Kooperationsvereinbarung unterzeichnet

Start für „Pakt für den Nachmittag“ in Wiesbaden

Thema: 
Ganztag
20.05.2016Hessisches Kultusministerium

Kultusminister Lorz, Bürgermeister Goßmann und Schuldezernentin Scholz unterzeichnen Kooperationsvereinbarung

Pakt für den Nachmittag in Wiesbaden
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© HKM

Die Stadt Wiesbaden startet im kommenden Schuljahr 2016/17 als weitere Schulträgerregion in den ‚Pakt für den Nachmittag‘. Kultusminister Prof. Dr. R. Alexander Lorz, Bürgermeister Arno Goßmann und Schuldezernentin Rose-Lore Scholz unterzeichneten heute in der Fritz-Gansberg-Schule die Kooperations­vereinbarung zwischen dem Land und der Stadt Wiesbaden für das Programm zum Ausbau der Ganztagsangebote an hessischen Grundschulen. „Ich freue mich ganz besonders, dass wir als Land heute auch mit meiner Heimatstadt Wiesbaden eine Vereinbarung über den Ganztagsausbau in Grundschulen treffen können“, stellte Kultusminister Lorz zufrieden fest und ergänzte: „Unser Programm ‚Pakt für den Nachmittag‘ bündelt Aufgaben und Zuständigkeiten von Stadt, Land und freien Trägern und bietet damit den Eltern ein verlässliches Bildungs- und Betreuungsangebot von 7.30 bis 17.00 Uhr. Jede Kooperation bringt uns dem Wunsch vieler Eltern für eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie eine bessere individuelle Förderung für die einzelnen Schüler ein Stück näher.“

„Ganz besonders zu würdigen ist die Bereitschaft der drei Pilotschulen und ihrer Kooperationspartner in der Grundschulkinderbetreuung“, erklärte Schuldezernentin Rose-Lore Scholz. „Ihr Entschluss, diesen neuen Weg zu gehen, bringt uns voran auf der ‚Brücke zur Ganztagsschule‘. Mit dem kontinuierlichen Ausbau der Betreuungsangebote an den Grundschulen haben wir gemeinsam mit Schulfördervereinen und Freien Trägern die Grundlagen geschaffen. Das Pakt-Angebot des Landes bedeutet eine konsequente Weiterentwicklung der Lern- und Lebenswelt Grundschule.“ 

Sich mehr in Richtung Schulsozialarbeit ausrichten

„Der Pakt eröffnet so den betreuenden Grundschulen die Möglichkeit sich mehr in Richtung Schulsozialarbeit auszurichten, so kann zum Beispiel das Kompetenz-Entwicklungs-Programm allen Kindern der Schule mit Förder- und Unterstützungsbedarf angeboten werden, statt bisher nur den angemeldeten 36 BGS-Ganztagskindern. Die noch intensivere Zusammenarbeit im Vormittag zwischen Lehrerinnen und Lehrern, Schulsozialarbeiterinnen und Schulsozialarbeitern und anderen Betreuerinnen und Betreuern ist eine gute Grundlage, die Schülerinnen und Schülern der jeweiligen Grundschulen in ihrer persönlichen und schulischen Entwicklung zu unterstützen und zu fördern“, ergänzt Bürgermeister und Sozialdezernent Arno Goßmann.

Im Rahmen des „Pakts für den Nachmittag“ stellt das Land  die personellen Ressourcen in Form von Lehrerstellen zur Verfügung und leistet damit einen wichtigen Beitrag für ein hochwertiges Bildungs- und Betreuungsangebot, das hohen pädagogischen Standards entspricht, die in Wiesbaden genauso gelten wie andernorts. Der Kultusminister betonte, dass mit dem Pakt erstmals gemeinsame Angebote von Land und Kommunen geschaffen würden: „Auf diese Weise entwickeln wir die ganztägig arbeitende Schule aus einer Hand und mit einem gemeinsamen Konzept weiter.“ Wichtig sei, dass beim ‚Pakt für den Nachmittag‘ keine bestehenden Angebote verdrängt oder gestrichen werden, sondern die schon bestehenden vielmehr ergänzt und besser miteinander verzahnt würden.

Start an drei Grundschulen

In Wiesbaden starten zum kommenden Schuljahr zunächst drei Grundschulen im Pakt für den Nachmittag. Diese sind:

  • Fritz-Gansberg-Schule
  • Goetheschule (Biebrich)
  • Justus-von Liebig-Schule (Erbenheim)

Kern der Vereinbarung ist ein verlässliches und integriertes Bildungs- und Betreuungsangebot von 7.30 bis 17.00 Uhr. Das Land leistet seinen Beitrag für die Angebote rechnerisch an fünf Tagen in der Woche bis 14.30 Uhr. Der Schulträger leistet seinen Beitrag rechnerisch für den Zeitraum von 14.30 Uhr bis 17.00 Uhr und in den Schulferien. Vorhandene Träger bewährter Bildungs- und Betreuungsangebote wie das Amt für Soziale Arbeit Abteilung Betreuende Grundschulen, die Evangelische Familienbildungsstätte, der Verein MütZeKids in Kooperation mit Jugendberatung und Jugendhilfe e.V. oder auch der Förderverein der Justus-von-Liebig-Schule werden in die Angebote einbezogen. Grundlage der Ressourcenberechnung von Seiten des Landes ist die Anzahl der Schülerinnen und Schüler in der jeweiligen Grundschule. Insgesamt stellt das Land für den Pakt für den Nachmittag im kommenden Schuljahr bis zu 180 Stellen zusätzlich zur Verfügung.

Hintergrund:

Der „Pakt für den Nachmittag“ begann im laufenden Schuljahr (2015/16) zunächst in sechs Pilotregionen: Mit Frankfurt, Kassel und Darmstadt sowie Gießen-Land, Darmstadt-Dieburg und Bergstraße waren dafür drei Großstädte und drei Landkreise als Pilotschulträger ausgewählt worden. Zum kommenden Schuljahr steigen zehn weitere Schulträgerregionen ein, so dass dann die Hälfte aller hessischen Schulträger am Pakt teilnehmen wird. Mit dem Pakt sollen innerhalb von fünf Jahren an allen Grundschulen, die dies wünschen, gemeinsame Ganztagsangebote von Land und Kommunen eingerichtet werden. Das Ganztagsangebot wird bedarfsorientiert aufgestellt und erstmals ist eine Ferienbetreuung integraler Bestandteil. Insgesamt werden nach jetzigem Stand 122 Grundschulen in 16 Schulträgerregionen dabei sein. 

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Pressesprecher: 
Stefan Löwer
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