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70 Jahre Grundgesetz

Kultusminister Lorz feiert mit Schülerinnen und Schülern in der Frankfurter Paulskirche

24.05.2019Hessisches Kultusministerium

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Hände und Unterarme fassen sich gegenseitig und bilden so ein Netz aus Armen
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Bei einer Feierstunde in der Paulskirche mit Schülerinnen und Schülern der Frankfurter Schillerschule zum 70-jährigen Bestehen des Grundgesetzes hat Hessens Kultusminister Prof. Dr. R. Alexander Lorz heute die Beständigkeit und Qualität der deutschen Verfassung gewürdigt: „In einer komplexer werdenden Welt, in der alte Gewissheiten zunehmend auf dem Prüfstand stehen, ist das Grundgesetz Anker und Kompass zugleich. Als Provisorium gedacht, hat es sich über all die Jahre äußerst robust und gleichzeitig anpassungsfähig gezeigt. Die Weitsicht, die die Gründerväter und -mütter vor 70 Jahren bewiesen haben, beeindruckt mich immer wieder aufs Neue. Heute mit Schülerinnen und Schülern in der Wiege der deutschen Demokratie feiern zu dürfen, erfüllt mich mit Stolz und verdeutlicht gleichzeitig das ungebrochene politische Interesse unserer Jugend.“

Gleichzeitig gelte es, auch weiterhin wachsam zu bleiben und Schülerinnen und Schüler für die Herausforderungen der demokratischen Staats- und Gesellschaftsordnung zu sensibilisieren. In der vergangenen Woche hatte der Kultusminister deshalb bereits einen Leitfaden für Lehrkräfte zur Grundrechtsklarheit und zum Umgang mit extremistischen und diskriminierenden Verhaltensweisen in Schule und Unterricht vorgestellt und dabei betont: „Das Grundgesetz ist unzweifelhaft ein Glücksfall unserer Geschichte. Für uns gilt es die Ideen, Werte und Ideale tief im Schullalltag und im Bewusstsein unserer Schülerinnen und Schüler zu verankern. Deshalb bieten wir unseren Lehrkräften Ansätze, wie sie präventiv tätig werden können und dadurch extremistische Gesinnungen und Tendenzen unter ihren Schülerinnen und Schülern gar nicht erst entstehen lassen.“

Kultusminister Lorz feiert mit Schülerinnen und Schülern in der Frankfurter Paulskirche

„Die Meinungsfreiheit ist eines unserer höchsten Güter"

In seiner Ansprache ging der Kultusminister insbesondere auf die grundgesetzlich garantierte Meinungsfreiheit ein: „Die Meinungsfreiheit ist eines unserer höchsten Güter und zu Recht an prominenter Stelle im Grundgesetz verankert. Dass aber nicht alles gesagt werden darf, machen wir unseren Schülerinnen und Schüler frühzeitig im Unterricht deutlich. Denn die Meinungsfreiheit findet ihre Grenze in der Würde des Anderen.“

In diesem Spannungsverhältnis bewegten sich auch aktuelle Herausforderungen wie Fake News und Hate-Speech, erklärte Lorz. „Fake-News erreichen Schülerinnen und Schüler oftmals subtil: im Klassenchat, in der WhatsApp-Gruppe oder auf Facebook und Instagram. Wenn dann auch noch Hetze, Beleidigungen oder Mobbing dazu kommen, entwickelt sich schnell eine Eigendynamik, die schwierig wieder einzufangen ist. Es ist deshalb Aufgabe der Eltern – aber eben auch unserer Lehrkräfte – Kinder und Jugendliche für die Gefahren in den sozialen Medien zu sensibilisieren und sie zu einem verantwortungsbewussten Umgang in der digitalen Welt zu erziehen. In jedem Einzelfall gilt es, zwischen der Meinungsfreiheit auf der einen und dem Persönlichkeitsschutz des Betroffenen auf der anderen Seite abzuwägen. Einmal mehr hilft hierbei der Blick ins Grundgesetz“, so Lorz abschließend.

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Pressesprecher: 
Stefan Löwer
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