Erweiterung

Lichtigfeld-Schule Frankfurt: Grundsteinlegung für Neubau

Thema: 
Rund um das Schuljahr
23.03.2018Hessisches Kultusministerium

Für die Erweiterung der Isaak Emil Lichtigfeld-Schule wird in der Westendstraße der Grundstein für einen Neubau gelegt. Damit entsteht für die staatlich anerkannte, jüdische Privatschule Raum für den neu geschaffenen Weg zum Abitur.

Erstmals seit 1939 wird ab dem kommenden Schuljahr an der jüdischen Schule in Frankfurt wieder ein Abiturjahrgang angeboten. Bislang mussten die Jugendlichen nach der 9. Klasse auf andere Schulen wechseln. Damit werden auch weitere Klassenzimmer erforderlich, die sich im Stammhaus der Schule, dem Philanthropin in der Hebelstraße, nicht unterbringen ließen.

Dank der Unterstützung seitens des Hessischen Kultusministeriums und der Stadt Frankfurt am Main ist es gelungen, das Areal des Gemeindezentrums, das die Savignystraße und die Westendstraße verbindet, zu diesem Zweck zu erweitern.

Eröffnung für 2019 geplant

Hessens Kultusminister Prof. Dr. R. Alexander Lorz freut sich über die heutige Grundsteinlegung: „Heute ist ein guter Tag für die Jüdische Gemeinde in Frankfurt und die Schullandschaft der Stadt. Mit der zukünftigen Erweiterung gibt es schon bald Platz, damit die Schülerinnen und Schüler durchgängig von der Grundschule bis zum Abitur hier an der Lichtigfeld-Schule unterrichtet werden können. Dafür gilt mein Dank der Stadt Frankfurt, die alle erforderlichen Baugenehmigungen rechtzeitig erteilen konnte, damit das Gebäude 2019 nach Plänen des Architekturbüros HGP Architekten Leben Kilian PartG mbB eröffnen kann.“ In das neue Gebäude werden nach der Fertigstellung die Schüler und Schülerinnen der Grundschule der I. E. Lichtigfeld-Schule, von der Eingangsstufe bis zur 4. Klasse einziehen.

Auf der Platte, die Ihren Platz unter dem Ritualhandwaschbecken in der künftigen Kantine des Neubaus finden wird, steht: „Mit Errichtung dieses Schulgebäudes wird jener Grundstein erweitert, der am 8. November 1984 aus Anlass der Erbauung des Jüdischen Gemeindezentrums Frankfurt am Main, später Ignatz Bubis-Gemeindezentrum, gelegt wurde. Möge er Grundstein einer gesicherten und erfolgreichen Zukunft der historisch gesehen vierten Jüdischen Gemeinde Frankfurt am Main sein.“ Salomon Korn, Vorstandsvorsitzender der Jüdischen Gemeinde Frankfurt am Main und Architekt des nunmehr 30 Jahre alten Baus fügt freudig hinzu: „Damals war die Tatsache, dass wir einen Bau errichteten schon ein Bekenntnis zu einem dauerhaften Aufenthalt der Juden in Deutschland. Wir haben uns nicht vorstellen können, dass die räumlichen Kapazitäten des Gemeindezentrums bereits eine Generation später nicht mehr ausreichen werden.“

Dr. Noga Hartmann, Schulleiterin der I.E. Lichtigfeld-Schule, blickt auf den Abbruchhaufen und ist in Gedanken schon bei ihren 475 Schülern: „Wenn wir in einigen Jahren auf dem Abiball sind, dann werden wir alle wissen, dass wir einen Meilenstein für alle weiteren Jahrgänge gesetzt haben.“ 

Über die Jüdische Gemeinde Frankfurt/M.:

Die 1947 neu gegründete Jüdische Gemeinde Frankfurt ist heute gesellschaftlich fest in der Stadt Frankfurt am Main verankert. Sie zählt zu den vier größten jüdischen Gemeinden Deutschlands. Mit ihren knapp 6.500 Mitgliedern bietet sie alles, was für ein modernes jüdisches Leben notwendig ist: Sie unterhält mehrere Synagogen, ein Gemeindezentrum, in dem sich u. a. ein koscheres Restaurant befindet, Kindergärten, Krippe, eine Kindertagesstätte, die I. E. Lichtigfeld-Schule, eine eigene Sozialabteilung sowie eine Kulturabteilung. Ein Jugend- und ein Altenzentrum mit Tagespflege und einer Altenwohnanlage sowie Friedhöfe zählen weiterhin zu den Einrichtungen der Gemeinde.

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Pressesprecher: 
Stefan Löwer
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