Lebensbegleitendes Lernen

Weiterbildungspakt 2017-2020 unterzeichnet

30.09.2016Hessisches Kultusministerium

Kultusminister Lorz unterzeichnet gemeinsam mit öffentlichen und freien Trägern den Weiterbildungspakt 2017-2020

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Weiterbildungspakt unterzeichnet
Baldur Schmitt (Ehrenvorsitzender Hessischer Volkhochschulverband), Heike Habermann (Vorsitzende des Hessischen Volkshochschulverbandes), Staatsminister Prof. R. Alexander Lorz, Sabine Roth (Sprecherin der Freien Träger), Prof. Dr. Wolfgang Metzler (Hessische Heimvolkshochschule Akademie Burg Fürsteneck)
© HKM

Hessens Kultusminister Prof. Dr. R. Alexander Lorz hat heute im Rahmen einer Feierstunde in Wiesbaden gemeinsam mit der Sprecherin der freien Träger, Sabine Roth, der Vorsitzenden und dem Ehrenvorsitzenden des Hessischen Volkshochschulverbandes, Heike Habermann und Baldur Schmitt, sowie dem Zweiten Vorsitzenden des Trägervereins der Hessischen Heimvolkshochschule Akademie Burg Fürsteneck, Prof. Dr. Wolfgang Metzler, den Hessischen Weiterbildungspakt 2017 – 2020 unterzeichnet. „Es ist mir eine besondere Freude, heute den ersten hessischen Weiterbildungspakt unterzeichnen zu können. Damit wird ein ganz wesentlicher Beitrag zur Stärkung und Weiterentwicklung des Systems Lebensbegleitenden Lernens in Hessen geleistet“, erklärte Lorz und ergänzte: „Gemeinsam mit unseren Partnern des zunächst auf vier Jahre angelegten Weiterbildungspakts wollen wir Weiterbildungszugänge erleichtern und Integration, Inklusion, Teilhabe und Chancengerechtigkeit nachhaltig fördern.“

12 Mio. Euro für die kommenden vier Jahre

Für den Weiterbildungspakt stellt das Land Hessen zusätzlich zur bisherigen Förderung nach dem Hessischen Weiterbildungsgesetz 12 Mio. Euro für die kommenden vier Jahre und damit rund drei Mio. Euro durchschnittlich pro Jahr mehr zur Verfügung. Dieser Betrag entspricht einer Steigerung von annähernd 40 Prozent. Diese Mittel werden je zur Hälfte für eine Erhöhung der gesetzlichen Förderung von Unterrichtsstunden nach dem Hessischen Weiterbildungsgesetz und erstmals auch für konkrete Projekte eingesetzt. Das Landeskuratorium für Weiterbildung und Lebensbegleitendes Lernen als gesetzliches Beratungsgremium der Landesregierung zu Fragen der Weiterbildung hat die Entwicklung des Weiterbildungspakts aktiv unterstützt und wird nun auch die Umsetzung begleiten.

Den Zielen des Paktes, erläuterte Kultusminister Lorz, seien konkrete Handlungsfelder zugeordnet, so beispielsweise der Ausbau allgemeiner Bildungsberatung und mobiler bzw. online-gestützter Lernangebote, aber auch Bildungsangebote zur Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts. Hierzu zählen u.a. Bürgerdialoge und Demokratie-, Kultur- und Geschichtswerkstätten. Teilnehmerinnen und Teilnehmer sollen hierdurch vertiefte Kenntnisse über politische Prozesse gewinnen und zum bürgerschaftlichen Engagement ermuntert werden. Insbesondere sollen Einrichtungen darin unterstützt werden, ihr Gesamtangebot – über Angebote zum Erlernen der deutschen Sprache hinaus – so zu gestalten, dass es von Migrantinnen und Migranten stärker angenommen wird. Auch die Heranführung junger Menschen mit Migrationshintergrund an die Arbeitswelt mit spezifischen Angeboten soll weiter unterstützt werden.

Im Kontext des Weiterbildungspaktes Anreize schaffen

Außerdem sollen im Kontext des Weiterbildungspaktes auch Anreize zur Konzeption, Erweiterung und Umsetzung inklusiver Lernangebote für Lernende mit körperlichen und/oder geistigen Behinderungen geschaffen werden. Nicht zuletzt haben sich die Partner die Stärkung der Qualität gesetzt. Hier steht die Fortbildung von Mitarbeitenden und Kursleitenden in den Weiterbildungseinrichtungen im Mittelpunkt, beispielsweise in den Bereichen Erwachsenenpädagogik, Grundbildung, Inklusion, Gesundheitsbildung und Ehrenamt.

Sabine Roth, Sprecherin der landesweiten Organisationen der Weiterbildung in freier Trägerschaft, würdigte den heutigen Abschluss: „Die Unterzeichnung ist ein sichtbares Zeichen der erfolgreichen Zusammenarbeit der neun anerkannten freien Träger der Weiterbildung in Hessen und der Einrichtungen in öffentlicher Trägerschaft gemeinsam mit dem Land Hessen. Mit dem Pakt punktet Hessen für mehr Qualität, mehr Integration und Chancengerechtigkeit und mehr Lernende in der Weiterbildung.“

Heike Habermann, der Lorz zu ihrer vor einigen Tagen erfolgten Wahl zur Vorsitzenden des Hessischen Volkshochschulverbands gratulierte, sagte: „Der Weiterbildungspakt ist ein erster Schritt zur Gleichwertigkeit der Erwachsenenbildung im hessischen Bildungssystem.“ Ihr Vorgänger im Amt und neuer Ehrenvorsitzender des Hessischen Volkshochschulverbands, Baldur Schmitt, freute sich über den Weiterbildungspakt als  krönenden Abschluss seiner 19-jährigen Amtszeit und würdigte besonders dessen angemessene finanzielle Ausstattung.

Prof. Dr. Wolfgang Metzler, Zweiter Vorsitzender des Trägervereins der Hessischen Heimvolkshochschule Burg Fürsteneck e.V., schloss sich seinen Vorrednern an und ergänzte: „Der Weiterbildungspakt bietet beste Voraussetzungen für eine inhaltliche Weiterentwicklung und gibt uns die Möglichkeit, unser Programm zukünftig mit Angeboten zur gesellschaftspolitischen Bildung zu ergänzen und zu erweitern.“

Weiterbildung in Hessen beruht auf drei Säulen

„Mit ihren Volkshochschulen, den Einrichtungen in freier Trägerschaft und den regionalen Verbünden des HESSENCAMPUS, die das Land gemeinsam mit unseren Kommunen gleichfalls fördert, ruht die hessische Weiterbildung auch künftig auf den bewährten drei Säulen. Der neue Weiterbildungspakt stattet sie nun in erheblichen Umfang mit zusätzlichen finanziellen Mittel aus und macht sie damit für die Bewältigung der immer bedeutsamer werdenden Aufgaben fit für die Zukunft“, sagte der Kultusminister abschließend.

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