Schule unterwegs

Unterricht für Kinder beruflich Reisender

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Schulen für Kinder beruflich Reisender
Schulen für Kinder beruflich Reisender
© EVIM/ Lisa Farkas

Schätzungsweise 10.000 Kinder sind mit ihren Eltern in Deutschland mit unterschiedlichen Unternehmen wie Schaustellerbetrieben, Zirkusunternehmen oder Puppentheatern unterwegs.

In allen Bundesländern unterliegen Kinder beruflich Reisender der Schulpflicht und besuchen Stützpunktschulen, meist in der Nähe des Gastspielortes. Jede allgemeine Schule, die von den Eltern der mitreisenden Kinder ausgewählt wird, ist verpflichtet, Kinder aus reisenden Unternehmen zu unterrichten und kann somit als Stützpunktschule während der Reise dienen.

Schultagebuch

Bei Schuleintritt erhalten Kinder beruflich Reisender ein bundesweit einheitliches Schultagebuch von ihrer Stammschule ausgehändigt. Sie haben so ihren individuellen, durch die zuständige Lehrkraft der Stammschule erstellten Lernplan und können altersentsprechend in ihrer Jahrgangsstufe gefördert werden.

Kinder beruflich Reisender legen dieses Schultagebuch bei jedem Schulbesuch in den Stützpunktschulen vor. Lehrerinnen und Lehrer, die Kinder auf der Reise unterrichten, tragen den aktuell erreichten Lernstand in den Fächern Deutsch, Mathematik und der ersten Fremdsprache in das mitgeführte Schultagebuch ein. Nur so ist dem mitreisenden Kind ein schnelles Weiterlernen am nächsten Gastspielort möglich. Außerdem leiten die Lehrkräfte den aktuellen Lernstandsbericht an die Stammschule der mitreisenden Kinder weiter. Wichtige Unterstützung leisten dabei die Bereichslehrkräfte, die übergreifende koordinierende Aufgaben wahrnehmen und sich um unterrichtsergänzende Fördermaßnahmen kümmern.

Pilotprojekt „Schule für Kinder beruflich Reisender“

Im Jahr 2010 wurde in Hessen das Pilotprojekt „Schule für Kinder beruflich Reisender“ an der Schule am Geisberg in Wiesbaden ins Leben gerufen. Diese Schule befindet sich in Trägerschaft der EVIM Bildung gemeinnützige GmbH (Evangelischer Verein für Innere Mission).

Die hessischen Kinder, die an dieser Schule angemeldet sind, werden von den dort eingesetzten Lehrkräften in acht mobilen Klassenzimmern hessenweit und länderübergreifend (auch online) unterrichtet und gehen nicht mehr jede Woche in eine andere Schule. Das mobile Klassenzimmer ist Stammschule der Schülerinnen und Schüler. Ein Schultagebuch ist auch hier die Grundlage der Unterrichtsarbeit. Außerhalb von Hessen oder in der Winterpause besuchen die Kinder Unterricht an Stützpunktschulen.

Die „Richtlinien zum Unterricht für Kinder von beruflich Reisenden" finden Sie im Bereich Schulrecht unter Individuelle Förderung.