Hessische Schulpolitik

Deutschförderung als Motor für eine gelingende Integration

Thema: 
Sprachförderung, Statistiken und Studien
11.11.2016Hessisches Kultusministerium

Kultusminister Lorz sieht in der Integration von Flüchtlingen und Zuwanderern eine Chance für alle hessischen Schülerinnen und Schüler

Kultusminister Lorz ist mit einer Intensivklasse der Adalbert-Stifter-Schule in Wiesbaden abgebildet.
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Kultusminister Prof. Dr. R. Alexander Lorz besucht eine Intensivklasse der Adalbert-Stifter-Schule in Wiesbaden.
© HKM

Die Beschulung von Kindern und Jugendlichen, die als Flüchtlinge und Zuwanderer in unser Land kommen, steht seit rund einem Jahr im besonderen Fokus der hessischen Schulpolitik. Im Rahmen der ‚Woche der Bildung‘ der Hessischen Landesregierung hat Kultusminister Prof. Dr. R. Alexander Lorz heute die Wiesbadener Adalbert-Stifter-Schule besucht, um sich noch einmal selbst einen Eindruck von der seitdem geleisteten Arbeit zu verschaffen. „Ich freue mich sehr, heute einen Einblick in die herausragende Arbeit dieser Schulgemeinde zu bekommen. Die Mitschülerinnen und Mitschüler sowie die Lehrkräfte sind für die vielen nach Hessen geflüchteten Kinder und Jugendliche einer der wichtigsten Bezugspunkte in ihrem neuen Leben. Daher ist die Arbeit, die hier geleistet wird, besonders wichtig und wertvoll“, sagte der Kultusminister nach dem Besuch der Intensivklasse und ergänzte: „Es ist unstreitig, dass Bildung der Motor für eine gelingende Integration ist – zunächst hier in die Schulgemeinde und dann auch in die Gesellschaft.

Im November vergangenen Jahres hat das Hessische Kultusministerium damit begonnen, bei der Zuweisung von Lehrerstellen für die außergewöhnlich steigende Zahl der sogenannten Seiteneinsteigerinnen und Seiteneinsteiger ohne oder mit nur wenigen Deutschkenntnissen auf eine monatliche Nachsteuerung zu setzen. Die davon betroffenen Schülerinnen und Schüler werden dem schulischen Gesamtsprachförderkonzept folgend in der Regel zunächst in sogenannten Intensivklassen unterrichtet. „Ziel der Landesregierung ist es, den Kindern und Jugendlichen einen optimalen Zugang zur Bildungssprache zu schaffen und damit die Integration nachhaltig zu fördern und zu forcieren. Unser Leitmotiv dabei ist: ‚Integration gemeinsam meistern – Zusammenhalt stärken‘.“ Unter diesem Motto hatte Kultusminister Lorz in der vergangenen Woche den ‚Schulischen Integrationsplan‘ vorgestellt, der die Maßnahmen zusammenfasst, die nach der Intensivsprachförderung folgen und die Integration in die Regelklassen befördern sollen.

Neben dem Besuch der Intensivklasse der Adalbert-Stifter-Schule konnte der Kultusminister in Gesprächen mit Schulleitung und Lehrkräften auch einen Eindruck davon gewinnen, welche Hürden die Schulgemeinde bei der Integration der Zuwanderer und Flüchtlinge genommen hat und welche Herausforderungen noch vor ihr stehen. „Ich bin sehr beeindruckt, mit welchem Engagement alles dafür getan wird, dass diese Kinder hier nicht nur die deutsche Sprache lernen, sondern auch integraler Bestandteil der Schulgemeinde werden. Wir als Landesregierung sind der Überzeugung, dass diese Integration eine große Chance für die gesamte Schulgemeinde und eine Bereicherung für das Miteinander darstellt“, so Minister Lorz abschließend.

„Schulischer Integrationsplan“

Seit Beginn der großen Flüchtlings- und Zuwandererbewegung wurden annähernd 20.000 Kinder und Jugendliche ohne ausreichende Deutschkenntnisse an Hessens Schulen aufgenommen, so viele wie nie zuvor in der Geschichte des Landes. Nachdem es zunächst vorrangig galt, den Kindern und Jugendlichen die deutsche Sprache zu vermitteln, steht das hessische Bildungssystem in den kommenden Monaten und Jahren vor der Herausforderung, einen beachtlichen Teil dieser Flüchtlinge und Zuwanderer, die aus den Intensivklassen in die Regelklassen wechseln, in die regulären Klassengemeinschaften zu integrieren. Unter dem Leitmotiv „Integration gemeinsam meistern – Zusammenhalt stärken“ soll den Schulen bei der Bewältigung dieser Herausforderung mit einer zusätzlichen Personalausstattung sowie Fortbildungs- und Beratungskompetenz für die Lehrkräfte unter die Arme gegriffen werden.

Hintergrundinformationen:

Zur Schule:

Die  Adalbert-Stifter-Schule ist eine Grundschule der Stadt Wiesbaden, die aktuell von 265 Schülerinnen und Schülern besucht wird. An der Schule gibt es eine Intensivklasse mit 14 Seiteneinsteigerinnen und Seiteneinsteigern.

Zahlen zur Intensivsprachförderung der Flüchtlinge und Zuwanderer (Oktober 2016):

Von den derzeit insgesamt rund 26.000 Seiteneinsteigerinnen und Seiteneinsteigern, die eine Intensivsprachförderung erhalten, werden rund 18.000 in Intensivklassen unterrichtet. Diese teilen sich auf knapp 900 Intensivklassen an allgemeinbildenden Schulen sowie knapp 400 Intensivklassen an Beruflichen Schulen (InteA – Integration und Abschluss) auf. Insgesamt kommen im Rahmen der gesamten Deutsch-Sprachförderung des Landes Hessen mehr als 2.000 Lehrerstellen zum Einsatz.

Kontakt für Pressevertreter

Pressesprecher: 
Michael Ashelm
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