Unterstützungsangebote

Sonderpädagogische Beratungs- und Förderzentren (BFZ)

Mit dem Ausbau von Förderschulen zu sonderpädagogischen Beratungs- und Förderzentren (BFZ) verfolgt Hessen seit vielen Jahren das Ziel, Schülerinnen und Schülern mit Beeinträchtigungen und Behinderungen frühzeitig qualifizierte Unterstützung durch Förderschullehrkräfte zukommen zu lassen. Um den inklusiven Unterricht umzusetzen, kommt dem flächendeckenden Netz der Beratungs- und Förderzentren in Hessen eine wichtige Rolle zu. Hessen verfügt derzeit über 122 Förderschulen als sonderpädagogische Beratungs- und Förderzentren (BFZ).

Regionale und überregionale Beratungs- und Förderzentren

Jeder allgemeinen Schule ist ein regionales Beratungs- und Förderzentrum (rBFZ) zugeordnet, das grundsätzlich sonderpädagogische Leistungen in den Förderschwerpunkten Lernen, Sprachheilförderung sowie emotionale und soziale Entwicklung gebündelt anbietet und - gegebenenfalls in Kooperation mit anderen Unterstützungssystemen oder Förderschulen - auf alle sonderpädagogischen Fragestellungen reagiert. Die Förderschullehrerstellen werden den jeweiligen rBFZ zugeordnet. Die Förderschullehrkräfte selbst arbeiten in den allgemeinen Schulen. Sie unterstützen weiterhin verlässlich die Schule, an der sie eingesetzt sind. Die Lehrkräfte der sonderpädagogischen Beratungs- und Förderzentren arbeiten auch mit den Eltern eng zusammen. Sie suchen zudem den Kontakt zu Beratungsstellen der Kinder- und Jugendhilfe und kooperieren mit anderen außerschulischen Institutionen.

Die Zusammenarbeit zwischen den sonderpädagogischen Beratungs- und Förderzentren und den allgemeinen Schulen unterstützt nicht nur die betroffenen Schülerinnen und Schülern in ihrer Lernentwicklung, sie trägt auch zur Weiterentwicklung inklusiver Schulstrukturen bei.

Den Beratungs- und Förderzentren fällt eine entscheidende Rolle in der Sicherung der sonderpädagogischen Förderung an den allgemeinen Schulen und der Verteilung personeller Ressourcen zu. Im Hessischen Schulgesetz und der Verordnung über Unterricht, Erziehung und sonderpädagogische Förderung von Schülerinnen und Schülern mit Beeinträchtigungen oder Behinderungen (VOSB - siehe Bereich „Schulrecht" unter „Individuelle/sonderpädagogische Förderung") sind die BFZ in die Entscheidungsfindung über die weitere Förderung von Schülerinnen und Schülern an der allgemeinen Schule eingebunden. Sie verantworten die sonderpädagogische Unterstützung im Rahmen des inklusiven Unterrichts und stellen die Fachkompetenz in den verschiedenen Förderschwerpunkten sicher.

Beratung, Förderung und inklusive Beschulung werden in der allgemeinen Schule gemeinsam mit den Förderschullehrkräften organisiert, verantwortet und gestaltet. BFZ beraten und fördern im Rahmen von schulbezogenen Förderstunden. Durch vorbeugende Maßnahmen sollen die Schülerinnen und Schüler den Lernzielen der allgemeinen Schule weiterhin folgen können. Die Zusammenarbeit der allgemeinen Schulen und der BFZ gründet sich auf einen Kooperationsvertrag, der jährlich gemeinsam evaluiert wird.

Die BFZ selbst evaluieren ihre Wirksamkeit, Verlässlichkeit und Professionalität.

Für die spezifische Förderung in den Schwerpunkten Sehen, Hören und bei kranken Schülerinnen und Schülern stehen überregionale BFZ (üBFZ), für die Förderschwerpunkte geistige Entwicklung und körperliche und motorische Entwicklung ausgewiesene Förderschulen zur Verfügung. Der Erstkontakt erfolgt über das zugeordnete rBFZ.