Schulumwandlung

Wolfram-von-Eschenbach-Schule wird Mittelstufenschule Dichterviertel

09.03.2017Hessisches Kultusministerium

Kultusminister Lorz und Wiesbadens Schuldezernentin Scholz informieren sich über bevorstehende Umwandlung der letzten reinen Hauptschule

Wolfram-von-Eschenbach-Schule wird Mittelstufenschule
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Ab dem kommenden Schuljahr wird es soweit sein: Mit der Mittelstufenschule Dichterviertel geht eine neue Schulform in Wiesbaden an den Start! Mit Beginn des Schuljahrs 2017/18 wird die Schule, die zurzeit noch Wolfram-von-Eschenbach-Schule heißt, mit einem neuen Profil die Wiesbadener Schullandschaft bereichern. Ab dann nimmt die Schule von Anfang an sowohl Schülerinnen und Schüler auf, die nach dem Ende der Grundschulzeit in den Hauptschulbildungsgang wechseln, als auch solche, die den mittleren Bildungsabschluss anstreben. Hessens Kultusminister Prof. Dr. R. Alexander Lorz und Wiesbadens Schuldezernentin Rose-Lore Scholz haben sich heute in der Schule über deren bisherige Arbeit und über die Vorbereitungen auf dem Weg zur Mittelstufenschule informiert. „Wir haben eine ganz besondere Aufbruchs­stimmung erlebt, die von einer hohen Motivation der hier tätigen Lehrerinnen und Lehrer getragen wird“, erklärte der Kultusminister. „Mit unserem gemeinsamen Besuch wollen wir dazu beitragen, dass die Schule eine neue Aufmerksamkeit erfährt und das attraktive Angebot so schnell wie möglich auch die Eltern erreicht.“

Für die Stadt Wiesbaden erklärte Schuldezernentin Scholz: „Die Weiterentwicklung der bisherigen Eschenbach-Hauptschule zur Mittelstufenschule war Teil eines breiten schulpolitischen Konsenses in Wiesbaden. Wir ermöglichen für Schülerinnen und Schüler mit berufspraktischer Orientierung ein passgenaues Angebot. Die Schule, an der immer hervorragende Arbeit geleistet wurde, erhält eine nachhaltige Perspektive für die Zukunft.“

Minister und Schuldezernentin wurden von Schulleiter Stephan Schloter mit der Einladung zum gemeinsamen Mittagessen begrüßt. Nach einer Gesprächsrunde mit Schulleitung, Personalrat und Vertretern der Steuergruppe, die für die Umwandlung der Schule zuständig ist, informierten sich die Besucher noch beim Schulrundgang über die Ganztagsangebote der Hauptschule. Die Wolfram-von-Eschenbach-Schule ist eine gebundene Ganztagsschule und bietet neben Bistro und Mittagstisch auch Hausaufgabenbetreuung und individuelle Förderkurse, Schulchor und Schulband sowie die Teilnahme an Kunst- und Sportprojekten. Darunter fällt auch die Teilnahme an der Wiesbadener Fußball-Talentförderung. Schulsozialarbeiterinnen und Schulsozialarbeiter unterstützen mit Freizeitangeboten und geben Hilfestellung bei Problemen im schulischen und außerschulischen Kontext.

Intensive Vorbereitung auf die Zeit als Mittelstufenschule

Die Schule kann also schon heute mit vielen Pfunden wuchern und bereitet sich intensiv auf die neue Zeit als Mittelstufenschule vor: Die neue Webseite ist dafür nur ein äußeres Zeichen. „Nun wird es also in erster Linie darum gehen, auch die Elternschaft in Wiesbaden von den künftigen Angeboten und den Möglichkeiten, die die neue Schulform bieten, zu überzeugen“, erklärte Kultusminister Lorz. Neben der Tatsache, dass die Mittelstufenschule Dichterviertel künftig sowohl Hauptschüler als auch Realschüler aufnehmen werde, werde vor allem die Kooperation mit den Beruflichen Schulen in Wiesbaden eine herausgehobene Rolle spielen. „Berufsorientierung und Förderung der Ausbildungsreife sind dann wesentliche Bestandteile des gesamten Unterrichts“, so Lorz. Die individuelle Förderung in kleineren Lerngruppen, praxis- und handlungsorientierter Unterricht auf Basis einer gesonderten Stundentafel sowie die Einbindung der beruflichen Bildung bereiten darauf vor.

Schon heute misst die Schule Praxis und Berufsvorbereitung einen hohen Stellenwert bei. Die Eschenbachschule kann in diesem Zusammenhang das „Gütesiegel für herausragende Berufsorientierung“ und eine Urkunde „Kompetenzorientiert unterrichten in Mathematik und Naturwissenschaften“ vorweisen. Die sozialpädagogische Begleitung der Schülerinnen und Schüler ist ebenso von hoher Bedeutung – so wird der Unterrichtsalltag durch drei Sozialarbeiter unterstützt. Darüber hinaus sind an der Schule zwei sogenannte PuSch-Klassen eingerichtet. „PuSch“ steht für das Wortpaar „Praxis und Schule“ und ist ein Programm, das sich an Schülerinnen und Schüler mit erheblichen Lern- und Leistungsrückständen richtet, und sie in dem Ziel unterstützt, trotzdem den Hauptschulabschluss zu erreichen.

Und nicht zuletzt ist die intensive Förderung in der Bildungs- und Unterrichtssprache Deutsch eine der aktuellen Herausforderungen, denen sich die Schule gestellt hat. So beherbergt die Wolfram-von-Eschenbach-Schule derzeit auch drei Intensivklassen mit sogenannten Seiteneinsteigern, die als Zuwanderer oder Flüchtlinge ohne oder mit nur geringen Kenntnissen der deutschen Sprache vor Kurzem nach Hessen gekommen sind.

Hintergrund:

Die Wolfram-von-Eschenbach-Schule ist derzeit noch eine ganztägig arbeitende Hauptschule im Ganztagsprofil 3 des Kultusministeriums – also eine gebundene Ganztagsschule. Aktuell werden hier 376 Schülerinnen und Schüler von 34 Lehrkräften unterrichtet. Sie bietet an fünf Tagen pro Woche in der Zeit von 7:30 Uhr bis 16:00 Betreuung, Unterricht sowie verpflichtende Ganztagsangebote für alle Schülerinnen und Schüler an. Die Teilnahme an den zusätzlichen Angeboten ist für diese verpflichtend. 

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Pressesprecher: 
Stefan Löwer
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