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Pakt für den Nachmittag

Zwei Drittel aller hessischen Schulen arbeiten ganztägig!

Thema: 
Ganztag
28.03.2017Hessisches Kultusministerium

Auch im kommenden Schuljahr wird der Ausbau der Ganztagsangebote in Hessen in erheblichem Maße voranschreiten.

Pressekonferenz zum Pakt für den Nachmittag
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© HKM

„Wir freuen uns über fünf neue Schulträgerregionen und insgesamt 46 Schulen, die wir 2017/18 in den ‚Pakt für den Nachmittag‘ aufnehmen“, erklärte Hessens Kultusminister Prof. Dr. R. Alexander Lorz heute in Wiesbaden. Neben dem Pakt, der die Ganztagsangebote an Grundschulen in den Fokus nimmt, stünden aber auch weitere Mittel in erheblichem Umfang für den Ausbau des regulären Ganztagsprogramms zur Verfügung. „Wie schon 2016 hat der Landtag auch 2017 noch einmal 6 Mio. Euro zusätzlich zur Verfügung gestellt, um die Ganztagsangebote insbesondere an weiterführenden Schulen unvermindert auszubauen.“ So werden im kommenden Schuljahr insgesamt 1.118 Schulen in Hessen ganztägig arbeiten. „Damit werden wir die Schwelle von zwei Dritteln aller Schulen überschreiten“, hob Kultusminister Lorz hervor.

Im dritten Schuljahr der Einführung des ‚Pakts für den Nachmittag‘ werden außerdem von insgesamt 33 Schulträgern 21 im Pakt mitarbeiten, also auch hier sind fast zwei Drittel abgedeckt. Zu den 16 Schulträgerregionen, die schon jetzt im Pakt für den Nachmittag, kommen noch einmal fünf hinzu:

  • der Landkreis Kassel
  • der Werra-Meißner-Kreis
  • der Landkreis Fulda
  • der Lahn-Dill-Kreis sowie
  • der Landkreis Limburg-Weilburg

In diesen fünf Regionen werden 19 Schulen in den ‚Pakt für den Nachmittag‘ aufgenommen, 27 Schulen kommen aus den ‚alten‘ Paktregionen neu hinzu, so dass insgesamt 46 Schulen im Schuljahr 2017/18 neu im Programm für den Ausbau der ganztägigen Angebote an Grundschulen aufgenommen werden. Zusammen mit den 122 Schulen, die schon jetzt im Pakt arbeiten, ergibt sich eine Gesamtzahl von 168 Schulen im Pakt für den Nachmittag 2017/18. „So, wie im Koalitionsvertrag vorgesehen, ermöglichen wir allen Grundschulen, die ganztägig arbeiten möchten und von ihren Schulträgern für die Aufnahme in den ‚Pakt für den Nachmittag‘ angemeldet werden, die Aufnahme ins Ganztagsprogramm. So schaffen wir landesweit zusätzliche Bildungs- und Betreuungsangebote am Nachmittag und kommen damit dem Wunsch vieler Eltern nach, die sich eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie wünschen“, erklärte Lorz. Eine Gesamtübersicht der Schulen kann der anhängenden Liste entnommen werden.

Pakt für den Nachmittag steht insbesondere für höhere Qualität der Angebote

Die Bildungs- und Betreuungsangebote, die das Land und der jeweilige Schulträger gemeinsam an den Grundschulen, die am Pakt für den Nachmittag teilnehmen, organisieren, werden sowohl von den Eltern als auch von den Lehrkräften sehr positiv gesehen und als deutlicher Fortschritt wahrgenommen. Auch wenn anfangs ein höherer Kommunikations- und Abstimmungsbedarf nötig sei, bestätigten die teilnehmenden Schulen, dass sich der Aufwand im Hinblick auf die Chancen für eine qualitative Schulentwicklung lohne. „Der bedarfsgerechte Ausbau unserer Ganztagsangebote ist das eine Ziel“, erläuterte der Kultusminister. „Das andere ist, in gleichem Maße die Qualität der Angebote zu erhöhen, indem wir landesweite Standards setzen und die Schulen bei der Umsetzung fachlich beraten und unterstützen.“ Ganz selbstverständlich würden dabei die Verhältnisse vor Ort in den Blick genommen, bewährte Strukturen genutzt und vorhandene Angebote integriert. Eines der wichtigsten Angebote, das an vielen Paktschulen unterbreitet werde, seien sogenannte Lernzeiten, in denen die Kinder unter pädagogischer Betreuung ihre Hausaufgaben erledigen und den im Unterricht behandelten Stoff vertiefen können. „Das stärkt die Möglichkeiten der individuellen Förderung jedes einzelnen Kindes“, so Lorz.

