Effektive Schulverwaltung

Neue Struktur für hessische Bildungsverwaltung beschlossen

24.03.2015Hessisches Kultusministerium

Der Hessische Landtag hat heute in 3. Lesung das „Gesetz zur Neustrukturierung der hessischen Bildungsverwaltung“ beschlossen. Der Hessische Kultusminister Prof. Dr. R. Alexander Lorz betonte in seiner Rede das allen vorliegenden Gesetzentwürfen gemeinsame Ziel einer effektiven Schulverwaltung, die die Schulen in ihrer Selbstständigkeit unterstütze und in der Kooperation ein klare Handlungsmaxime sei. „Die Hessische Landesregierung unterstützt das Anliegen, die Staatlichen Schulämter wieder zu eigenständigen Dienststellen zu machen und eine effektive Schulverwaltung zu erreichen“, so Lorz. Die 15 regionalen Staatlichen Schulämter werden künftig wieder selbstständig als untere Schulaufsichtsbehörden, sollen aber in Kooperationsverbünden zusammenarbeiten. „Damit schaffen wir verlässliche Strukturen in der Verwaltung, die die Arbeit der Schulen vor Ort tatkräftig unterstützen.“

Der Kultusminister hob in dem Zusammenhang die Bedeutung der Ämter in der Fläche hervor: „Für mich sind die Leiterinnen und Leiter der Staatlichen Schulämter die Garanten für die Bewältigung der vielschichtigen Herausforderungen, die sich vor Ort stellen. Ihnen und ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gelten deshalb mein Dank und mein Respekt dafür, wie sie sich diesen Anforderungen stellen.“ Mit ihren multiprofessionellen Teams lösten die Schulämter dabei auch die zahlreichen komplexen Alltagsprobleme in der Region, und sie seien es, die dabei helfen, die Umsetzung der zentralen Vorhaben zu ermöglichen. „Wir brauchen unsere zuverlässigen und loyalen Staatlichen Schulämter und zwar auch in Zeiten der zunehmend selbstständiger werdenden Schulen!“

Gründung der Hessischen Lehrkräfteakademie

Neben dem Erhalt und der Selbstständigkeit der 15 Schulämter ist der weitere zentrale Aspekt der Neustrukturierung der hessischen Bildungsverwaltung die Gründung der  Hessischen Lehrkräfteakademie. „Diese wird künftig im Auftrag des Kultusministeriums und in enger Abstimmung mit den Staatlichen Schulämtern zu den Themen, die für die Weiterentwicklung des Unterrichts und des Schulwesens prioritär sind, landesweit gültige Fortbildungskonzeptionen und Qualitätsstandards erarbeiten“, erläuterte Kultusminister Lorz. Die Rahmenkonzepte würden dann in Verantwortung der Kooperationsverbünde regional umgesetzt, und zwar – wo immer möglich – durch direkte Fortbildung und Prozessbegleitung in den Schulen. „Damit können wir gleichzeitig eine landesweite Ausrichtung und eine hohe Wirksamkeit der Fortbildung für die Schulen erreichen.“

„Mit der Hessischen Lehrkräfteakademie wollen wir die Lehrerfortbildung in unserem Land künftig einheitlich gestalten“, erklärte Lorz. „Damit setzen wir klar neue Akzente im Vergleich zum status quo ante.“ Lorz erinnerte in dem Zusammenhang auch an die zahlreich von Verbänden geäußerte Kritik an der langjährigen Zersplitterung der Lehrerfortbildung durch unkoordinierte Angebote verschiedener Träger. „Genau hier setzt die neue Aufgabenstellung der Akademie an. Aber nicht nur hier. Mit der engeren Verzahnung der Aufgaben der Lehrerbildung und der Qualitätsentwicklung, verbunden mit einer Neuausrichtung der Lehrerbildung, die sich dadurch auszeichnet, dass Erkenntnisse aus Erziehungswissenschaft, interner und externer Evaluation unmittelbar in die Lehrerbildung einfließen, wird die Akademie die Lehrerbildung fit für die Zukunft gemacht.“ Die Ergebnisse der empirischen Wende in der Erziehungswissenschaft würden so nicht nur die erziehungswissenschaftlichen Bibliotheken füllen, so Lorz, sondern als Handlungsmaxime auch dort ankommen, wo sie gebraucht würden: in den Klassenzimmern.

Kooperationsverbünde der Staatlichen Schulämter

Die Idee der Kooperationsverbünde wurde von den Leiterinnen und Leitern der Staatlichen Schulämter gemeinsam mit dem Hessischen Kultusministerium entwickelt und weiter präzisiert. Mehrere benachbarte Schulämter treffen auf der Basis eines schriftlichen Kontrakts verbindliche Absprachen zur Kooperation bei fachlichen Themenstellungen und zur wechselseitigen personellen Unterstützung. Dies gewährleistet eine größere Einheitlichkeit bei der Erledigung fachlicher Aufgaben, daher eine Qualitätssteigerung, und erzielt zugleich Effizienzgewinne.

Der Kultusminister betonte abschließend noch einmal, dass jede Sorge, die Zahl der Staatlichen Schulämter könnte mittelfristig reduziert werden, unbegründet sei: „Um es in aller Deutlichkeit zu sagen: die Standorte bleiben erhalten!“ Die neue Struktur entwickele die hessische Bildungsverwaltung aber konsequent fort und mache sie zukunftsfähig“, so Lorz.

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