Mädchen sitzt hinter Stapeln von Büchern und liest.

Hessisches Kultusministerium

Schlüssel zu mehr Bildungs- und Chancengerechtigkeit

Das Land startet die zweite Phase der Bund-Länder-Initiative „BiSS“.

„Das Erlernen der Bildungssprache Deutsch ist der Schlüssel zu schulischem Erfolg und gesellschaftlicher Teilhabe“, erklärte Kultusminister Prof. Dr. R. Alexander Lorz heute in Wiesbaden. Deshalb nehme die Stärkung bildungssprachlicher Kompetenzen eine zentrale Rolle im Koalitionsvertrag der Landesregierung ein. „Um Schülerinnen und Schüler mit und ohne Migrationshintergrund noch besser beim Deutschlernen zu unterstützen, starten wir nun die zweite Phase innerhalb der Bund-Länder-Initiative ‚Bildung in Sprache und Schrift‘, den sogenannten BiSS-Transfer.“

BiSS-Transfer ist ein Teil des Maßnahmenpakets zur Stärkung der Bildungssprache Deutsch, das sich aus drei zentralen Feldern zusammensetzt: grundlegende Fertigkeiten stärken, Lesekompetenz fördern und Handlungskompetenz mit Texten und Sprache ausbauen. Die Evaluation aus der ersten Phase von BiSS (2013-2019) konnte zeigen, dass seine Instrumente in der Praxis grundsätzlich wirksam sind. Diese Erkenntnisse sollen nun in der zweiten Phase noch stärker in die Schulpraxis übertragen werden. Dabei werden insgesamt sieben Verbünde aus Schulen und Kindertagesstätten gegründet, die bis zum Jahr 2025 ein Netzwerk zu bildungssprachlichen Themenfeldern aufbauen. Die beteiligten Schulen und Kitas erhalten in diesem Rahmen die Gelegenheit, Fortbildungen zu durchlaufen und eine wissenschaftliche Begleitung bei der Umsetzung von Schulentwicklungsvorhaben mit bildungssprachlicher Zielsetzung in Anspruch zu nehmen.

Die Bund-Länder-Initiative umfasst inzwischen ein Netzwerk aus über 90 Schul- und Kita-Verbünden. Die Tendenz ist steigend, da BiSS gerade in einem Schuljahr des Aufholens ideale Möglichkeiten bietet, bildungssprachliche Fertigkeiten systematisch zu fördern. „BiSS-Transfer stellt eine bemerkenswerte Gelegenheit dar, wissenschaftliche Expertise und schulpraktische Erfahrung miteinander zu verknüpfen“, ergänzte der Minister. „Entscheidend ist dabei, dass die erfolgreichen Konzepte aus der ersten Etappe jetzt weiteren Schulen zugänglich gemacht werden.“

Die hessischen Verbünde in BiSS-Transfer

  • Orthografie: Das Ziel des Verbunds Orthografie besteht darin, Schulen dabei zu unterstützen, den Rechtschreibunterricht zu systematisieren und konsistent aufbauend zu gestalten.
  • Handschrift: Die Vermittlung des korrekten Ablaufs beim Schreiben ist die Grundlage für die Entwicklung einer gut lesbaren, flüssigen, verbundenen Handschrift, auf der in diesem Verbund der Fokus liegt.
  • Verstärkte Leseförderung: Zentrale Inhalte sind die Komponenten Leseflüssigkeit, Lesekompetenz und Lesemotivation, die anhand von unterschiedlichen Strategien und Methoden trainiert und ausgeweitet werden.
  • Stärkung bildungssprachlicher Textkompetenz bei Kindern deutscher und nichtdeutscher Herkunftssprache in allen Fächern im Übergang von Klasse 4 nach 5: Im Rahmen des Verbunds „TeKom 4+5“ erweitern Lehrkräfte aller Unterrichtsfächer ihre sprachdiagnostischen und sprachförderdidaktischen Kompetenzen insbesondere für jene bildungssprachlichen Themenbereiche, in denen die konzeptionelle Schriftlichkeit systematisch aufgebaut werden soll.
  • Deutsch für den Schulstart: Das Konzept basiert auf fundierten Erkenntnissen der angewandten Sprachwissenschaft und Sprachdidaktik und nutzt diese für eine didaktische Konzeption, die Kinder beim Auf- und Ausbau ihrer deutschen Sprachkenntnisse begleitet.
  • Sprachentdecker: Das Ziel des Verbunds Sprachentdecker ist es, die alltags- und bildungssprachlichen Kompetenzen der Kinder im Deutschen zu verbessern; es handelt sich um eine alltagsintegrierte Sprachförderung und Sprachbildung.
  • Sprachförderprofis: Das Ziel des Verbunds besteht in einer nachhaltigen, durchgängigen und systematischen Sprachförderung von Kindern durch eine gemeinsame Professionalisierung von Sprachförderkräften in den Kitas, den Grundschulen und den Fachschulen für Sozialwesen.

Interessierte Kindertagesstätten und Schulen können sich über die Kontaktadresse biss-transfer@kultus.hessen.de melden, um sich der Bund-Länder-Initiative anzuschließen.