Haushalt 2017

Hessen macht weiter Tempo beim Ganztagsausbau!

Thema: 
Ganztag
07.09.2016Hessisches Kultusministerium

Kultusminister Lorz und Fraktionsvorsitzender Wagner stellen Zusatzprogramm für den Haushalt 2017 vor.

IGS Jawlensky
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© HKM

„Hessen macht weiter Tempo beim Ganztagsausbau!“ Für den Haushalt 2017 plant das Land neben den bereits langfristig vorgesehen 230 Stellen zusätzlich abermals ein Zusatzprogramm in Höhe von 6 Mio. Euro, erklärten heute Hessens Kultusminister Prof. Dr. R. Alexander Lorz und der Fraktionsvorsitzende und bildungspolitische Sprecher der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Hessischen Landtag, Mathias Wagner, bei einem gemeinsamen Besuch an der Integrierten Gesamtschule (IGS) Alexej von Jawlensky in Wiesbaden. Die Schule ist eine von neun Schulen, die im laufenden Schuljahr neu ins Profil 3 des Ganztagsprogramms des Landes gewechselt sind und damit künftig als gebundene Ganztagsschule arbeiten können.

Der Ausbau der schulischen Ganztagsangebote ist einer der politischen Schwerpunkte der Hessischen Landesregierung in dieser Legislaturperiode. „Davon profitieren Kinder, Eltern und auch die Kommunen“, sagte Lorz. Mit dem ‚Pakt für den Nachmittag‘ an hessischen Grundschulen hat die Landesregierung das größte Programm zum Ausbau von Ganztagsangeboten initiiert, das es je in Hessen gab. „Wir sind der festen Überzeugung, dass ganztägige Angebote der Schulen positive Wirkungen für das Lernen von Kindern und Jugendlichen haben können“, betonte der Kultusminister weiter. „Vor allem gehen wir damit auch auf die gesellschaftliche Veränderungen und die gestiegene Nachfrage nach solchen Angeboten ein. Es profitieren nicht nur sozial schwache Schülerinnen und Schüler, sondern auch besonders Begabte. Außerdem erleichtern wir damit die Vereinbarkeit von Beruf und Familie“, so Lorz.

Schwerpunktbereiche der Investitionen

„Grüne und CDU haben sehr bewusst vier Schwerpunktbereiche für ihre Investitionen im Bildungsbereich definiert“, betonte Mathias Wagner. Neben dem Ganztagsausbau seien dies die Deutschförderung, die inklusive Beschulung sowie die sozialindizierte Lehrerzuweisung. „Wir stehen für ein Mehr an Bildungs- und Chancengerechtigkeit. Ziel unserer Bildungspolitik ist, dass alle Kinder sich ihren Talenten und Fähigkeiten entsprechend entfalten können und eine individuelle Förderung erhalten“, so Wagner.

Damit Eltern zwischen den verschiedenen Formen der Betreuung und der ganztägigen Angebote frei wählen können, ist eine bedarfsgerechte Ausstattung der Schulen notwendig. Auch im Haushalt 2017 bleibe es bei der Schwerpunktsetzung, mit dem Pakt für den Nachmittag an Grundschulen ein verlässliches Bildungs- und Betreuungsangebot von 7.30 bis 17.00 Uhr zu schaffen. Zusätzlich sollen im Haushalt 2017 Mittel im Umfang von 6 Mio. Euro für den Ausbau von Ganztagsschulen aller Schulformen bereitgestellt werden. Dabei liegt der Schwerpunkt auf dem Ausbau von ganztägigen Angeboten an weiterführenden Schulen in allen Profilen und der Weiterentwicklung von ganztägig arbeitenden Grundschulen zum Profil 3. Bei noch nicht ausgeschöpften Ressourcen kann auch die Weiterentwicklung von Grundschulen in den Profilen 1 und 2 gefördert werden. „Wir unterstreichen mit dem Zusatzprogramm einmal mehr, dass der Pakt für den Nachmittag und die Entwicklung von Schulen zu gebundenen Ganztagsschulen gemäß Profil 3 kein Widerspruch sind. Vielmehr geht es uns um an den Elternwillen und die Situation vor Ort angepasste Lösungen. Schon im laufenden Schuljahr konnten sowohl alle Anträge von Grundschulen auf Aufnahme in den Pakt für den Nachmittag als auch alle Anträge von Grundschulen auf Aufnahme in Profil 3 bewilligt werden“, erläuterten Lorz und Wagner.

