Hessisch-andalusische Bildungskooperation mit Leben gefüllt

18.05.2018Hessisches Kultusministerium

Kultusminister Lorz und Staatssekretär Lösel empfangen Delegation

Kultusminister Lorz und Staatssekretär Lösel mit Vertretern der Delegation der andalusischen Bildungsministerin Dr. Sonia Gaya Sánchez
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Kultusminister Lorz und Staatssekretär Lösel mit Vertretern der Delegation der andalusischen Bildungsministerin Dr. Sonia Gaya Sánchez.
© HKM

Im vergangenen Herbst waren Kultusminister Prof. Dr. R. Alexander Lorz und Staatssekretär Dr. Manuel Lösel zur Unterzeichnung einer Kooperationsvereinbarung im Bildungsbereich zu Gast bei der andalusischen Bildungsministerin Dr. Sonia Gaya Sánchez, nun folgte der zweitägige Gegenbesuch in Wiesbaden und Umgebung. Gemeinsam informierten sie sich über die Aufgaben des Berufsbildungs- und Technologiezentrums Weiterstadt sowie der Landesstelle für Technologiefortbildung an den Beruflichen Schulen in Groß-Gerau – beides Einrichtungen, die exemplarisch für das System beruflicher Bildung in Hessen stehen. Beim Empfang sagte Minister Lorz: „Seit Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung haben sich die Kontakte zwischen Hessen und Andalusien positiv entwickelt und verstärkt.  Dies betrifft sowohl die guten Beziehungen zwischen unseren Landesvertretungen in Brüssel als auch die konkrete Arbeit vor Ort. Ich freue mich, dass die andalusische Delegation den Weg nach Hessen gefunden hat, um unsere Zusammenarbeit im Bildungssektor mit noch mehr Leben zu füllen.“

Sprachunterricht und Austausch fördern

Im Detail sieht die im November geschlossene Vereinbarung vor, den bilingualen Unterricht und kulturellen Austausch zu fördern, Aufenthalte von Schülerinnen, Schülern und Lehrkräften in der Partnerregion zu intensivieren, im Bereich der beruflichen und interkulturellen Bildung enger zusammenzuarbeiten und Fortbildungen zu bildungspolitischen Themen anzubieten. So soll das Fach Deutsch als zweite Wahlfremdsprache im Lehrplan Andalusiens verankert und Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit gegeben werden, einen Teil ihrer Ausbildung im Ausland zu absolvieren.

ERASMUS-Projekt Berufsvorbereitung

Als erste Maßnahme der Zusammenarbeit wurde im März das ERASMUS-Projekt „CCTT – Career Counselling in Teachers’ Training” beim Pädagogischen Austauschdienst (PAD) der Kultusministerkonferenz beantragt, das auf eine länderumspannende Zusammenarbeit im Bereich der Berufsvorbereitung an allgemeinbildenden Schulen zielt. Im Ergebnis wollen die Partner ein gemeinsames Zertifikat „Aus der Schule nach Europa“ entwickeln und jene Schulen unterstützen, die den Bereich der beruflichen Orientierung stärker mit ihrer Arbeit verbinden möchten.

Besuch der andalusischen Bildungsministerin

Staatssekretär Lösel und Ministerin Sánchez gewannen im Berufsbildungs- und Technologiezentrum Weiterstadt, einem der bundesweit ersten Ausbildungszentren für überbetriebliche Lehrlingsunterweisung, wichtige Eindrücke zum hessischen System beruflicher Bildung. Das Zentrum besuchen vorwiegend Auszubildende kleiner und mittelständischer Unternehmen, um sich Fähigkeiten anzueignen, die im Betrieb nicht in der entsprechenden Breite und Tiefe vermittelt werden können. Allein im Rhein-Main-Gebiet profitieren bis zu 12.000 Auszubildende von den vielfältigen Angeboten.

Den zweiten Teil der Reise bildete der Besuch der Hessischen Landesstelle für Technologiefortbildung in Groß-Gerau, die Fortbildungsmaßnahmen für ausländische Lehrkräfte, Ausbilderinnen und Ausbilder sowie Führungskräfte aus dem Bereich der Berufsbildung anbietet. Zum Abschluss hielt Staatssekretär Lösel fest: „Mit unserer Zusammenarbeit verfolgen wir die richtige Strategie und entsprechen dem Wunsch vieler junger Menschen, einen Teil ihrer schulischen oder beruflichen Ausbildung im Ausland zu verbringen. Die dabei erworbenen Kompetenzen sind in jedem Fall äußerst hilfreich und verbessern die Karrierechancen enorm. Der Austausch mit unseren Kolleginnen und Kollegen in Andalusien über best practices erweist sich einmal mehr als Erfolg und ich bin gespannt, was uns in Zukunft noch einfällt.“

Hintergrund:

Die Vereinbarung steht in Einklang mit den Beschlüssen der Europäischen Union zur Förderung der Mehrsprachigkeit und kulturellen Bildung und trägt der wachsenden Bedeutung beruflicher Mobilität in Europa Rechnung.

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Pressesprecher: 
Stefan Löwer
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