Karin Müller und Europastaatssekretär Mark Weinmeister standen politische Themen ebenso im Fokus wie aktuelle Herausforderungen im Schulalltag.

Freundschaft beider Völker

„Die engen Beziehungen hessischer Schulen zu ihren israelischen Partnern sind Ausdruck der seit Langem bestehenden Freundschaft beider Völker. Sie gehen weit über die historisch begründete Verantwortung Deutschlands für den Staat Israel hinaus“, sagte Kultusminister Lorz. „Ich freue mich sehr, dass derart viele Schülerinnen und Schüler die weite Reise auf sich genommen haben und mehr über unsere Kultur und unser politisches System erfahren wollen.“

Die gute Zusammenarbeit zeige sich aber nicht nur an den Schulpartnerschaften, sondern auch an der jüngst unterzeichneten Kooperationsvereinbarung mit der Gedenkstätte Yad Vashem zur Intensivierung des Austauschs und zur Etablierung von Studienreisen für Lehrkräfte. „Nicht jede Schule hat automatisch eine israelische Partnerschule. Umso wichtiger ist es, möglichst vielen Lehrkräften Studienreisen nach Israel zu ermöglichen, damit sie ihre Schülerinnen und Schüler an ihren Erkenntnissen teilhaben lassen und ihnen einen Eindruck von der gemeinsamen Geschichte vermitteln können.“

„Hessen steht für Weltoffenheit und Toleranz, Deshalb haben Hass und Antisemitismus bei uns keinen Platz“, betonte Europastaatssekretär Mark Weinmeister. Die hessische Landesregierung habe deshalb vor kurzem ein Aktionsprogramm unter dem Titel „Hessen gegen Hetze“ aufgelegt. „Wir bekämpfen Hetze im Alltag ebenso wie Hass im Internet“, sagte der Staatssekretär weiter.

Sicherheit jüdischer Mitbürgerinnen und Mitbürger

Die nach dem Anschlag von Halle entstandene Debatte um die Sicherheit jüdischer Mitbürgerinnen und Mitbürger griffen sowohl Kultusminister als auch Europastaatssekretär auf. „Wir sind froh und dankbar, dass es in Frankfurt und anderen Orten in Hessen lebendige und aktive jüdische Gemeinden gibt. Ein Angriff auf sie – ganz gleich ob mit Worten oder Taten – ist deshalb ein Angriff auf unser gemeinsames Wertefundament und muss mit der vollen Härte des Rechtsstaats verfolgt werden.“ Um Hass und Gewalttaten vorzubeugen, verstärke das Land deshalb die Polizeipräsenz vor jüdischen Einrichtungen.

„Antisemitismus macht nicht vor dem Schultor Halt“, ergänzte Kultusminister Lorz. „Deshalb intensivieren wir unsere präventiven Anstrengungen zur Demokratieerziehung und Wertevermittlung an Schulen.“ Mit dem Antisemitismuserlass unterstütze Hessen Schulen ganz konkret dabei, Antworten auf judenfeindliche Parolen im Klassenzimmer oder auf dem Schulhof zu finden.

Verhältnis zwischen EU und Israel

Europastaatssekretär Mark Weinmeister ging in seinem Gespräch auch auf das Verhältnis zwischen der Europäischen Union und dem Staat Israel ein. „In der Europäischen Union haben wir in den vergangenen Jahrzehnten gelernt, wie Freunde und Partner mit Differenzen so umgehen, dass die Freundschaft nicht darunter leidet. So ist es auch im Verhältnis zum Staat Israel. Meinungsverschiedenheiten über einzelne Themen ändern nichts daran, dass die EU ein fester Freund und Partner Israels ist. Diese Freundschaft besteht auf gemeinsamen Wertvorstellungen, die unverrückbar sind.“ Die beste Voraussetzung sei aber gegenseitiges Kennen und Verstehen. Deshalb seien Schulpartnerschaften und andere Formen der Begegnung insbesondere junger Menschen die Basis für unsere gemeinsame Zukunft.

Kontakt für Pressevertreter

Pressesprecher: 
Stefan Löwer
Schließen