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Inklusion

Landkreis Offenbach wird „Modellregion Inklusive Bildung“

Thema: 
Inklusion
07.10.2014Hessisches Kultusministerium

Kultusminister Lorz und Landrat Quilling stellen Grundzüge des Konzepts vor

Im Kreis Offenbach spielt die inklusive Beschulung schon seit einigen Jahren eine wichtige Rolle. Im Rahmen des Schulversuchs „Begabungsgerechte Schule“ wurden vier Jahre lang an vier Schulen erste Erfahrungen gesammelt. Die Evaluation dieses Versuchs bildet die Basis für die Weiterentwicklung der Inklusion in den kommenden Jahren. Hessens Kultusminister Prof. Dr. R. Alexander Lorz und Landrat Oliver Quilling haben gemeinsam mit Schulamtsdirektorin Claudia Keck im Rahmen der Auftaktveranstaltung Perspektiven für die „Modellregion Inklusion“ vorgestellt. Bereits Ende des vergangenen Jahres hatten der Landkreis Offenbach und das Land Hessen eine entsprechende Kooperationsvereinbarung unterzeichnet.

„Inklusion ist ein gesamtgesellschaftlicher Auftrag“

„Inklusion ist ein gesamtgesellschaftlicher Auftrag“, stellte Kultusminister Prof. Dr. Lorz zu Beginn der 1. Fachtagung in Dietzenbach fest. Dafür brauche es eine gute und enge Zusammenarbeit aller, die an der Förderung von Kindern und Jugendlichen mit Beeinträchtigungen oder Behinderungen beteiligt sind. „Wir können im Landkreis Offenbach auf gewachsene Strukturen aufbauen, da es schon jahrzehntelange Erfahrungen im gemeinsamen Unterricht, in der individuellen Förderung an allgemeinen Schulen und in der sonderpädagogischen Unterstützung der allgemeinen Schulen bestehen“, so der Minister. „Mit der Errichtung einer weiteren Modellregion bringen wir nun gemeinsam und mit hohen Qualitätsstandards den Prozess der Inklusion mit Nachdruck voran.“

„Der Modellversuch startet mit Beginn des neuen Schuljahres 2014/2015“, so Landrat Oliver Quilling. „Dabei ist eines unserer wichtigsten Ziele, alle Beteiligten auf diesem Weg mitzunehmen. Der Weg zur inklusiven Bildung ist interessant und spannend, es gibt aber, wie bei jeder Neuerung auch kritische Stimmen, mit denen wir uns auseinandersetzen müssen und wollen.“

Der Schulversuch „Begabungsgerechte Schule“ war bereits im Schuljahr 2008/2009 auf den Weg gebracht worden. An diesem hatten sich vier Schulen mit großem Engagement beteiligt. Es sei schon damals Konsens gewesen, „dass es sinnvoll ist, Kinder mit und ohne Behinderung, wenn möglich gemeinsam zu beschulen“, so Landrat Quilling weiter. Heute sehe man sich in der Entscheidung bestätigt. Die Schülerinnen und Schüler erhalten die nötige Unterstützung in Bereichen, die aufzuarbeiten sind, aber auch die nötige individuelle Förderung von speziellen Begabungen und Fähigkeiten. Die Schulen berichten darüber hinaus, dass die Kinder deutlich früher lesen können und sich das Schulklima positiv verändert hat.

Inklusive Strukturen im allgemeinen Schulsystem

Die Hessische Landesregierung hat sich mit ihrem Aktionsplan zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention u.a. das Ziel gesetzt, den Anteil von Schülerinnen und Schülern mit Beeinträchtigung oder Behinderung an Grundschulen und weiterführenden Schulen zu erhöhen und im Gegenzug die Förderschulbesuchsquote in den nächsten Jahren zu senken. Mit den Modellregionen werden nun inklusive Strukturen im allgemeinen Schulsystem flächendeckend im Landkreis eingerichtet. „Die Eltern erhalten damit die Gewissheit, dass sich ein inklusives Schulangebot für ihr Kind in allen Förderschwerpunkten und nach Möglichkeit wohnortnah vorgehalten wird“, betonte Kultusminister Lorz. Das Land gewährleistet dafür die konstante Zahl der Stellen für sonderpädagogische Förderung im Förderschwerpunkt Lernen in der Modellregion und die durch die Aufhebung von Förderschulen freiwerdenden Lehrerstellen verbleiben in der Region und werden schrittweise zur Stärkung und zum Ausbau des Inklusiven Unterrichts in die allgemeine Schule überführt.“

„Die Schullandschaft im Kreis Offenbach steht für eine beispielhafte Bildungsvielfalt. Das soll auch so bleiben“, so der Landrat, „Mit dem „Ja“ zur Modellregion unterstreichen wir die besondere Stellung der Inklusion. Dabei sollen auch Förderschulangebote erhalten bleiben, denn es soll den Eltern nach wie vor freigestellt bleiben, welche Alternative sie für ihr Kind wählen. Die Umsetzung des inklusiven Unterrichts öffnet weitere Möglichkeiten in der Schulentwicklung für die Zukunft. Wir setzen dabei auf die bereits bestehenden Netzwerke von Institutionen, sozialen Einrichtungen und geschultem Lehrerpersonal, die mit uns gemeinsam den Weg gehen wollen. Dazu ist die heutige Veranstaltung der richtige Auftakt.“

Kultusminister Lorz dankte abschließend insbesondere den Lehrerinnen und Lehrern im Landkreis, die hier schon seit vielen Jahren hervorragende Arbeit bei der Eingliederung von Schülerinnen und Schülern mit Beeinträchtigungen leisten.

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Stefan Löwer