Weiterer Ausbau der Ganztagsprofile 1, 2 und 3

Neben dem Ausbau von Ganztagsangeboten an Grundschulen im Rahmen des ‚Pakts für den Nachmittag‘ bietet das Land Städten und Kreisen in verstärktem Maße auch die Möglichkeit, Grundschulen und weiterführende Schulen im regulären Ganztagsprogramm neu aufzunehmen oder weiterzuentwickeln. Zu den bereits bestehenden Finanzierungsmöglichkeiten kommt auch 2017 das bereits erwähnte 6 Mio. Euro-Zusatzprogramm hinzu. „Im kommenden Schuljahr nehmen wir 26 Schulen neu in das reguläre Ganztagsprogramm des Landes auf, davon 23 in Profil 1 und drei sogleich in Profil 3, also als gebundene Ganztagsschule“, erläuterte der Kultusminister weiter. Außerdem wechseln 22 Schulen in ein höheres Profil und sage und schreibe 170 Schulen (!) erhalten durch eine höhere Stellenzuweisung die Möglichkeit, ihre Angebote im bestehenden Profil zu erweitern.

Im Rahmen der Profilerweiterungen und Neugründungen wird es im kommenden Schuljahr insgesamt fünf Schulen in Hessen geben, die neu als gebundene Ganztagsschulen arbeiten werden:

  • die Bergwinkel-Grundschule in Schlüchtern (Main-Kinzig-Kreis)
  • die Gesamtschule Busecker Tal (Landkreis Gießen)
  • die Kirchbergschule in Herborn (Lahn-Dill-Kreis)
  • die IGS Kalbach/ Riedberg (Neugründung in Frankfurt) sowie
  • die KGS Niederrad (Neugründung in Frankfurt)

„Nach wie vor gilt: Alle Schulen in Hessen, die sich zu einer gebundenen Ganztagsschule weiterentwickeln oder von ihrer Neugründung an als Ganztagsschule starten wollen und ein entsprechendes tragfähiges pädagogisches Konzept vorlegen, erhalten unsere Unterstützung und werden genehmigt“, betonte Kultusminister Lorz. Insgesamt wird es damit im kommenden Schuljahr 99 gebundene Ganztagsschulen in Hessen geben.

Hoher Ressourceneinsatz und maßgeschneiderte Angebote für jede Schulform

„Die Türen für den Ausbau der Ganztagsangebote sind in Hessen heute wie auch in Zukunft weit geöffnet“, hob Kultusminister Lorz zusammenfassend hervor. Bis zu 230 Stellen stellt das Land in seiner Haushaltsplanung jedes Jahr verlässlich zur Verfügung. Hinzu kommt das 6 Mio. Euro-Zusatzprogramm, mit dem auch in diesem Jahr weitere Wünsche und Bedarfe der Schulträger zum Ausbau der Ganztagsangebote erfüllt werden können. „Wir sind stolz auf diesen erheblichen Mitteleinsatz, den unsere Schulen für die Umsetzung ihrer Ganztagsangebote benötigen“, so Lorz. Die Schulen könnten somit zwischen verschiedenen Angeboten frei entscheiden und sich im Laufe der Jahre weiterentwickeln. „Freiwilligkeit, Flexibilität und individuelle Förderung sind die Leitlinien unserer ganztägigen Angebote in Hessen. Damit werden wir den Wünschen und Vorstellungen von Eltern und Schulgemeinden gerecht. Denn es gibt nicht nur ein richtiges und allein selig machendes Modell. So individuell wie die Verhältnisse und Bedarfe vor Ort sind, so individuell können wir mit unseren Angeboten darauf reagieren.“

Kontakt für Pressevertreter

Pressesprecher: 
Stefan Löwer