„Dein Typ ist gefragt“

Kultusminister Lorz verleiht DKMS-Schulsiegel

Thema: 
Auszeichnungen, Orden
23.10.2020Hessisches Kultusministerium

Kultusminister Prof. Dr. R. Alexander Lorz hat drei herausragend engagierte hessische Schulen mit dem DKMS-Schulsiegel ausgezeichnet.

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Kultusminister Lorz verleiht DKMS-Schulsiegel
Kultusminister Prof. Dr. R. Alexander Lorz, Ulrike Vogler (Ferdinand-Braun-Schule Fulda), Dr. Peter Binstadt (Kerschensteinerschule Wiesbaden), DKMS-Geschäftsführerin Dr. Elke Neujahr, Nick Szymanski (Johann-Philipp-Reis-Schule Friedberg
© DKMS

Seit Beginn des Schuljahrs verleiht die DKMS dieses Siegel bundesweit an Schulen, die sich nachhaltig im Kampf gegen Blutkrebs einsetzen. Das Engagement junger Menschen ist unverzichtbar bei der Suche nach potenziellen Stammzellspender:innen. Aus medizinischen Gründen kommen sie besonders häufig für eine Stammzellspende in Betracht. Deshalb führt die DKMS Schulaktionen in ganz Deutschland durch und klärt mit Unterrichtsmaterialien und Vorträgen über das Thema Blutkrebs auf.

Neben der Kerschensteinerschule in Wiesbaden zeichnete Kultusminister Prof. Dr. R. Alexander Lorz gestern gemeinsam mit DKMS-Geschäftsführerin Dr. Elke Neujahr die Ferdinand-Braun-Schule in Fulda sowie die Johann-Philipp-Reis-Schule in Friedberg aus. Die Kerschensteinerschule unterstützt die DKMS seit 2006. Bei zehn Aktionen haben sich dort bisher 1.468 junge Menschen in die Datei aufnehmen lassen, 31 von ihnen spendeten bereits Stammzellen. An der Ferdinand-Braun-Schule in Fulda haben sich in den vergangenen Jahren 1.317 Schüler:innen registrieren lassen, 29 von ihnen konnten mit einer Stammzellspende Hoffnung auf Heilung schenken. An der Johann-Philipp-Reis-Schule in Friedberg haben sich seit 2005 bei sieben Registrierungsaktionen 1.184 Schüler:innen in die Stammzellspenderdatei aufnehmen lassen, 19 von ihnen wurden zu Spender:innen und gaben Menschen mit Blutkrebs die Chance auf ein gesundes Leben.

Information, Aufklärung und konkrete Hilfe

„Junge Menschen engagieren sich gerne, wenn sie verstehen, warum ihre Hilfe so wichtig ist“, erklärte Kultusminister Prof. Dr. R. Alexander Lorz. „Das DKMS-Schulprojekt verbindet beides: Information und Aufklärung sowie die Möglichkeit, sehr konkret zu helfen. Deshalb freut es mich, dass immer mehr Schulen Typisierungsaktionen anbieten und daraus viele neue Lebenschancen für betroffene Patientinnen und Patienten entstehen. So schenken wir auch in schwierigen Zeiten Hoffnung.“ Als Schirmherr des DKMS-Schulprojekts in Hessen unterstützt er die Organisation in ihrem Anliegen, möglichst viele Schüler:innen für das Thema Blutkrebs zu sensibilisieren und sie dazu zu motivieren, sich als Stammzellspender:innen registrieren zu lassen.

Darüber hinaus würdigten der Kultusminister und die DKMS-Geschäftsführerin im Rahmen der Veranstaltung Prof. Dr. Peter Lorbacher für seinen langjährigen Einsatz für die DKMS. Gemeinsam mit dem Rotary Club Wiesbaden-Kochbrunn hat der Internist und Hämatologe in mehr als 20 Jahren 320.000 Euro an Geldspenden gesammelt und 4.500 potenzielle Spender:innen in die Datei aufgenommen. Über 70 davon haben tatsächlich Stammzellen gespendet. Der DKMS-Ehrenamtspreisträger und Träger des Bundeserdienstkreuzes 1. Klasse ist Mitinitiator des DKMS-Schulprojekts.

