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Neuausrichtung

Schulen unterstützen – Unterrichtsqualität steigern!

Thema: 
Ganztag
18.01.2017Hessisches Kultusministerium

Kultusminister Lorz stellt Neuausrichtung der Fortbildung von Lehrkräften, der Beratung von Schulen sowie der Schulevaluation vor

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Schulen unterstützen – Unterrichtsqualität steigern!
© HKM

„Unsere Schulen stehen aktuell vor großen Herausforderungen. Deshalb müssen wir als Land für ein zeitgemäßes, bedarfsgerechtes und qualitativ hochwertiges Unterstützungsangebot sorgen“, erklärte Kultusminister Prof. Dr. R. Alexander Lorz heute in Wiesbaden: „Die Heterogenität der Schülerschaft ist in den vergangenen Jahren spürbar größer geworden: Wir haben eine große Bandbreite unterschiedlicher ethnischer, religiöser und kultureller Hintergründe. Die Integration tausender Flüchtlingskinder ist dabei nur ein zusätzlicher Baustein. Zeitgleich hat sich unsere Gesellschaft dafür entschieden, Kinder mit Behinderung oder Beeinträchtigung soweit es möglich und pädagogisch sinnvoll ist an den allgemeinen Schulen inklusiv zu beschulen. Wir können heute auch nicht mehr davon ausgehen, dass Kinder, die in die Schule kommen, grundlegende Sozialkompetenzen mitbringen. Vieles, was früher als selbstverständlich galt, muss heute in der Schule mühsam erlernt werden – und das neben der Vermittlung von Lesen, Schreiben und Rechnen. Schließlich wachsen in der Wissens- und Informationsgesellschaft auch die fachlichen Anforderungen an Schule und Unterricht. Und nicht zuletzt, so ehrlich sollten wir auch zu uns selbst sein, haben wir in der Vergangenheit so manches Konzept nicht mit der Stringenz verfolgt, um darauf langfristig aufbauen zu können. Wir wollen uns nicht beklagen, sondern uns den Herausforderungen stellen und die darin liegenden Chancen ergreifen.“

Sich Jahr für Jahr auf neue Entwicklungen einstellen

Mit diesen Worten begründete der Kultusminister die jetzt vollzogene Neuausrichtung der Fortbildung von Lehrkräften, der Beratung von Schulen sowie der Schulevaluation. „Die Aufgaben der Schulen haben sich in den vergangenen Jahren stetig ausgeweitet, unsere Lehrkräfte und Schulleitungen sind gefordert, sich Jahr für Jahr auf neue Entwicklungen einzustellen. So wie wir auch für andere Bereiche der Berufswelt Fort- und Weiterbildungsangebote permanent anpassen und lebenslanges Lernen eine immer größere Rolle spielt, müssen wir auch die Angebote für unsere eigenen Beschäftigten auf neue Füße stellen“, erklärte Lorz. Gemeinsam mit dem Präsidenten der Hessischen Lehrkräfteakademie (LA), Andreas Lenz, und der Leiterin des Staatlichen Schulamts Bebra, Anita Hofmann, stellte er die Neukonzeption vor.

Mit der strukturellen Neuorganisation durch die Gründung der Lehrkräfteakademie im April 2015 bestand die Chance, auch eine inhaltlich-konzeptionelle Neuausrichtung voranzutreiben. Kern dabei war die Konzentration auf pädagogisch relevante Inhalte und die Verbesserung der Unterstützungsangebote für Schulen sowie die Neuausrichtung der Schulevaluation. „Warum machen wir das alles? Guter Unterricht hängt in erster Linie von kompetenten und motivierten Lehrkräften ab. Das ist durch Studien mittlerweile mehrfach bestätigt worden“, sagte Lorz. „Und das ist der Grund, weshalb gute Fortbildungs- und Beratungsangebote einen so hohen Stellenwert für Schule haben.“

Wie profitieren Hessens Schulen von der Neuausrichtung?

Das neue Fortbildungs- und Beratungsangebot orientiert sich am konkreten Bedarf der jeweiligen Schule sowie an den Anliegen und Fragestellungen der teilnehmenden Lehrkräfte. Das Angebot wird nun erstmals systematisch koordiniert zwischen der Lehrkräfteakademie, dem Kultusministerium und den Staatlichen Schulämtern. Dabei wurden auch Lehrkräfte aus der Schulpraxis und insbesondere aus den Schulleitungen von Anfang an in die Konzeptentwicklung einbezogen.