Für das Schuljahr 2017/18 ergibt sich daraus folgende zusätzliche Stelleninvestition:

  • Reguläres Ganztagsprogramm + 230 Stellen
  • inkl. Pakt für den Nachmittag
  • Zusatzprogramm 2017 + 124 Stellen

Schon zum laufenden Schuljahr 2016/17 macht Hessen beim Ganztagsausbau einen großen Schritt nach vorn: Insgesamt stehen aktuell 347 Stellen zusätzlich für den Ganztagsausbau zur Verfügung, die sich auf drei Programme verteilen:

  • Pakt für den Nachmittag + 180 Stellen
  • Reguläres Ganztagsprogramm + 50 Stellen
  • Zusatzprogramm 2016 + 117 Stellen

1.100 Stellen zusätzlich für Sprachförderung und Integration

Lorz und Wagner hoben darüber hinaus die weiteren Anstrengungen der Landesregierung und der sie tragenden Fraktionen hervor: „Für die weitere schulische Integration der Kinder und Jugendlichen, die als Flüchtlinge oder Zuwanderer nach Hessen kommen und dadurch auch die Gesamtzahl der Schülerinnen und Schüler erhöhen, sollen im Haushalt 2017 noch einmal rund 1.100 neue Stellen geschaffen werden“, erläuterte der Kultusminister. Ziel sei es einerseits die Intensivmaßnahmen für die Deutschsprachförderung zu verstärken, andererseits aber auch die Integration der Schülerinnen und Schüler in die Regelklassen zu ermöglichen. „Dafür sind in einem ersten Schritt schon jetzt zusätzliche Klassen eingerichtet worden. Insbesondere zum Halbjahreswechsel werden die Schulen aber verstärkt vor der Herausforderung stehen,  zusätzliche Klassen zu bilden“, erläuterte der Kultusminister. „Mit den zusätzlichen Stellen sehen wir die Schulen dafür gut gewappnet und geben ihnen Planungssicherheit.“ Davon profitierten alle Schülerinnen und Schüler.

Im Anschluss an das Pressegespräch informierten sich der Minister und der Fraktionsvorsitzende über die Arbeit der IGS Jawlensky, die sich nicht nur als ganztägig arbeitende Schule einen Namen in der Wiesbadener Schullandschaft gemacht hat, sondern insbesondere auch als Kulturschule, die einen ihren Schwerpunkte auf die musische und künstlerische Bildung der Schülerinnen und Schüler gelegt hat.

Wagner informierte in dem Zusammenhang auch über die Möglichkeit für Integrierte Gesamtschulen (IGS), künftig vollständig binnendifferenziert zu arbeiten: „Wir setzen uns schon lange für längeres gemeinsames Lernen ein und haben daher im Koalitionsvertrag verankert, dass die IGSen die Möglichkeit erhalten, vollständig ohne Aufteilung in Kursen zu unterrichten.“ In Hessen sei geplant, das in diesem Schuljahr startende Modell ab dem Schuljahr 2017/18 allen Integrierten Gesamtschulen zu ermöglichen. „Damit dieses anspruchsvolle pädagogische Konzept verwirklicht werden kann, wird die Klassenhöchstgrenze auf 25 Schülerinnen und Schüler verringert.“ Im laufenden Schuljahr erhalten bis zu acht Gesamtschulen die Möglichkeit, im Tandem mit den vier bestehenden Versuchsschulen dieses Konzept des gemeinsamen längeren Lernens umzusetzen.

Hintergrund – Schuljahr 2016/17:

Insgesamt verfügen im laufenden Schuljahr 2016/2017 in Hessen bereits 1.072 Schulen über ein Ganztagsangebot. Das entspricht einem Anteil von etwa 64% aller allgemeinbildenden Schulen der Grundstufe und der Sekundarstufe I inklusive der Förderschulen. Damit hat sich die Zahl der ganztägig arbeitenden Schulen in Hessen gegenüber dem Beginn des Ganztagsschulausbaus im Jahr 1999 vervielfacht.

  • Darunter sind 726 Schulen im Profil 1, als Schulen mit Ganztagsangeboten an mindestens drei Tagen bis 14:30 Uhr.
  • Im Projekt „Pakt für den Nachmittag“ (PfdN) befinden sich im laufenden Schuljahr 122 Schulen aus insgesamt 16 Schulträgerregionen.
  • Im Profil 2, Schulen mit Ganztagsangeboten an fünf Tagen bis 16 oder 17 Uhr, arbeiten 130 allgemeinbildende Schulen, davon 3 Förderschulen.
  • Im Profil 3, Ganztagsschulen oder teilgebundene Ganztagsschulen, arbeiten gegenwärtig 94 Schulen, davon 62 Förderschulen und 1 Förderschulzweig.

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Pressesprecher: 
Stefan Löwer
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