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Gedenkstätte Hadamar

Kultusminister Lorz gedenkt der Opfer des Nationalsozialismus

Thema: 
Rund um das Schuljahr
09.11.2017Hessisches Kultusministerium

Besuch mit Schülerinnen und Schülern in Hadamar

Besuch in Hadamar
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Kultusminister Lorz mit Schülern der Fürst-Johann Ludwig-Schule, Hadamar
© HKM

Der heutige Tag stand im Zeichen des Gedenkens: Gemeinsam mit einer Schulklasse der örtlichen Fürst-Johann-Ludwig-Schule hat Kultusminister Prof. Dr. R. Alexander Lorz die Gedenkstätte Hadamar besucht und sich ein Bild von der ehemaligen Tötungsanstalt des Euthanasie-Programms der Nationalsozialisten gemacht. Zunächst zeigte der Leiter der Gedenkstätte, Dr. Jan Erik Schulte, dem Minister die authentischen Kellerräume und die Dauerausstellung. Im Anschluss diskutierte Lorz mit Schülern die aktuelle Bedeutung der Einrichtung. Im Gespräch machte er deutlich: „Der 9. November ist ein Schicksalstag deutscher Geschichte. Wir erinnern uns an ihm nicht nur des Falls der Berliner Mauer. Vielmehr steht dieser Tag auch als ewige Mahnung für die Schrecken des Nationalsozialismus. Erst der Besuch einer Gedenkstätte wie Hadamar sensibilisiert junge Menschen für einen bewussten Umgang mit der wechselvollen deutschen Vergangenheit.“

Erinnerung an die Verbrechen der NS-Euthanasie wachhalten

Die Gedenkstätte besuchen jährlich etwa 20.000 Personen, davon ein Großteil Schülerinnen und Schüler im Rahmen von Exkursionen im Geschichtsunterricht. Aufgabe ist es, die Erinnerung an die Verbrechen der NS-Euthanasie wachzuhalten und in Führungen über die Betroffenen aufzuklären. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten wurden aus der Heil- und Pflegeanstalt Patientinnen und Patienten zur Zwangssterilisationen in andere Einrichtungen verlegt. 1940 wurde die Anstalt zu einer der sechs zentralen Tötungsanstalten der „Aktion T4“ umgebaut und im Keller eine Gaskammer und ein Krematorium eingerichtet. Neben den körperlich und psychisch Erkrankten fielen dem Programm auch Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter sowie Kinder und Jugendliche jüdischer Abstammung zum Opfer. „Was hier geschehen ist, kann nicht in Worte gefasst werden. Das unermessliche Leid, das die Menschen erfahren haben müssen, wird in der Ausstellung deutlich und mahnt uns, menschenverachtenden Ideologien keinen Raum mehr in unserer freiheitlichen Gesellschaft zu geben. Ein jeder ist gefordert, auch und besonders in der Schule“, so Lorz.

Das Kultusministerium unterstützt die pädagogische Arbeit der Gedenkstätte durch zwei Lehrkräfte, die mit ihrem Fachwissen Einblicke in die Geschichte der Anstalt bieten und so die Unterrichtsinhalte sinnvoll ergänzen. Um die große Nachfrage nach Rundgängen zu erfüllen, werden seit nunmehr drei Jahren Lehrkräfte gezielt geschult und weitergebildet, um die Klassen selbstständig führen zu können. Die Dauerausstellung bildet dabei den Kernbereich.

Empathie und Urteilsvermögen fördern

Im Gespräch mit den Schülerinnen und Schülern der Fürst-Johann-Ludwig-Schule blickte der Minister nicht nur zurück auf Geschehenes, sondern diskutierte auch aktuelle Gefahren und die besondere Rolle, die dem Geschichtsunterricht im Bereich der Prävention zukomme. „Das Fach Geschichte vermittelt mehr als nur historische Fakten. Der Besuch einer Gedenkstätte wie Hadamar fördert Empathie und Urteilsvermögen und erzieht unsere Jugendlichen zu selbstbewussten und mündigen Bürgerinnen und Bürgern. Auch richtet die Ausstellung den Blick darauf, dass sich Menschen mit Behinderung nicht an die Gesellschaft anpassen müssen, sondern dass vielmehr wir gefordert sind, Bedingungen zu schaffen, die Behinderung nicht zur Benachteiligung werden lassen. Für das Engagement der Gedenkstättenleitung und der beteiligten Lehrkräfte bedanke ich mich deshalb herzlich.“

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Pressesprecher: 
Stefan Löwer