Die Schulevaluation wiederum konzentriert sich künftig auf drei Schwerpunkte:

  • Beratung der Schulen zur systematischen Schulentwicklung und schulinternen Evaluation auf Anfrage der Schule
  • Externe Evaluation (Außenblick) durch Experten der LA auf Anfrage der Schulleitung, Schulkonferenz oder Schulaufsicht
  • Schulübergreifende Evaluation zu einem bestimmten Thema im Auftrag des Ministeriums

An der Schnittstelle von Beratung und Schulevaluation stehen den Schulen 20 hauptamtliche Schulberaterinnen und Schulberater für individuelle Beratungsangebote zur Verfügung.

„Nicht zuletzt verfolgen wir mit einer klaren inhaltlichen Ausrichtung der Fortbildung ein übergeordnetes Ziel: Die individuelle Förderung aller Schülerinnen und Schüler“, hob Kultusminister Lorz hervor. Dabei werden folgende Themen in der Fortbildung und Beratung priorisiert:

  • Lesen-Schreiben-Rechnen
  • Medienbildung
  • Inklusion
  • Integration von Schülerinnen und Schülern nicht-deutscher Herkunftssprache (Seiteneinsteiger)
  • Berufsorientierung
  • Ganztagsschulen

„Mit diesen Themen greifen wir aktuelle und zukünftige gesellschaftliche Herausforderungen der Schulen auf, die uns gegenwärtig und in den kommenden Jahren beschäftigen werden“, so Lorz. Darüber hinaus stehen selbstverständlich die breite Anzahl von Fortbildungen externer Anbieter für Einzelbedarfe und die fachliche Fortbildung weiterhin zur Verfügung.

Maßgeschneiderte Beratungsangebote unterbreiten

Was bedeutet es nun, wenn sich die Neuausrichtung am Bedarf von Schulen und Lehrkräften orientiert? „Mit unseren Unterstützungsangeboten werden wir uns künftig nicht nur an die einzelnen Lehrerinnen und Lehrer, sondern auch verstärkt an Kollegiumsgruppen richten und diesen maßgeschneiderte Beratungsangebote unterbreiten“, erklärte der Präsident der Lehrkräfteakademie, Andreas Lenz. „Dazu werden immer Theorie- und Praxisanteile gehören. Wir schauen uns dabei vorbildliche Beispiele aus der Schulpraxis (best practice) an und nutzen diese für die Entwicklung individueller Förderkonzepte.“ Bei Bedarf werden externe Experten eingebunden. Die Schulentwicklung wird darüber hinaus durch verschiedene Instrumente, wie Checklisten und Bilanzierungsbögen für eine Bestandsaufnahme des Unterrichts und die Formulierung von schulischen Entwicklungszielen sowie Hilfe bei der Planung und Umsetzung unterstützt.

„Wichtig ist uns, dass von nun an einheitliche und transparente Qualitätsstandards sowohl für landesweite als auch regionale Angebote gelten“, sagte Lenz. Die Fortbildner und Berater würden entsprechend den Anfragen der Schulen eingesetzt, die Angebote selbst und ihre Wirkung systematisch überprüft. Die Aufgaben der Lehrkräfteakademie würden durch regional verankerte Unterstützungsangebote der Staatlichen Schulämter unterstützt. „Wir haben die regionale Nähe zu den Schulen und können die Beratungsangebote zudem mit den Aufgaben der Schulaufsicht abstimmen“, betonte Schulamtsleiterin Anita Hofmann. „Wir begleiten die Schulen bei Prozessen der Unterrichts-, Schul- und Qualitätsentwicklung und unterstützen sie auf dem Weg in die Selbstständigkeit. Am Beispiel der Entwicklung eines schulischen Medienbildungs­konzeptes erläuterte sie die individuelle Hilfestellung und Vorgehensweise in der Praxis, die auch einen koordinierten Einsatz der Beraterinnen und Berater vorsieht. „Eine große Hilfe für die Schulen wird die Benennung eines festen Ansprechpartners im Schulamt für ihre Fortbildungs- und Beratungsanfragen sein. Dies gewährleistet eine zeitnahe Bearbeitung und Klärung der schulischen Anliegen.“

Die bestmögliche Ausbildung unserer Kinder und Jugendlichen

„Wir können den Lehrerinnen und Lehrern in Hessen leider nicht versprechen, dass ihr Beruf in den kommenden Jahren erheblich leichter wird. Aber wir können ihnen versprechen, sie bei der Bewältigung ihrer Aufgaben so gut es geht zu unterstützen. Denn alles, was wir tun – im Kultusministerium, in der Schulverwaltung, vor allem aber natürlich an den Schulen vor Ort – hat einzig und allein die bestmögliche Ausbildung unserer Kinder und Jugendlichen zum Ziel“, so Kultusminister Lorz abschließend. „An dieser Aufgabe wollen und müssen wir weiterhin gemeinsam arbeiten!“

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