Unabhängige Aufklärung zugesagt

Missbrauch an ehemaligen Schülern einer Darmstädter Schule

18.03.2015Hessisches Kultusministerium

Kultusminister Prof. Dr. R. Alexander Lorz spricht Opfervertretern sein tiefes Bedauern über das ihnen widerfahrene Leid aus

Der Hessische Kultusminister Prof. Dr. R. Alexander Lorz hat sich heute mit ehemaligen Schülern der Darmstädter Elly-Heuss-Knapp-Schule getroffen, die Opfer von sexuellem Missbrauch waren, und ihnen sein tiefes Bedauern über das ihnen widerfahrene Leid ausgesprochen. „Was hier vermutlich ganzen Schülergenerationen von einer einzelnen Lehrkraft angetan wurde, lässt sich kaum in Worte fassen und verdient unser tiefstes Mitgefühl“, erklärte der Kultusminister. Das wahre Ausmaß des Jahrzehnte zurückliegenden sexuellen Missbrauchs sei bis heute nicht bekannt. „Deshalb habe ich mich heute mit den Opfervertretern auf eine unabhängige Aufklärung der Fälle jenseits der strafrechtlichen Verurteilung verständigt“, so Lorz. Darüber hinaus solle eine Anlaufstelle eingerichtet werden, an die sich auch andere Betroffene wenden können und wo diese Unterstützung finden. „Das Kultusministerium sieht sich hier in einer besonderen Verantwortung.“

Die Gesprächsatmosphäre war vom gemeinsamen Willen geprägt, Licht ins Dunkle zu bringen, aufzuklären und den Missbrauch auch da beim Namen zu nennen, wo lange geschwiegen wurde. „Wir sind offen aufeinander zugegangen, emotional und direkt“, erklärten Lorz und die Opfervertreter. Neben der Aufklärung gehe es auch darum, zu eruieren, welche Lehren für die Zukunft zu ziehen seien, um Missbrauch dieser Art künftig zu verhindern, so der Minister. Über das weitere Vorgehen und die Anlaufstelle für Betroffene wird das Hessische Kultusministerium zeitnah informieren.

Hintergrund:

Der Lehrer Erich B. war 2005 vom Landgericht Darmstadt wegen sexuellen Missbrauchs in 15 Fällen zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren verurteilt worden. B., der sich bereits seit 1992 im Ruhestand befand, verstarb im Jahr 2008. Laut Opfern und Medienberichten hat B. seit den 1960er-Jahren bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand immer wieder Schüler zu sich nach Hause eingeladen und sexuell missbraucht.

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