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Förderprogramm PuSch

Mit „Praxis und Schule“ bereits rund 2.000 Jugendliche gefördert

Thema: 
Berufliche Bildung
21.11.2016Hessisches Kultusministerium

Kultusminister Lorz dankt allen Beteiligten für die erfolgreiche Umsetzung

1. PuSch-Jahrestagung im Congress Park Hanau
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© Hermann Heibel / HKM

Rund 2.000 abschlussgefährdete Schülerinnen und Schüler in Hessen haben bereits im ersten Jahr vom neuen Förderprogramm Praxis und Schule (PuSch) profitiert. „Viele Jugendliche, denen es in ihrer bisherigen schulischen Laufbahn nicht möglich war, einen Hauptschulabschluss zu erwerben, erhalten durch das Förderprogramm Praxis und Schule die Chance, diesen Abschluss im Rahmen einer intensiven Förderung nachzuholen“, fasste Hessens Kultusminister Prof. Dr. R. Alexander Lorz in seinem Grußwort zur 1. PuSch-Jahrestagung im Congress Park Hanau zusammen. Es freue ihn sehr, dass zahlreiche hessische Schulen ihren Schülerinnen und Schülern diese Chance bieten könnten, so der Minister. Das Förderprogramm war zum Schuljahr 2015/16 an den Start gegangen. 

Ein wichtiger Baustein in der hessischen Bildungslandschaft

Auch im laufenden Schuljahr 2016/2017 haben sich hessenweit wieder viele Schulen entschlossen, erstmalig oder aufgrund ihrer guten Erfahrungen wiederholt am PuSch-Programm teilzunehmen. Damit ist das Förderprogramm PuSch ein wichtiger Baustein in der hessischen Bildungslandschaft am Übergang Schule-Beruf. Die erste Jahrestagung steht unter dem Motto „Gemeinsam berufliche Horizonte eröffnen – Jugendliche im Bildungsnetzwerk stärken“. Dieser Titel will deutlich machen, dass die Förderung der Jugendlichen nur im Rahmen lokaler Bildungsnetzwerke gelingen kann. Daher ist es wichtig, dass Schulen, Schulträger, Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen sowie deren Träger, Betriebe, regionale Netzwerkpartner, aber auch die Staatlichen Schulämter und das Hessische Kultusministerium gemeinsam an einem Strang ziehen. „Ziel der heutigen Zusammenkunft ist es, einerseits das erste Förderjahr zu bilanzieren, aber genauso wichtig ist der Austausch derjenigen, die das Programm umsetzen und mit Leben füllen“, hob der Kultusminister hervor. Neben den Lehrkräften und Sozialpädagogen in den Schulen seien dies insbesondere auch die Vertreter aus Betrieben, die Praktikumsplätze bereitstellen.

Das Programm greift in seinen Förderinhalten auf bewährte Elemente der Programme SchuB (Schule und Betrieb) und EIBE sowie auf langjährige Erfahrungen der Schulen mit beiden Programmen zurück und stärkt in besonderem Maße den präventiven Ansatz. PuSch ermöglicht es, abschlussgefährdeten Schülerinnen und Schülern an Schulen mit Hauptschulbildungsgang oder Jugendlichen ohne Abschluss an beruflichen Schulen in speziell hierfür eingerichteten Lerngruppen und mithilfe intensiver sozialpädagogischer Begleitung ihren Hauptschulabschluss zu erwerben. Hier wirken Schulen, Betriebe, sozialpädagogische Fachkräfte etc. im Netzwerk zusammen. PuSch vereinigt aber auch innovative Elemente, die Voraussetzung für die aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF) geförderten Programmen sind. Die Summe der ESF-Mittel für PuSch beträgt insgesamt rund 18,6 Mio. Euro für sieben Jahre; die Kofinanzierung durch das Land ist mindestens doppelt so hoch.

Bilanz nach zwölf Monaten

2.000 Jugendliche haben im vergangenen Schuljahr am Programm teilgenommen. Sie verteilten sich auf 61 Klassen in 45 allgemeinbildenden Schulen (PuSch A) sowie auf 77 Klassen in 46 beruflichen Schulen (PuSch B). Die Abschlussquote PuSch A lag bei erfreulichen 85 Prozent. In PuSch B lag die Abschlussquote bei 61 Prozent. Viele Jugendliche konnten direkt im Anschluss in eine Ausbildung oder in Arbeit vermittelt werden. Neu im Förderprogramm PuSch ist die Kooperation allgemeinbildender und beruflicher Schulen. Außerdem steht der vollständige ESF-Mitteleinsatz für die Finanzierung der Arbeit der sozialpädagogischen Fachkräfte zur Verfügung. Das gab es weder bei SchuB noch bei EIBE im heutigen Umfang. „Die Hessische Landesregierung misst dem Programm PuSch sehr große Bedeutung zu. Dies spiegelt sich auch wieder in den Ressourcen, die für das Programm zur Verfügung gestellt werden.

Die Erziehungswissenschaftlerin (Schwerpunkt Berufspädagogik) Prof. Dr. Marianne Friese von der Justus-Liebig-Universität Gießen zeigte in ihrem Vortrag didaktische Ansätze auf, wie der Übergang zwischen den Lernorten Schule und Beruf unter dem Gesichtspunkt der Netzwerkbildung gelingen kann. Im Anschluss stand Raum zur Diskussion bzw. für Fragen seitens Teilnehmenden zur Verfügung. In sieben Foren und Workshops ging es um Themen wie Monitoring, Finanzmanagement, Kooperationen, „Fördern im Team“ und Fortbildungsangebote.

Kultusminister Lorz nutzte den Besuch der Jahrestagung auch, um sich bei allen Beteiligten für die gelungene Umsetzung des Förderprogramms zu bedanken. „Ich hoffe, Sie konnten das heutige Treffen nutzen, um sich kennenzulernen, sich gegenseitig auszutauschen und voneinander zu lernen. Das liegt auch im Interesse der Jugendlichen, die unsere Unterstützung benötigen, um in ihrer Schullaufbahn einen wichtigen Schritt weitergehen zu können“, so Lorz. „Nun wollen wir gemeinsam und mit Tatkraft daran weiterarbeiten, dass noch viele Jugendliche von der Förderung profitieren und somit der Übergang von der Schule ins Berufsleben für sie von Erfolg gekrönt wird.“

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Pressesprecher: 
Stefan Löwer