Kooperation

Gemeinsam mit den Eltern den Schulalltag meistern

Thema: 
Rund um das Schuljahr
17.01.2019Hessisches Kultusministerium

Kultusstaatssekretär Lösel und Schauspieler Til Schweiger informieren sich über die „Familienklasse“ an der Grundschule Niederbiel.

003.jpg

Besuch der „Familienklasse“ an der Grundschule Niederbiel
© HKM

Schwierigkeiten in der Schule sind oftmals auf Probleme im familiären Umfeld zurückzuführen. Der Lahn-Dill-Kreis hat deshalb in Kooperation mit dem Albert-Schweitzer-Kinderdorf Wetzlar und interessierten Grundschulen das Modell der „Familienklassen“ entwickelt. Heute haben sich Kultusstaatssekretär Dr. Manuel Lösel und der Schauspieler Til Schweiger, dessen Stiftung sich für benachteiligte Kinder und Jugendliche einsetzt und das Projekt mitfinanziert, an der Grundschule Niederbiel vom pädagogischen Konzept überzeugt. Dabei sagte der Staatssekretär: „Kinder kommen heute mit ganz unterschiedlichen Voraussetzungen in die Schule. Das geht auch mit steigenden Erziehungsaufgaben für unsere Lehrkräfte einher. Die Familienklasse ist ein im Landkreis erprobtes Mittel, das einerseits Schülerinnen und Schülern hilft, im Unterricht Fuß zu fassen und andererseits unsere Lehrkräfte dank der Zusammenarbeit mit außerschulischen Akteuren gezielt entlastet. Mein Dank gilt daher dem Albert-Schweitzer-Kinderdorf Wetzlar für die personelle und der Til Schweiger Foundation für die finanzielle Unterstützung.“

Eltern und Kinder verbringen einmal wöchentlich einen Schultag gemeinsam

Das präventive Konzept der Familienklasse richtet sich an Kinder, die unterschiedliche soziale und emotionale Auffälligkeiten zeigen und dadurch in ihrer schulischen Entwicklung beeinträchtigt sind. Es sieht vor, dass Familien bzw. Eltern mit ihren Kindern einmal wöchentlich einen Schultag gemeinsam verbringen. In der Klasse werden sowohl reguläre Unterrichtsinhalte vermittelt als auch erzieherische Ziele verfolgt: Die Schülerinnen und Schüler lernen mit professioneller Unterstützung, wie sie die Anforderungen des Schulalltags in der Regelklasse bewältigen und durch Verhaltensänderungen Erfolge im Unterricht erzielen können. Eltern bekommen gleichzeitig ein Gespür dafür, wie sie eigenständig und angemessen auf schwierige Situationen im Umgang mit ihrem Kind reagieren können und dadurch die Bindung zum Kind stärken.

Begleitet werden die Einheiten von einem Multifamilientrainer sowie einer Förderschullehrkraft des Beratungs- und Förderzentrums. Die Teilnahme ist auf drei bis sechs Monate angelegt. Den Unterricht an den restlichen vier Wochentagen verbringen die Schülerinnen und Schüler in ihren Regelklassen.

Eine notwendige Verzahnung von Bildungs- und Erziehungsarbeit

Dazu sagte Schulleiter Horst Hack: „Die präventive Ausrichtung des Konzeptes der Familienklasse stellt eine notwendige Verzahnung von Bildungs- und Erziehungsarbeit zwischen Familien dar. Durch die erstmalige Verbundlösung haben auch kleinere Grundschulen die Möglichkeit am Familienklassenkonzept zu partizipieren.“

Derzeit entwickelt das Kultusministerium ein Konzept zur breiteren Einführung von Familienklassen und befindet sich im Gespräch mit weiteren möglichen Pilotschulen. „Fakt ist, dass die Familienklassen nicht nur den schulischen Erfolg der Kinder fördern, sondern gleichzeitig auch den Zusammenhalt in der Familie stärken. Deshalb wollen wir unseren Modellversuch ausweiten und mehr Schülerinnen und Schülern und natürlich auch ihren Erziehungsberechtigten Zugang zu dieser außergewöhnlichen Fördermöglichkeit geben“, hielt Staatssekretär Lösel abschließend fest.

Kontakt für Pressevertreter

Pressesprecher: 
Stefan Löwer
Schließen