Ausbildung

Hessen startet Schulversuch mit neuer Berufsfachschule

30.03.2017Hessisches Kultusministerium

Kompetenter und schneller in die Ausbildung: 26 Schulen nehmen am Schulversuch für neue Berufsfachschule teil

Schulversuch mit neuer Berufsfachschule
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© HKM

Zum kommenden Schuljahr 2017/2018 startet in Hessen der Schulversuch zur Erprobung der neuen „Berufsfachschule zum Übergang in Ausbildung“, kurz „BÜA“. Im Rahmen der Auftakt-Veranstaltung im Gießener Rathaus hat Kultusminister Prof. Dr. R. Alexander Lorz heute gemeinsam mit Vertretern der Hochschulen, Handwerkskammern, Industrie- und Handelskammern den Startschuss für die 26 teilnehmenden Schulen gegeben. „Mit der neuen ‚Berufsfachschule zum Übergang in Ausbildung setzen wir als Landesregierung eine Forderung aus dem Bündnis Ausbildung Hessen für die Jahre 2015 bis 2019 zur Reform des Übergangssystems an beruflichen Schulen um“, erklärte Lorz und führte weiter aus: „In der neuen Schulform führen wir die klassischen Bildungsangebote des Übergangssystems, bestehend aus den Bildungsgängen zur Berufsvorbereitung, der zweijährigen Berufsfachschule und der einjährigen höheren Berufsfachschule, zusammen. Die neue Berufsfachschule setzt damit in der hessischen Schullandschaft einen entscheidenden Impuls zur Neuausrichtung des Übergangs von der Schule in den Beruf“.

Schematische Darstellung der „Berufsfachschule zum Übergang in Ausbildung“, kurz „BÜA“.
Schematische Darstellung der „Berufsfachschule zum Übergang in Ausbildung“, kurz „BÜA“.

Gliederung in 2 Stufen

Die neue Schulform „BÜA“ umfasst zwei Schuljahre, Stufe I und Stufe II. Ziel ist es, Schülerinnen und Schüler bereits nach Stufe I, also schon nach einem Schuljahr, erfolgreich in eine duale Berufsausbildung zu begleiten. Dieses ambitionierte Ziel ist mit großen Herausforderungen für die 26 beteiligten beruflichen Schulen verbunden: Die Lehrkräfte treffen auf Schülerinnen und Schüler mit und ohne Hauptschulabschluss sowie mit mittlerem Abschluss, deren Gemeinsamkeit darin besteht, noch keinen Ausbildungsplatz gefunden zu haben.

Neue Lehr- und Lernkultur erprobt

Unter der wissenschaftlichen Begleitung von Prof. Dr. habil. Ralf Tenberg von der Technischen Universität Darmstadt wird in der neuen Schulform eine neue Lehr- und Lernkultur zugrunde gelegt und erprobt, die über Lernangebote auf unterschiedlichen Anspruchsniveaus in Verbindung mit regelmäßigen (individuellen) Reflexions- und Beratungsgesprächen eine intensive Begleitung der Jugendlichen in kleinen Lerngruppen ermöglicht.

Drei pädagogische Kernbereiche

In diesem Zusammenhang erläuterte der Kultusminister auch die drei pädagogischen Kernbereiche, die beim Schulversuch im Vordergrund stehen und die Schülerinnen und Schüler gezielt auf die Erfordernisse des Ausbildungsmarktes vorbereiten sollen:

  1. kursdifferenzierte Unterrichtsangebote in den Hauptfächern Deutsch, Mathematik und Englisch auf mindestens zwei Anspruchsniveaus,
  2. intensive berufliche Orientierung mit verstärkter Einbindung betrieblicher Phasen,
  3. festgelegte Profilgruppenstunden zur Erweiterung der personalen und sozialen Kompetenzen sowie zum Erlernen elementarer Selbstlerntechniken.

Weitere Qualifizierung ermöglicht

„Für Schülerinnen und Schüler ist wichtig, dass sie sich für weitere berufliche Entwicklungsperspektiven qualifizieren können. So können sie nach einem Jahr den Hauptschulabschluss erwerben oder – sofern bereits vorhanden – eine Gleichstellung mit dem mittleren Schulabschluss erhalten, wenn sie eine duale Berufsausbildung erfolgreich absolvieren“, so Lorz. Stufe II der neuen Berufsfachschule ist so angelegt, dass Schülerinnen und Schüler auch den mittleren Schulabschluss erreichen können, wenn dieser für eine duale Berufsausbildung als Mindestvoraussetzung benötigt wird. Inhaltlich liegt der Fokus dabei auf den allgemeinbildenden Fächern und einem festgelegten beruflichen Schwerpunkt.

Kultusminister Lorz betonte nachdrücklich, dass mit dem Schulversuch „Berufsfachschule zum Übergang in Ausbildung – BÜA“ der Schulterschluss von Land, Wirtschaft und Arbeitsagentur zur wirklichen Neustrukturierung des Übergangssystems in Hessen gelingen könne. Daher sei es wichtig, dass sich auch die ausbildende Wirtschaft verpflichtet habe, Praktikums- und Ausbildungsplätze bereit zu stellen. „Ich bin mir sicher, dass das neue Konzept der Berufsfachschule zum Übergang in Ausbildung von den Vertreterinnen und Vertretern der ausbildenden Wirtschaft und der Arbeitsagentur auf breite Unterstützung stößt. Dieser neu eingeschlagene Weg stärkt unser System der dualen Berufsausbildung und gibt den Jugendlichen eine wertvolle Chance zur fachlichen und persönlichen Entwicklung“, so Lorz abschließend.

Teilnehmende Schulen:

Nordhessen:

  • Arnold-Bode-Schule, Kassel
  • Elisabeth-Knipping-Schule, Kassel
  • Friedrich-List-Schule, Kassel
  • Herwig-Blankertz-Schule, Kassel
  • Martin-Luther-King-Schule, Kassel
  • Max-Eyth-Schule, Kassel
  • Oskar-von-Miller-Schule, Kassel
  • Paul-Julius-von-Reuter-Schule, Kassel
  • Willy-Brandt-Schule, Kassel
  • Reichspräsident-Friedrich-Ebert-Schule, Fritzlar
  • BerufsschulCampus, Schwalmstadt
  • Eduard-Stieler-Schule, Fulda
  • Konrad-Zuse-Schule, Fulda

Mittelhessen:

  • Gewerbliche Schulen des Lahn-Dill-Kreises, Dillenburg
  • Werner-von-Siemens-Schule, Wetzlar
  • Theodor-Heuss-Schule, Wetzlar

Südhessen:

  • Ludwig-Geißler-Schule, Hanau
  • Berufliche Schulen Berta Jourdan, Frankfurt
  • Bethmannschule, Frankfurt
  • Philipp-Holzmann-Schule, Frankfurt
  • Ludwig-Erhard-Schule, Frankfurt
  • Theodor-Heuss-Schule, Offenbach
  • Gewerblich-technische Schulen, Offenbach
  • August-Bebel-Schule, Offenbach
  • Peter-Behrens-Schule, Darmstadt
  • Erasmus-Kittler-Schule, Darmstadt

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Pressesprecher: 
Michael Ashelm
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