Wettbewerbe

Hessens Schulen erfolgreich bei „Demokratisch Handeln“

Thema: 
Rund um das Schuljahr
16.06.2020Hessisches Kultusministerium

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Junges Mädchen vor Computer
© Rido / Fotolia

Eigentlich sollten die Preisträger*innen des Bundeswettbewerbs „Demokratisch Handeln“ Mitte Juni im Rahmen der dreitägigen, an der Paula-Fürst-Schule in Berlin-Charlottenburg geplanten „Lernstatt Demokratie“, feierlich geehrt werden. Aber spätestens nachdem die ersten Bundesländer Ende März Klassenfahrten untersagt haben, war klar, dass im 30. Wettbewerbsjahr alles anders sein wird – und wie! Tatsächlich hat das Jenaer Projektteam kurzerhand ein Konzept für eine digitale „Lernstatt mit Abstand“ ausgearbeitet. Diese soll, wie ursprünglich geplant, vom 16.06.-18.06.2020 online stattfinden. Für die sonst üblichen Präsenzformate – die Ausstellung der ausgezeichneten Projekte, den Erfahrungsaustausch zwischen Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen und die themenbezogenen Workshops – wird es digitale Alternativen geben. Auch werden viele Inhalte asynchron als Abrufangebote präsentiert. Auf diese Weise ist es möglich, einer größeren Öffentlichkeit einige Einblicke in die Praxis der Demokratiebildung und des Demokratielernens zu geben.

Bei der 30. Ausschreibung des Wettbewerbs Demokratisch Handeln, die am 15.12.2019 endete, wurden bundesweit insgesamt 330 Beiträge aus allen Schulformen, Kitas und außerschulischen Einrichtungen eingereicht. Das ist die höchste Teilnahmezahl seit der Gründung des Wettbewerbes im Jahr 1989! Aus diesen Beiträgen wählte eine 40-köpfige Jury insgesamt 67 Projekte aus. Dabei wurde unter anderen darauf geachtet, in welchen Formen die Kinder und Jugendlichen an der Planung und Durchführung beteiligt waren. Viele Projekte beschäftigen sich mit Themen wie Nachhaltigkeit, Diversität, Inklusion oder Geschichte. In zahlreichen Beiträgen ging es um Formen der demokratischen Beteiligung im lokalen Umfeld oder um die partizipative Gestaltung des Zusammenlebens in pädagogischen Einrichtungen. Viele der eingereichten Projekte sind mehrjährig angelegt und entfalten dadurch eine nachhaltige Wirkung auf ihre schulische und außerschulische Umgebung.

Insgesamt dokumentieren und belegen die Wettbewerbsbeiträge die herausragende Bedeutung von Kindertagesstätten, Schulen oder Einrichtungen der Jugendarbeit für den Erwerb von Demokratiekompetenz und damit verbundener politischer Bildung. Sie sind wichtige Lernorte zum Aufbau einer demokratischen Grundhaltung und zur Einübung demokratischer Praktiken in einer lebendigen Demokratie.

Projekte, die sich am Wettbewerb Demokratisch Handeln beteiligen wollen, können dieses zu jeder Zeit: Das Portal für die Bewerbungen unter steht ganzjährlich offen. Die Ausschreibung für dieses Jahr endet am 30.11.2020. Später eingereichte Projekte werden als Wettbewerbsbeiträge im Folgejahr berücksichtigt. Das Projektbüro des Wettbewerbs und die für das Projekt in den Bundesländern tätigen Regionalberater*innen begleiten die aktuelle Ausschreibung. Weitere Informationen zum Wettbewerb, zur „Lernstatt Demokratie“ und den Projekten gibt es online.

Gewinnerprojekte Hessen

  • 187/19 Aufbau einer Schulimkerei: Die Schüler*innen der Käthe-Kollwitz-Schule betreiben eine eigene Schulimkerei. Durch die Arbeit mit den Bienen soll ihr Bewusstsein um die Bedeutung der Staaten bildenden Insekten für den Menschen gefördert und zugleich ihr Verantwortungsbewusstsein und ihre soziale Kompetenz gestärkt werden. Der Honig, den sie zweimal im Jahr schleudern, wird unter anderem in der Schulcafeteria eingesetzt. Weitere Bienenprodukte, wie Wachs und Propolis, vermarkten und verkaufen die Schüler*innen am Tag der offenen Tür selbstständig.
  • 302/19 Peercoach for Empowerment: Mitarbeiter*innen der Evangelischen Akademie Frankfurt, der Bildungsstätte "Anne Frank" sowie des Hessischen Kultusministeriums bieten einer diversen Gruppe junger Leute ab sechszehn Jahren eine "Peertrainercoach-for-Empowerment"-Qualifizierung an. Partizipations- und Bildungsangebote sollen auch diejenigen, die erst seit kurzer Zeit in Deutschland leben, erreichen – zum Beispiel junge Menschen mit Fluchthintergrund. Im Mai 2019 beginnt die Qualifizierung der interessierten Jugendlichen. Fünf Tage lang durchlaufen sie das Programm. Nach und nach lernen die Teilnehmer*innen die Merkmale für das Konzept "Empowerment" kennen.
  • 330/19 Freitagskonferenz: Die Klasse "Bildungsgänge zur Berufsvorbereitung" (BzB) der Adolf-Reichwein-Schule Marburg organisiert wöchentlich die "Freitagskonferenz", bei der Probleme der Klasse mithilfe von verschiedenen Fragetechniken als Team gelöst werden.
  • 248/2019 Alles online? Aber sicher!: "Die Netzhelden", ein Peer-to-Peer-Projekt zum Jugendmedienschutz der Erich-Kästner-Schule Bürstadt, erarbeiten auf Anregung der Gesundheitspräventionsbeauftragten des Kreises gemeinsam mit ihrer Lehrerin ein Projekt mit der Behindertenhilfe Bergstraße in Fürth im Odenwald. Hierbei geht es darum, Menschen mit Beeinträchtigung fit im Umgang mit sozialen Netzwerken zu machen. Die Beteiligten halten einen Vortrag, leiten einen Workshop und helfen bei den Privatsphäreeinstellungen aller Teilnehmer*innen.

Hintergrund

Der Wettbewerb Demokratisch Handeln und die Lernstatt Demokratie werden vom BMBF finanziell gefördert. An der Förderung beteiligten sich 2019 auch die Länder Bayern, Brandenburg, Bremen, Hessen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen und Thüringen.

 

Weitere Informationen zum Wettbewerb erhalten Sie bei unserem Projektbüro "Gewaltprävention und Demokratielernen" unter 069 3898 9235.

Kontakt für Pressevertreter

Pressesprecher: 
Stefan Löwer
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