Inklusive Schulbündnisse in Hessen

Verlässliche Strukturen für Eltern, Schüler und Lehrer

Thema: 
Rund um das Schuljahr
05.03.2018Hessisches Kultusministerium

Kultusminister Lorz besucht Auftaktveranstaltung in Wiesbaden

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Inklusive Schulbündnisse in Hessen
© HKM

In einer breit angelegten Offensive hat das Hessische Kultusministerium gemeinsam mit den Staatlichen Schulämtern alle Schulleitungen und Schulträger zu 16 regionalen Veranstaltungen eingeladen, um über das Konzept und die hessenweite Umsetzung der inklusiven Schulbündnisse (iSB) zu informieren. Bei der heutigen Veranstaltung in der Elly-Heuss-Schule in Wiesbaden sagte Hessens Kultusminister Prof. Dr. R. Alexander Lorz: „Inklusion ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die uns alle vor große Herausforderungen stellt und nicht alleine bewältigt werden kann. Deshalb sind unsere Schulbündnisse ein wirksames Instrument, um die Inklusion schrittweise und behutsam voranzubringen. So können wir mit qualitativ hochwertigen Angeboten dem Wunsch der Eltern und des Kindes auf den bestmöglichen Förderort  entsprechen. Ich danke allen Verantwortlichen für ihr Engagement, denn Sie sind es, die der Inklusion zum Erfolg verhelfen.“ 

Inklusive Schulbündnisse

Ein inklusives Schulbündnis ist eine regionale Kooperation aus allgemeinen Schulen, Förderschulen und Beratungs- und Förderzentren. Die Bündnisse entscheiden im Einvernehmen mit dem jeweiligen Schulträger unter Berücksichtigung der Förderschwerpunkte jährlich über die Standorte für inklusiven Unterricht. Durch verbindliche Absprachen werden die Übergänge beispielsweise von der Grundschule in die weiterführende Schule geregelt. Schülerinnen und Schüler, die aufgrund ihrer Behinderung oder Beeinträchtigung eine Schule mit besonderer Ausstattung benötigen, werden zukünftig bei der Schulaufnahme an weiterführenden Schulen im Rahmen der Festlegungen durch die Bündniskonferenzen vorrangig berücksichtigt. „Obwohl das Hessische Schulgesetz grundsätzlich die Aufnahme aller schulpflichtigen Kinder in die allgemeine Schule vorsieht, können Eltern mit  Anspruch auf sonderpädagogische Förderung ihres Kindes die Aufnahme in eine Förderschule beantragen. Damit schaffen wir in Hessen ein echtes Wahlrecht zum Wohle der Kinder“, erklärte der Minister.

23 inklusive Schulbündnisse sind bereits im vergangenen Schuljahr gestartet, im laufenden Schuljahr sind weitere 36 hinzugekommen. Zum Schuljahr 2018/2019 folgen dann die übrigen 27 Schulbündnisse. Kultusminister Lorz dankte den Schulämtern herzlich für die gute Zusammenarbeit bei der Durchführung der Implementierungsveranstaltungen und ergänzte: „Mit den inklusiven Schulbündnissen beschreiten wir einen neuen vielsprechenden Weg. Mittlerweile sind dafür hessenweit rund 4.500 Förderschullehrkräfte im Einsatz, davon 500 zusätzliche Lehrkräfte alleine in dieser Legislaturperiode.“ Je nachdem, ob die Eltern für ihre Kinder eine Förderschule oder die inklusive Beschulung an der allgemeinen Schule wünschen, fließen die Förderschullehrerstellen an den jeweiligen Förderort. „Damit geben wir eine passgenaue Antwort auf die Herausforderungen inklusiver Beschulung und agieren mit Augenmaß und dem notwendigen Verantwortungsbewusstsein.“

,Prävention vor Feststellung‘

Innerhalb der inklusiven Schulbündnisse werden verlässliche Vereinbarungen zur Unterstützung der Schülerinnen und Schüler durch vorbeugende Maßnahmen getroffen. Dazu sagte der Minister: „Unser Leitmotiv lautet ,Prävention vor Feststellung‘. Deshalb widmen  wir uns frühzeitig der individuellen Förderung und beugen somit schulischen Misserfolgen vor. Der Sorge einiger Eltern und Lehrkräfte, Inklusion habe negative Auswirkungen auf die Leistungen nichtbehinderter Schülerinnen und Schüler, entgegnete der Minister: „Mitschülerinnen und Mitschüler werden durch die Inklusion von Kindern mit Anspruch auf sonderpädagogische Unterstützung in ihrem Lernfortschritt nicht gebremst. Vielmehr profitieren sie sogar vom gemeinsamen Lernen und erwerben zusätzliche soziale Kompetenzen.“

Und auch diejenigen Schulen, in denen Kinder und Jugendlichen mit Auffälligkeiten in der emotionalen und sozialen Entwicklung unterrichtet werden, lässt das Kultusministerium nicht allein. Für die unterrichtsbegleitende Unterstützung und Entlastung der Lehrerinnen und Lehrer hat die Landesregierung 700 neue Stellen, davon 400 an den Grundschulen und 300 an den weiterführenden Schulen, für sozialpädagogische Fachkräfte geschaffen, die nun sukzessive in den nächsten Wochen und Monaten an die Schulen kommen. Wichtiges Kriterium bei der Verteilung der Stellen ist der Anteil inklusiv beschulter Kinder und Jugendlicher. 

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Stefan Löwer
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