Grundlagen für den Unterricht

Bildungsstandards, Kerncurricula und Lehrpläne

Die Kerncurricula bilden seit dem Schuljahr 2011/2012 die curriculare Grundlage des Unterrichts in der Primarstufe und den Bildungsgängen der Sekundarstufe I. Die Kerncurricula legen fest, was alle Kinder und Jugendlichen am Ende ihrer schulischen Laufbahn (bzw. nach bestimmten Abschnitten ihres Bildungsweges) können und wissen sollen.

Die Bildungsstandards der Kultusministerkonferenz der Länder (KMK) als länderübergreifender Bildungsplan sind in den hessischen Kerncurricula berücksichtigt und konkretisiert. Die Kerncurricula stellen die angestrebten Ergebnisse des Lernens in Form von Könnenserwartungen (Bildungsstandards) dar. Diese beschreiben zum einen Kompetenzen, die bis zu bestimmten Abschnitten des jeweiligen Bildungsweges erworben sein sollten („lernzeitbezogene Kompetenzerwartungen“).1  Zum anderen legen die Bildungsstandards die Leistungsanforderungen zum Abschluss eines Bildungsganges fest. Bildungsstandards sind als Regelstandards formuliert und in Kompetenzbereiche gegliedert.

Der einzelnen Schule obliegt eine weitere Konkretisierung der Kerncurricula. Sie kann sich für die Entwicklung eines schulinternen Curriculums entscheiden. Solange kein Beschluss der Schule zu einem Schulcurriculum vorliegt, gelten der bisherige Rahmenplan für die Grundschule beziehungsweise die bisherigen Lehrpläne für die Bildungsgänge der Sekundarstufe I. In diesem Fall legt die Schule fest, wie die Inhalte des Rahmenplans oder der Lehrpläne mit den Kompetenzfestlegungen der Kerncurricula verknüpft werden.

Das Hessische Kultusministerium ist inzwischen auf dem eingeschlagenen Weg der Kompetenzorientierung einen Schritt weitergegangen, indem die Erarbeitung anschlussfähiger Kerncurricula für alle Fächer der gymnasialen Oberstufe umgesetzt worden ist. Grundlage hierfür ist ein Beschluss der KMK vom Oktober 2012. Hiernach sind Bildungsstandards für die Allgemeine Hochschulreife beginnend mit der Einführungsphase im Schuljahr 2014/2015 für die Fächer Deutsch, Englisch und Französisch (als fortgeführte Fremdsprache) und Mathematik verbindliche Grundlage der fachspezifischen Anforderungen und sollen in standardbasierte Abiturprüfungen im Schuljahr 2016/2017 münden. Diese werden für eine Übergangszeit weiterhin auf der Grundlage der geltenden Lehrpläne für die gymnasiale Oberstufe erstellt.

Die inzwischen im Auftrag des Hessischen Kultusministeriums entwickelten Kerncurricula für alle allgemeinbildenden Fächer der gymnasialen Oberstufe, die in den o.g. Fächern die KMK-Bildungsstandards in Landesrecht umsetzen, sind anschlussfähig an die Kerncurricula für die Sekundarstufe I (Bildungsstandards und Inhaltsfelder), schreiben Bewährtes aus den bislang geltenden Lehrplänen fort und formulieren neben den allgemeinen fachlichen Kompetenzen  (Bildungsstandards) die unverzichtbaren fachinhaltlichen Wissenselemente, gegliedert nach Kurshalbjahren der gymnasialen Oberstufe, in Form von Themenfeldern. Die Erstellung eines Schulcurriculums ist daher für die gymnasiale Oberstufe nicht erforderlich. Die Kerncurricula für die gymnasiale Oberstufe werden die jetzigen Lehrpläne in allen Schulformen, die zur Allgemeinen Hochschulreife führen, ablösen. Im Rahmen eines online-gestützten informellen Beratungsverfahrens (10. November 2014 bis zum 25. Januar 2015) waren zunächst erste Entwurfsfassungen der Kerncurricula für die gymnasiale Oberstufe einer breiten Fachöffentlichkeit zur Einsichtnahme zur Verfügung gestellt worden und es bestand hier auch die Möglichkeit, fachbezogen Rückmeldung zu geben. Die Auswertungsergebnisse aus diesem Rückmeldeprozess bildeten sodann die Grundlage für die Erstellung der Fassungen, die in einem weiteren Verfahrensschritt Gegenstand des formellen Beteiligungsverfahrens waren. Nach dessen Abschluss liegen inzwischen die endgültigen Textfassungen der Kerncurricula vor. Sie sind seit Beginn des 2. Schulhalbjahres 2015/2016 veröffentlicht. So können sich die Schulen – deutlich vor Inkraftsetzung – mit den neuen curricularen Grundlagen befassen. Mit Schuljahresbeginn 2016/17 lösen die Kerncurricula schließlich die bislang geltenden Lehrpläne beginnend mit der Einführungsphase als verbindliche Grundlage für den Unterricht in der gymnasialen Oberstufe ab. Erstmals im Schuljahr 2018/19 sind sie auch Grundlage für die Prüfungen im Rahmen des Landesabiturs.

Die Kerncurricula für den gymnasialen Bildungsgang gelten unabhängig von der zeitlichen Ausgestaltung der Sekundarstufe I, das heißt gleichermaßen für die fünfjährig organisierte (G8) und die sechsjährig organisierte Mittelstufe (G9).