Weitere Phänomene

Die Autismus-Spektrum-Störung

Die Autismus-Spektrum-Störung stellt keinen Förderschwerpunkt dar, da das Leistungsspektrum betroffener Schülerinnen und Schüler bis hin zur Hochbegabung reichen kann. Dennoch handelt es sich dabei um eine tiefgreifende Entwicklungsstörung, die von Fachärzten diagnostiziert werden muss.

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Junge lernt mit Bausteinen.
© Fotolia/Sergey Novikov

Autismus-Spektrum-Störungen sind tiefgreifende Entwicklungsstörungen, die in der frühen Kindheit einsetzen und ein Leben lang bestehen. Innerhalb der Autismus-Spektrum-Störungen gibt es unterschiedliche Symptome, Ausprägungen und Schweregrade. Autismus ist eine medizinische erstellte Diagnose, die nicht allein durch Lehrkräfte bzw. Eltern aufgrund von Beobachtungen gestellt werden darf.

Die Erfahrungen aus der schulischen Förderung von Kindern und Jugendlichen im Autismus-Spektrum zeigen, dass sie im Rahmen der bestehenden curricularen Vorgaben der allgemeinen Schule gut unterrichtet werden können. Individuelle Unterstützungsmaßnahmen mithilfe unterschiedlicher Formen des Nachteilsausgleichs und individuelle Förderungen der Schülerinnen und Schüler stellen eine bestmögliche Partizipation am Unterricht und an den Lerninhalten sicher.

Unterstützung und Beratung über das zugeordnete Beratungs- und Förderzentrum (BFZ) hinaus erhalten Lehrkräfte über den Kontakt zu den Fachberaterinnen und Fachberatern für Autismus sowie zu Expertinnen und Experten klinischer Einrichtungen.

Schülerinnen und Schüler mit einer Autismus-Spektrum-Störung können alle Schulformen und Schulstufen besuchen. In einer pädagogisch gut gestalteten Lernumgebung sind die betroffenen Kinder und Jugendlichen in der Lage, höchst beachtliche Leistungen zu zeigen und entsprechende Abschlüsse zu erreichen. In der Regel besuchen Schülerinnen und Schüler mit Autismus eine allgemeine Schule und lernen in einem ihrer Begabung entsprechendem Bildungsgang. Um ihnen eine erfolgreiche Schullaufbahn zu ermöglichen haben die Kinder und Jugendlichen Anspruch auf einen geeigneten Nachteilsausgleich.

Für diejenigen Kinder und Jugendlichen, die neben Besonderheiten im Autismus-Spektrum einen von der allgemeinen Schule lernzielabweichenden Förderschwerpunkt haben, bieten die Lehrpläne der Schule mit dem Förderschwerpunkt Lernen und die Richtlinien für Unterricht und Erziehung im Förderschwerpunkt geistige Entwicklung die Grundlage der schulischen Förderung.

 

Einstiegshilfe für Lehrkräfte für den Unterricht von Kindern und Jugendlichen im Autismus-Spektrum

Eine Orientierungshilfe für Lehrerinnen und Lehrer der allgemeinen Schule, die Schülerinnen oder Schüler mit einer Autismus-Spektrum-Störung unterrichten, bietet die Publikation „Einstiegshilfen für den Unterricht von Kindern und Jugendlichen im Autismus-Spektrum“ des Hessischen Kultusministeriums: