Wettbewerb

Über 1200 Schüler knobeln beim 28. Tag der Mathematik

Thema: 
Auszeichnungen, Orden, Rund um das Schuljahr
18.03.2019Hessisches Kultusministerium

Kultusstaatssekretär Lösel ehrt erfolgreiche Schülerinnen und Schüler beim Tag der Mathematik

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Kultusstaatssekretär Lösel ehrt erfolgreiche Schülerinnen und Schüler beim Tag der Mathematik
© Zentrum für Mathematik

Sechs Stunden Mathe an einem schulfreien Samstag. Mehr als 1200 Oberstufenschüler an bundesweit zehn Standorten. Motivierte Teilnehmer, stolze Lehrer und beeindruckte Beobachter: Beim 28. Tag der Mathematik hatten die Teilnehmer am 16. März viel Spaß beim gemeinschaftlichen Knobeln und kreativen Erkunden von Lösungswegen. Das Zentrum für Mathematik (ZFM) ist Ausrichter einer Traditionsveranstaltung, die seit 1992 regelmäßig mathebegeisterte Schüler der Jahrgangsstufe 12 vereint, die sich außerhalb des Unterrichts mit anspruchsvollen Aufgaben auseinandersetzen wollen.

Staatssekretär beeindruckt von der Leidenschaft der Mathe-Cracks

Marius Nüchter, der den Wettbewerb bundesweit mit den ZFM-Projektleitern vor Ort koordiniert, bilanzierte ein erfolgreiches Mathefest mit anhaltend großen Teilnehmerzahlen. Allein an der Frankfurt School of Finance & Management in der Mainmetropole waren am Samstag mehr als 300 Schülerinnen und Schüler in 71 Gruppen aus 27 Schulen dabei. 38 begleitende Lehrer nahmen an dem parallel stattfindenden Fortbildungsprogramm teil. Das ZFM organisierte die EDV und das Korrektorenteam. Ein großer Aufwand, der sich einmal mehr gelohnt hat. Das Audimax war bis auf den letzten Platz besetzt. Auch Kultusstaatsekretär Dr. Manuel Lösel zeigte sich beeindruckt von der Energie und Leidenschaft der Mathe-Cracks: „Einmal mehr haben Hessens Schülerinnen und Schüler ihr Können auf anspruchsvollem Terrain unter Beweis gestellt. Die Teilnehmerzahlen belegen, dass wir mit unserer MINT-Strategie auf dem richtigen Weg sind und Kinder und Jugendliche für Fragen der Mathematik begeistern können.“

„Ich habe den Saal noch niemals so voll gesehen", so Hausherr Prof. Nils Stieglitz, Präsident und Geschäftsführer der Frankfurt School of Finance & Management. Er ermutigte die Teilnehmer, ihre Leidenschaft für die Mathematik weiter zu pflegen und ihre Fähigkeiten auszubauen. Gerade in einer technisch schnelllebigen Zeit mit vielen neuen Herausforderungen spiele die Mathematik eine herausragend wichtige Rolle.

Früher Teilnehmer, heute Politiker

Dr. Michael Meister ist parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung - und studierter Mathematiker. Beim Bensheimer Wettbewerb betonte der Bundespolitiker den hohen Stellenwert mathematischen Könnens im Zuge der Digitalisierung, der in Zukunft noch weiter zunehmen werde: „Mathematik ist ein Schlüssel zur Welt." Im global agierenden Dentalunternehmen Dentsply Sirona lobte Meister vor rund 80 Teilnehmern die Arbeit des ZFM, das in Kooperation mit Schule, Hochschule und Wirtschaft mit unterschiedlichen Projekten die mathematische Bildung und Kultur gezielt und nachhaltig fördere und bereichere. Der Dentsply-Ausbildungsleiter Reinhard Pfeifer betonte die Bedeutung der Mathematik und Ingenieurwissenschaften für die Zukunft eines starken Wirtschaftsstandorts Deutschland.

Szenenwechsel: In Darmstadt trafen sich fast einhundert Schüler im großen Atrium der Merck KGaA. Wie an jedem Standort wurden der Einzel- und Gruppenwettbewerb in der Wissenschaftsstadt von der spannenden Schnelligkeitswertung „Mathematische Hürden“ flankiert. Hier kam es besonders auf Teamarbeit, soziale Kompetenzen und Koordination unter gnadenlosem Zeitdruck an. Eine Mischung, die für den Hessischen Landtagsabgeordneten Bijan Kaffenberger besonders wertvoll ist: "Diese Fähigkeiten sind auch für einen Politiker maßgeblich." Der studierte Wirtschaftswissenschaftler aus Darmstadt nahm vor zehn Jahren als Schüler mit Leistungskurs Mathe selbst am Wettbewerb in Reinheim teil. Jetzt kehrte er als Beobachter zurück – und war vom konstanten Interesse an der Veranstaltung beeindruckt.

Wettbewerb kehrt nach Kassel zurück

Nach mehrjähriger Pause gab es auch eine geografische Wiederkehr: der Tag der Mathematik kam nach Nordhessen zurück. In Kassel trafen sich mehr als 50 Schülerinnen und Schüler an der Georg-Christoph-Lichtenberg-Schule. ZFM-Standortprojektleiterin Christiane Stückrath bilanziert ebenso wie die Schulleitung einen gelungenen Einstieg und blickt optimistisch auf die Ausrichtung in den nächsten Jahren.

Der Mathematik-Professor Dr. Andreas Meister von der Universität Kassel unterstrich im schulischen Zentrum für Mathematik und Begabtenförderung die interdisziplinäre Natur der Mathematik, die entgegen mancher Vorurteile eine überaus kommunikative, fachübergreifende und anwendungsbezogene Wissenschaft sei.

Hoher Anspruch, viel Spaß am Knobeln

„Eine Dreiviertelstunde für alle vier Aufgaben im Einzelwettbewerb war knapp", kommentierten die Schüler Jasmin Roos und Marc Thürmer in Wetzlar den auch zeitlich hohen Anspruch des Mathefestes. Zwei von 113 Teilnehmern, die nicht nur die Qualität, sondern auch die Atmosphäre während des Wettbewerbs lobten. „Völlig anderes als während der Matheklausur in der Schule", so die beiden 18-Jährigen. Was ihnen an Mathe gefällt? "Dass es logisch ist. Es gibt eine Lösung, und die ist richtig, da gibt's nichts zu diskutieren", meint Marc Thürmer.

Weitere Standorte waren am Samstag Erlangen, Fulda, Marburg, Münster, Reinheim und Heilbronn. Auf dem Bildungscampus zeigte sich ein ähnliches Bild wie überall: Zirkel und Geodreieck, Stifte und Blätter, Obst und Orangensaft. Taschenrechner und Handy waren tabu. Groß indes sei das anhaltende Interesse für Mathe und Naturwissenschaften, stellt Standortleiterin Maria Schirmeister fest. In Heilbronn wird der Wettbewerb von der Experimenta GmbH unterstützt – einer von knapp 30 namhaften Partnern und Förderern des Tags der Mathematik.

Stipendien für die Besten, Zertifikate für alle

„Man muss anders denken als im Schulunterricht", meint Maximilian Carle (16). Und die 17-jährige Julia Müller betont: „Um die Ecke denken ist doch toll!"

Sieger waren sie am Ende alle. Neben Zertifikaten und kleinen Präsenten gab es für die besten Teilnehmer Stipendien für die Mathematische Modellierungswoche, die im Herbst ebenfalls vom ZFM ausgerichtet wird.

Fazit

Der 28. Tag der Mathematik war mehr als ein sportliches Kräftemessen kluger Köpfe. Er hat einmal mehr den hohen Stellenwert der Universalsprache Mathematik als kreatives Vokabular und Instrument für Problemlösungen aller Art betont. „Wir wollen junge Menschen begeistern. Daran hat sich seit über 25 Jahren nichts geändert", so der stellvertretende ZFM-Vorstandssprecher Michael Meyer, der den Wettbewerb 1992 initiiert hat.

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Pressesprecher: 
Stefan Löwer
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