„Krebs macht keine Coronapause"

DKMS-Geschäftsführerin Elke Neujahr betonte anlässlich der Verleihung der DKMS-Schulsiegel die Bedeutung uneigennützigen Engagements gerade in schwierigen Zeiten: „Aufgrund der Pandemie haben wir im März sämtliche Registrierungsaktionen vor Ort und damit auch unsere Veranstaltungen an Schulen zunächst ausgesetzt. Doch Krebs macht keine Coronapause. Patientinnen und Patienten brauchen unsere Hilfe jetzt mehr denn je. Deshalb haben wir frühzeitig auf die veränderte Situation reagiert und unter Hochdruck neue Angebote entwickelt – zum Beispiel die Onlineaktion im virtuellen Raum und pünktlich zum neuen Schuljahr zusätzlich sichere Veranstaltungsformate für Schulen.“

Neujahr hob einmal mehr die Schulen als zentrale Orte hervor, um junge Menschen anzusprechen und über das Thema Stammzelltransplantation aufzuklären. „Ich freue mich sehr, dass wir unsere Aktivitäten an Schulen jetzt wieder aufnehmen können. Denn das Engagement junger Menschen ist im Kampf gegen Blutkrebs so wichtig. Mit digitalen Unterrichtsstunden und interaktiven Webinaren, die sich unkompliziert in den Schulalltag integrieren lassen, möchten wir die Schulen dabei bestmöglich unterstützen. Jede Schule, die an unserem Projekt teilnimmt, leistet einen wertvollen Beitrag dazu, die Überlebenschancen unzähliger Menschen mit Blutkrebs auf der ganzen Welt zu verbessern!“

Hilfe ist auch weiterhin dringend nötig

Seit 15 Jahren zeigt das DKMS-Schulprojekt, wie gut sich Lernen und soziales Engagement miteinander verbinden lassen. Das Angebot unter dem Motto „Dein Typ ist gefragt“ richtet sich an Gymnasien, Gesamtschulen und berufsbildende Schulen. Die DKMS stellt allen teilnehmenden Einrichtungen innovativ aufbereitete kostenlose Unterrichtspakete zur Verfügung, die sich sowohl digital als auch im Präsenzunterricht einsetzen lassen. Am Ende jeder Schulaktion haben interessierte junge Menschen ab 17 Jahren die Möglichkeit, sich unter Einhaltung der geltenden Corona-Sicherheitsvorkehrungen als potenzielle Stammzellspender:innen registrieren zu lassen. Dazu erhalten sie das Material für einen Wangenabstrich, können diesen zu Hause selbst durchführen und das Set anschließend kostenfrei an die DKMS zurückschicken.

Insgesamt haben sich über das DKMS-Schulprojekt bereits 444.600 Schüler:innen (davon 34.601 an hessischen Schulen) in die DKMS-Datei aufnehmen lassen. 5.142 von ihnen haben einem Patienten eine Chance auf ein gesundes Leben geschenkt – darunter 353 aus Hessen. Doch Hilfe ist auch weiterhin dringend nötig: Alle 15 Minuten erhält allein in Deutschland ein Mensch die Schockdiagnose Blutkrebs. Für viele Blutkrebspatienten ist eine Stammzelltransplantation die einzige Überlebenschance. Weitere Schulaktionen und zusätzliche junge Spender können diesen Menschen Hoffnung schenken!

Über die DKMS

Die DKMS ist eine internationale gemeinnützige Organisation, die sich dem Kampf gegen Blutkrebs verschrieben hat. Sie wurde 1991 in Deutschland von Dr. Peter Harf gegründet und verfolgt seitdem mit mehr als 900 Mitarbeiter:innen das Ziel, möglichst vielen Menschen eine zweite Lebenschance zu geben. Dies ist ihr bis heute mit über 10 Millionen registrierten Lebensspendern durch die Vermittlung von Stammzellspenden mehr als 87.000-mal gelungen. Damit ist sie weltweit führend in der Versorgung von Patientinnen und Patienten mit Stammzelltransplantaten. Neben Deutschland ist die Organisation in den USA, Polen, UK und Chile aktiv. In Indien hat sie gemeinsam mit dem Bangalore Medical Services Trust das Joint Venture DKMS-BMST gegründet; in Südafrika arbeitet die DKMS mit ihrem Partner The Sunflower Fund zusammen, denn wie die Organisation selbst kennt auch Blutkrebs keine Grenzen.

Darüber hinaus engagiert sich die DKMS im Bereich Medizin und Wissenschaft mit ihrer eigenen Forschungseinheit, um die Überlebens- und Heilungschancen von Patienten immer weiter zu verbessern. In ihrem Hochleistungslabor, dem DKMS Life Science Lab, setzt sie weltweit Maßstäbe bei der Typisierung potenzieller Stammzellspender:innen.

Kontakt für Pressevertreter

Pressesprecher: 
Michael Ashelm
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