UNESCO-Kulturerbe

Genossenschaften als Kulturgut anerkannt

01.12.2016Hessisches Kultusministerium

Kultusminister Lorz begrüßt UNESCO-Anerkennung der Genossenschaftsidee als Immaterielles Kulturerbe

Hessens Kultusminister Prof. Dr. R. Alexander Lorz hat die gestern Abend erfolgte Anerkennung der Genossenschaften als Immaterielles UNESCO-Kulturerbe begrüßt: „Die Aufnahme der Genossenschaften ist ein wichtiges Signal auch in die Schule hinein. Bildung ist mehr als nur das Fitmachen für den beruflichen Aufstieg. Der Erfolg der Genossenschaftsidee beweist, dass nach dem Prinzip ‚Gemeinsam geht es besser!‘ Gesellschaft erfolgreich mitgestaltet werden kann. Diese wichtige Kompetenz hat auch im Unterricht ihren Platz.“

Der Zwischenstaatliche Ausschuss für die Erhaltung des Immateriellen Kulturerbes der UNESCO hatte heute die Aufnahme der „Idee und Praxis der Organisation von gemeinsamen Interessen in Genossenschaften“ in die Repräsentative Liste des Immateriellen Kulturerbes der Menschheit beschlossen. Die Nominierung des ersten deutschen Beitrags geht auf einen im Dezember 2014 von der Kultusministerkonferenz getroffenen Beschluss zurück. Mit diesem folgten die Minister der Empfehlung eines Expertenkomitees der Deutschen UNESCO-Kommission. Entworfen wurde der entsprechende Antrag von der Deutschen Friedrich-Wilhelm-Raiffeisen-Gesellschaft und der Hermann-Schulze-Delitzsch-Gesellschaft.

Weltweit über 800 Millionen Menschen in Genossenschaften

Raiffeisen und Schulze-Delitzsch zählen zu den Gründervätern der Mitte des 19. Jahrhunderts entstandenen deutschen Genossenschaftsbewegung. Heute sind weltweit über 800 Millionen Menschen in Genossenschaften organisiert, davon allein 20 Millionen in Deutschland. Die Organisationsform befähigt Interessengruppen durch Bündelung individuellen gesellschaftlichen Engagements zur wirksamen Artikulation und Durchsetzung gemeinsamer sozialer, wirtschaftlicher und kultureller Ziele. Dadurch fördern Genossenschaften laut Begründung der Deutschen UNESCO-Kommission soziale Werte wie Solidarität, Ehrlichkeit, Verantwortlichkeit, die Besinnung auf Gemeinsamkeiten und die Partizipation an demokratischen Strukturen. „Das sind Werte, die wir heute in der Schule wieder stärker vermitteln müssen. Der Grundgedanke, gemeinsame Ziele gemeinsam zu erreichen, spielt auch im Unterricht eine wichtige Rolle“, so Lorz, der die Nominierung in der Kultusministerkonferenz unterstützt hatte.

Der UNESCO-Ausschuss tagt noch bis zum Ende der Woche in Addis Abeba, Äthiopien. Deutschlands Nominierung für die nächste Runde steht bereits fest; im kommenden Jahr 2017 soll die Tradition des Orgelbaus und der Orgelmusik auf die Liste Immateriellen Kulturerbes folgen.

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